Wem gehört die Stadt - Bürger in Bewegung

Dokumentarfilm von Anna Ditges

"Wem gehört die Stadt - Bürger in Bewegung": Bebauungs-Modell

Filme | Das kleine Fernsehspiel - Wem gehört die Stadt - Bürger in Bewegung

Als ein Großinvestor ankündigt, auf einem ehemaligen Industrieareal mitten in Köln-Ehrenfeld eine Shopping-Mall zu bauen, werden Proteste der Bürger laut. Dokumentarfilm von Anna Ditges.

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Wem gehört die Stadt? Den Beamten, die sie verwalten? Den Bauherren, die sie kaufen? Oder den Menschen, die sie bewohnen? Der Dokumentarfilm begleitet den demokratischen Kampf um die Neugestaltung eines Kölner Stadtviertels aus den Perspektiven von Bürger-Initiativen, Investoren, Stadtverwaltung und Politik.

Anna Ditges drehte ihren Film zwei Jahre lang im Mikrokosmos der größten deutschen "Provinzstadt". Sie zeigt exemplarisch auf, was passiert, wenn Anwohner, Investoren, Politiker und Stadtplaner ihre ganz unterschiedlichen Vorstellungen von der Zukunft eines Viertels unter einen Hut bringen müssen. Mit unverstelltem Blick und einem Augenzwinkern erzählt sie in ihrem Dokumentarfilm von einer existenziellen Auseinandersetzung zwischen Menschen mit unterschiedlichsten, oft unvereinbaren Lebenswelten und Wertevorstellungen. Im Spannungsfeld von Engagement, Eigennutz und Sinnstiftung geht sie der Frage nach, wie Demokratie im Alltag funktionieren kann und wie viel politische Verantwortung die eigene Heimat für jeden Einzelnen bedeutet. Dabei kommt auch eine weitere Frage auf: Wem gehört die Stadt? Den Beamten, die sie verwalten? Den Bauherren, die sie kaufen? Oder den Menschen, die sie bewohnen?

Das Helios-Areal gilt als Herzstück des Kölner Stadtteils Ehrenfeld: Mit seinem weithin sichtbaren Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert, mit den alten Werkhallen, in denen sich Clubs und Konzerträume, Werkstätten und Kreativbüros eingerichtet haben, und mit den vielen Brachflächen dazwischen verkörpert das idyllisch-heruntergekommene Gelände das besondere "Potenzial" eines früheren Arbeiterviertels, das gerade zum In-Viertel wird.

Doch wo die Ehrenfelder einen ihrer letzten alternativen Lebensräume am Rande einer dicht bebauten Innenstadt bewahren möchten, sehen Investoren und Stadtplaner vor allem ein riesiges ungenutztes Grundstück in Bestlage, das immer weiter zu verfallen droht. Hier könnte so vieles entstehen, so viel gebaut und so viel Geld verdient werden. Großinvestor und Bauunternehmer Bauwens-Adenauer entscheidet sich für ein Einkaufszentrum.

Der Protest lässt nicht lange auf sich warten. Gastronomen und Handwerker, deren Existenz durch den geplanten Abriss auf dem Spiel steht, aber auch Anrainer und Nachbarn sehen die Shopping Mall als Bedrohung für die gewachsene Infrastruktur und für den Einzelhandel des Viertels. Unterschriften werden gesammelt und eine Bürgerinitiative gegründet, deren Arbeitsgruppen nachhaltige und bürgernahe Konzepte zur Nutzung des Geländes erarbeiten wollen. Mit Unterstützung von Bezirksbürgermeister Wirges, dem die Menschen in "seinem Veedel" am Herzen liegen, kommt es zu einem Bürgerbeteiligungsverfahren, in dem Vertreter der Stadt zwischen den Interessen von Wirtschaft, Politik und Bürgerschaft vermitteln und abwägen sollen. Bald stehen erste Modelle im Raum. Kulturstätten, bezahlbarer Wohnraum, ein Park wäre schön, oder doch lieber ein Parkhaus? Visionäre und Pragmatiker, Radikale und Resignierte streiten über Machbarkeit und Kompromisse. Doch am Ende des konfliktreichen Prozesses steht eine Lösung, die so niemand erwartet hätte. Protagonisten:
Hanswerner Möllmann, Paul Bauwens-Adenauer, Josef Wirges, Almut Skriver, Sabine Voggenreiter, Christiane Martin, Andrea Rauber, Andreas von Wolff, Anne Luise Müller, Erol und Özgül Günes, Markus Buchal.

"Wem gehört die Stadt - Bürger in Bewegung" ist der erste Film der Reihe "100% Leben - Wir könn(t)en auch anders". Es folgen "Remake, Remix, Rip-Off" am 11. Juli, "Die Erfindung, mein Vater und ich" am 18. Juli und "Der letzte Remix" am 25. Juli 2016.

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