Armin Rohde

Vom Clown zum Charakterdarsteller

Bei Pierre Byland ließ er sich zum Clown ausbilden. Mit Rollen in Kino-Hits wie "Schtonk", "Kleine Haie" und "Der bewegte Mann" avancierte Armin Rohde Anfang der 90er Jahre zu einem der bekanntesten deutschen Schauspieler. Im Fernsehen sorgte er 2003 mit "Das Wunder von Lengede" für Furore.

Lars Becker (l.) gibt Regieanweisungen am Set des Kriminaldauerdiensts. Neben ihm sind Armin Rohde (m.) und Barbara Auer (r.) bereit für ihren Einsatz. Quelle: ZDF/Stephan Persch

Durchbruch mit "Bierchen"

Als eines von vier Kindern eines Berg- und Fabrikarbeiters 1955 in Gladbeck geboren, beendete Armin Rohde seine Schullaufbahn vorzeitig: Da er sein schauspielerisches Talent damals im Unterricht als "Pausenclown" zu offensichtlich zur Schau gestellt hatte, wurde er von der Schule verwiesen. Seiner Neigung entsprechend machte er in Frankreich eine Clownausbildung und bewarb sich, nach Zwischenstationen als Fabrikarbeiter, Reiseleiter und Postsortierer, schließlich erfolgreich um eine Schauspielausbildung an der Folkwang-Schule in Essen. Nach seiner Ausbildung wurde er am Theater in Bielefeld engagiert (1984 bis 1986) und gehörte anschließend zum festen Ensemble des Schauspielhauses Bochum (1987 bis 1995), wo er vorwiegend klassische Rollen spielte. Mit "Oedipus" von Sophokles wurde er 1993 als erster Schauspieler in einem Solo-Stück zum Berliner Theatertreffen eingeladen.

Auszeichnungen als Charakterdarsteller

Seit 1991 wirkte er in zahlreichen Kinoproduktionen mit. Durch die Darstellung des "Bierchen" in "Kleine Haie" bekannt geworden, wurde zunächst das Image als raubeiniger, aber sympathischer "Prolo" mit Goldkettchen und Lederkluft zu Armin Rohdes Markenzeichen. Auch in Sönke Wortmanns Universitäts-Satire "Der Campus" (1997) mimte er einen großschnäuzigen Proleten.Zunehmend konnte er in der Folge aber auch seine Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen: In "Rossini" (1997) war er als Chirurg zu sehen, in "Lola rennt" (1998) als Aufzugwärter. Auch im Fernsehen übernahm er seit Ende der 90er Jahre tragende Rollen und wurde im Jahr 2000 für seine Leistungen als bester Charakterschauspieler mit der Goldenen Kamera ausgezeichnet.

Nach zahlreichen Fernsehfilmen wie "Gefährliche Freundin" von Hermine Huntgeburth (1996), "Das Gelbe vom Ei" von Lars Becker (1998) und der "Pommery"-Reihe des ZDF von Manfred Stelzer erhielt er 2003 den Bambi als "Bester Darsteller" in der Produktion "Das Wunder von Lengede", sowie im darauffolgenden Jahr den "Grimme-Preis". 2006 übernahm Rohde unter anderem die Titelrolle in "Der Räuber Hotzenplotz", einer Neuverfilmung von Ulrich Limmer und Gernot Roll.

Aktuelle Filme

Zu seinen jüngsten Projekten gehören auch Ludi Boekens Kino-Drama "Unter Bauern" (2009), eine reale Geschichte über die Verfolgung der jüdischen Familie Spiegel, zum anderen der Event-Zweiteiler "Der Vulkan" (2009, Regie: Uwe Janson). Im Herbst 2010 ist er im Kino in "Jud Süß - Film ohne Gewissen" zu sehen, worin es um die Entstehung des gleichnamigen antisemitischen Propagandafilms geht. Neben der Schauspielerei hat Armin Rohde im Herbst 2009 seine Autobiografie "Größenwahn und Lampenfieber" veröffentlicht. Darin verrät er die Wahrheit über das Leben als Schauspieler.

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