Am Ende sieht es ganz leicht aus

Kameramann Martin Farkas über den Film

Als ich zum ersten Mal das Drehbuch von "Der Tote im Spreewald"
las, konnte ich mir den fertigen Film gar nicht vorstellen.
Normalerweise entstehen in meinem Kopf schon beim allerersten
Lesen eines Drehbuchs viele Bilder und ganze Sequenzen. Aber ich
fühlte mich herausgefordert von den vielen erzählerischen Ebenen und traf auf einen Regisseur, dessen bisherige Arbeiten ich sehr schätze und einen Produzenten, der sehr engagiert war.

Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl, l.), Dr. Kappler (Katja Studt, m.) und Polizist Fichte (Thorsten Merten, r.) auf einem Boot
Kommissar Thorsten Krüger (Christian Redl, l.), Dr. Kappler (Katja Studt, m.) und Polizist Fichte (Thorsten Merten, r.) auf einem Boot Quelle: ZDF

Von der ersten Motivsuche, über die ausführliche, konzeptionelle Phase, über die intensiven Dreharbeiten bis zum endgültigen Colourgrading, entwickelte sich der Film organisch immer weiter. Viel mehr als ich das von anderen Projekten kenne - genau das ist aber das Geheimnis von Film, dass man es eben nicht in einer anderen Sprache ausdrücken kann. Und dann macht Film Spaß und kann einem etwas geben.

Präzise Entsprechung in Bildern

Wir hatten das Glück, mit einem besonderen, außergewöhnlichen Schauspielerensemble zu drehen, das zusammen mit dem Regisseur in großer Genauigkeit und Liebe diese vielen Ebenen mit Leben füllte. Und dafür die Bilder zu entwickeln, zu suchen und zu finden - für eine Geschichte über das Abschiednehmen, über das Vereist- und Totsein und über das vorsichtige Auftauen/lebendig werden, das war großartig im Spreewald. Wir bekamen sogar die Möglichkeit, in der sogenannten Kernzone des Spreewaldes zu drehen.


Die verschiedenen Jahreszeiten, die ganz vielen verschiedenen inneren und äußeren Stimmungen, brauchten eine präzise Entsprechung in den Bildern; gleichzeitig ist Erinnern viel mehrdimensionaler. Das geht dann soweit, dass Nadja Uhl in einer Szene mehrmals physisch vom Winter in den Sommer wechselt. Was das für die Schauspieler und für das ganze Team bedeutet, kann man kaum überschätzen. Wenn es fertig ist, sieht es ganz leicht, eindeutig und offensichtlich aus. So soll es sein, und so kann es auch nur Film!

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