Was ist Wohngeld?

Wohnen wird für viele immer teurer. Nach Angaben des Deutschen Mieterbundes hat jede zweite Familie Anspruch auf eine geförderte Wohnung!
Im Wohngeldgesetz heißt es in § 1:
Zweck des Wohngeldes:
(1) Das Wohngeld dient der wirtschaftlichen Sicherung angemessenen und familiengerechten Wohnens.
(2) Das Wohngeld wird als Zuschuss zur Miete (Mietzuschuss) oder zur Belastung (Lastenzuschuss) für den selbst
Was ist damit gemeint?

Wohngeld

Damit einkommensschwächere Haushalte die Wohnkosten für angemessenen und familiengerechten Wohnraum tragen können, werden sie in den alten Ländern seit 1965 und in den neuen Ländern seit 1991 mit Hilfe des Wohngelds unterstützt. Auf Wohngeld besteht ein Rechtsanspruch, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Das Wohngeld soll als nicht zurückzuzahlender Zuschuss zu den Wohnkosten bewirken, dass Mieter von Wohnungen und selbst nutzende Eigentümer von Eigenheimen oder Eigentumswohnungen die angemessenen Wohnkosten tragen können.

Durch das Wohngeld sind die begünstigten Haushalte nicht nur auf ein ganz besonders preisgünstiges und deshalb enges Marktsegment im Wohnraumbestand beschränkt, sondern es soll ihnen auch der Zugang zu Wohnraum mit durchschnittlichen Kosten ermöglicht werden. Dies unterstützt auch die Erhaltung und Schaffung stabiler Bewohnerstrukturen in den Wohnquartieren.

Seit dem 1. Januar 2005 wird Wohngeld nur noch an Nicht-Transferleistungsbezieher geleistet, da bei Transferleistungsbeziehern die Unterkunftskosten von der Transferleistungsstelle berücksichtigt werden (Transferleistungen sind insbesondere Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung).
Die Miethöchstbeiträge wird in Abhängigkeit von der Mietenstufe und der Anzahl der zu berücksichtigen Haushaltsmitglieder berechnet. Alle Gemeinden gehören entsprechend ihrem Mietniveau zu einer bestimmten Mietenstufe von I – VI. Die Stufen sind in § 8 des Wohngeldgesetzes festgelegt. In Nordrhein-Westfalen hat z. B. Bonn die Mietenstufe V, Düsseldorf die höchste Mietenstufe VI und Kleve die Stufe II.

Mietenstufen

Zur Errechnung der Höchstbeträge gibt es für die Kommunen in Deutschland sogenannte Mietenstufen. Städte mit 10.000 Einwohnern und mehr ist eine eigene Mietenstufe zugeordnet. Kleinere Gemeinden werden nach Kreisen zusammengefasst.
Es gibt sechs verschiedene Mietenstufen, abhängig vom örtlichen Mietenniveau:

Mietenstufe I bedeutet: Die Miete beträgt weniger als 85 Prozent der Durchschnittsmiete von Wohngeldempfängern in Deutschland.
Mietenstufe II bedeutet: Die Miete beträgt 85 bis 94 Prozent der Durchschnittsmiete in Deutschland.
Mietenstufe III bedeutet: Die Miete beträgt 95 bis 104 Prozent der Durchschnittsmiete in Deutschland.
Mietenstufe IV bedeutet: Die Miete beträgt 105 bis 114 Prozent der Durchschnittsmiete in Deutschland.

Mietenstufe V bedeutet: Die Miete beträgt 115 bis 124 Prozent der Durchschnittsmiete in Deutschland. Mietenstufe VI bedeutet: Die Miete beträgt mehr als 125 Prozent der Durchschnittsmiete in Deutschland.

Wichtig: Je höher die Mietenstufe, desto höher ist auch der Höchstbetrag, der zur Berechnung des Wohngeldes berücksichtigt wird.
Und wo kann ich das Wohngeld beantragen?
Informieren sie sich bitte bei ihrer Stadt, Kreis oder Gemeindeverwaltung. Dort kann ihnen mitgeteilt werden, welche Wohngeldstelle für sie zuständig ist.

Und was ist die Mietpreisbremse?

Mieten dürfen bei Wiedervermietung maximal 10 Prozent über die ortsübliche Vergleichsmiete steigen. Sie gilt vorerst bis 2020, greift aber nicht bei Neubauten sowie bei Erst-Vermietung nach umfassender Modernisierung. Umgerechnet heißt das beispielsweise, kostet eine Wohnung 700 Euro kalt, darf der Vermieter maximal 10 Prozent, also 70 Euro auf die Miete draufschlagen. Das klingt gut, aber es gibt Ausnahmen.
Erstens: Die Mietpreisbremse gilt nicht überall. Die Städte dürfen festlegen, wo sie greift und wo nicht. Also aufgepasst: wer mit der Mietpreisbremse rechnet, muss sich zuvor bei seiner Stadt erkundigen, für welche Stadtbezirke sie gilt.
Zweitens: Die Mietpreisbremse darf maximal zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Was ist aber die „ortsübliche Vergleichsmiete“? Festgelegt wird sie im sogenannten Mietspiegel. Er ist ist eine Übersicht über die ortsübliche Vergleichsmiete und wird von Städten in Zusammenarbeit mit einschlägigen Interessengruppen – da sind Mieter- und Vermieterverbände - aufgestellt. Liegt der Mietspiegel in einer Stadt schon jetzt besonders hoch, werden die Mieten auf keinen Fall günstiger. Kritiker halten diese Form der Preisfestlegung nicht für besonders glücklich, da der Mietspiegel eher die Interessen der Vermieter berücksichtigt als die Interessen der Mieter. Bei den Städten kann man sich über die Höhe des jeweiligen Mietspiegels erkundigen.
Drittens: Bei Neuvermietungen gilt die Mietpreisbremse nicht. Das Problem dabei: Es werden aber so gut wie keine Sozialwohnungen mehr gebaut. Das heißt, neue Wohnungen sind meistens extrem teuer und für Normalverdiener in den Großstädten kaum zu bezahlen. Hier müsste der Staat mehr machen, sagen Experten und wieder für mehr geförderten Wohnraum sorgen.
Viertens: Werden Altbauwohngen umfassend saniert, gilt die Mietpreisbremse ebenfalls nicht. Der Vermieter kann die Kosten für die Modernisierung auf die Miete aufschlagen. Mehr bezahlbare Wohnungen wird es auch so nicht geben. Und auch die Politik dämpft bereits im Vorfeld die Erwartungen. Eine spürbare Entlastung auf dem Wohnungsmarkt werde es frühestens in fünf bis zehn Jahren geben, sagt SPD Staatssekretär Florian Pronold in der ZDF Sendung ZDFzoom.

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