Vorsicht Handwerker!

Wenn auf Baustellen gepfuscht wird

2004 fiel im Kabinett des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder die Entscheidung, bei mehr als der Hälfte aller Handwerksberufe die Meisterpflicht abzuschaffen. Seither darf jeder Parkett, Estrich oder Fliesen legen. Mehr als einen Eintrag bei der örtlichen Handwerkskammer braucht es dafür nicht, keine Ausbildung, keine Vorkenntnisse, keinen Nachweis einer Qualifikation.

Ein einfacher Zugang zum Markt wurde so auch Handwerkern aus anderen EU-Ländern ermöglicht. Inzwischen zeigt sich aber, dass die Schäden für den Verbraucher zum Teil immens sind. Beim Bau eines Eigenheims müsse der Bauherr im Durchschnitt wegen unqualifizierter Arbeit mit einer Schadenssumme zwischen 25.000 und 50.000 Euro rechnen, so der Verband Privater Bauherren.

Frank Ecker, Geschäftsführer der Handwerkskammer Frankfurt/ Oder, sieht vor allem die Reform der Handwerksordnung als Ursache: „Mit Sicherheit ist im Zuge der Novellierung die Qualität in vielen Handwerksbereichen auf der Strecke geblieben. Das heißt, dass sich unqualifizierte Betriebsinhaber selbständig machen können. Auch der Verbraucherschutz ist auf der Strecke geblieben.“

Mangelnde Kontrolle?

Auch Schadensgutachter und die IG BAU machen die mangelnde Kontrolle von Qualifikation und Ausbildung – und den nicht regulierten Markt verantwortlich. Jeder könne seine Dienste anbieten, zu Dumpingpreisen und nahezu ohne Nachweise. Und das ausgerechnet in dem Land, dessen Handwerker einst für Eigenschaften wie Qualität, Verlässlichkeit und  Pünktlichkeit geachtet wurden.

2014 jährt sich die Novellierung der Meisterpflicht im Handwerk zum zehnten Mal. ZDFzoom zieht Bilanz und zeigt die Folgen der Entscheidung. Autor Florian Hartung konfrontiert die damals verantwortlichen Politiker, spricht mit Geschädigten, fragt nach bei Bausachverständigen sowie Handwerkskammern.

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