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Zocken mit Zöllen

Gewinner und Verlierer im Spiel der Mächtigen - Film von Kersten Schüßler

Doku | ZDFzoom - Zocken mit Zöllen

"America first", Strafzölle gegen China und Deutschland. Fast täglich meldet sich US-Präsident Trump und stellt vermeintlich gültige Regeln des Freihandels auf den Kopf.

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.02.2020, 18:00
Produktionsland und -jahr:
Deutschland 2019

Wenn Deutschland so weitermacht, "werden wir Zölle von 25 Prozent auf ihre Autos verhängen, und glaubt mir, dann hören sie auf", verkündet Trump und verunsichert die Welt mit diesen neuen, schroffen Tönen. "ZDFzoom" fragt: Was macht Trumps Handelskrieg mit uns?

"America first" - das klingt für Unternehmer Sönke Winterhager aus dem sächsischen Freital irgendwie absurd. Seine Stahlgruppe Boschgotthardshütte produziert jährlich rund 200 000 Tonnen Edelstahl. Jede zehnte Tonne geht in die USA. Doch seit dem Frühjahr 2018 wird das bestraft: mit satten 25 Prozent Einfuhrzoll! Allerdings: Die USA können auf den so hochwertigen "Sachsen-Stahl" gar nicht verzichten. "Es ist so, dass die meisten Kunden diesen Zoll bezahlen, weil sie einfach gar keine andere Chance haben, als ihr Material aus dem Ausland zu importieren", sagt Stahl-Unternehmer Winterhager.

"ZDFzoom"-Autor Kersten Schüßler reist dorthin, wo der sächsische Stahl gebraucht wird - in den "Rost-Gürtel" der USA, Trumps Stammland. Hier hat Monteur Scott F. Chittohk fest daran geglaubt, dass Trumps Zölle etwas ändern können an den manchmal so brutalen Gesetzen des Freihandels. Doch statt "America first" heißt es in seiner Heimat Lordstown/Ohio nun "Jobs lost": Das Werk von General Motors steht vor dem Aus. "Die Fabrik wird schließen, das bricht jedem hier das Herz."

Wirtschaftswissenschaftler Jens Südekum sieht in Trumps Politik eine radikale Abkehr von den Prinzipien des Freihandels. Der aber sei nie ganz frei gewesen von Einschränkungen: "Freihandel hat es eigentlich nie gegeben. Immer nur mehr oder weniger Protektionismus."

Und wie die USA, so handelten auch Europa und damit Deutschland häufig nach den eigenen Interessen. Das zeigt "ZDFzoom"-Autor Kersten Schüßler am Beispiel Ghanas. Lange durfte sich das westafrikanische Land vor Billigimporten aus dem mächtigen Europa schützen. Dann aber forderten die EU und damit Deutschland: Ghana müsse seine Zölle fallen lassen, wenn es weiter seinen Kakao in die EU exportieren wolle. "Da wurde erheblicher Druck ausgeübt", kritisiert der ghanaische Handelsexperte Kwabena Otoo. Es sei "eine Deutschland-und-Europa-First-Politik mit eindeutigen Interessen" gewesen: "Jeder hat sich so benommen wie in der Vergangenheit Mister Trump, allerdings ohne zu sagen, was Mr. Trump eben aussprach."

  • Kamera - Ulf Behrens, David Karbowiak
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