Chatprotokoll zu "Und alle haben geschwiegen"

Sachbuch- und Spiegelautor Peter Wensierski, Drehbuchautorin Andrea Stoll, ZDF-Redakteurin Esther Hechenberger und die Autorinnen der Dokumentation, Gesine Müller und Anja Kindler standen im Anschluss an die Sendung zum Chat zur Verfügung. Im Folgenden können Sie das Protokoll nachlesen:

[zdf]moderator: Guten Abend und herzlich willkommen im Chat zum Fernsehfilm "Und alle haben geschwiegen"!

Gast319 (Gast): Hallo

Gast514 (Gast): Ist hier jemand im Chat?

Gast69 (Gast): super film!

Gast520 (Gast): Ich finde den film nicht gut dargestellt

Gast66 (Gast): Guten Abend!

[zdf]moderator: Der Chat mit unserem Team von Fachleuten beginnt gegen 21.45 Uhr.

wirbraucheneinerevolution: ja, aber meine Nachrichten werden grundsätzlich nicht veröffentlicht...

[zdf]moderator: Sie können gerne schon Fragen stellen. Wir sammeln die eingehenden Fragen und leiten sie nacheinander an unsere Gäste weiter. Bitte schreiben Sie dazu, an wen sich Ihre Frage richtet.

Gast69 (Gast): Ich finde die ältere Louisa unauthentisch....

Gast427 (Gast): Es ist unfaßbar, und ich überlege, nun doch auszutreten..

Gast520 (Gast): Wer sind denn diese fachleute?

[zdf]aring: Sachbuch- und Spiegelautor Peter Wensierski, Drehbuchautorin Andrea Stoll, ZDF-Redakteurin Esther Hechenberger und die Autorinnen der Dokumentation, Gesine Müller und Anja Kindler, beantworten Ihre Fragen ab 21.45 Uhr hier im Chat.

Gast431 (Gast): wer sind ihre gäste? wie heissen sie?

[zdf]moderator: Unsere Gäste heute Abend sind Sachbuch- und Spiegelautor Peter Wensierski, Drehbuchautorin Andrea Stoll, ZDF-Redakteurin Esther Hechenberger und die Autorinnen der Dokumentation, Gesine Müller und Anja Kindler.

Gast346 (Gast): Hi

ptw48: Der Film berührt mich persönlich sehr, erinnert mich an meine Jugend. Oder an die Bücher von Franz Innerhofer (schöne Tage, Schatseiten) und an die Bücher von Alice Schwarzer

Matze1010: mich macht der Film sehr nachdenklich, wenn ich mir vor Augen führe, wie viel schlechtes die kirchen in die welt gebracht haben

Unknow: wieso werden unsere Fragen nicht veröffentlicht?

wirbraucheneinerevolution: die Kirche getan hat...sie macht es doch noch heute!!

Gast524 (Gast): Mich macht dieser Film sehr wütend, denn ich ähnlicher Form den Religionsunterricht erlebt. Die Kirchen stehen bis heute nicht egal in welcher Angelegenheit zur ihrer Verantwortung. Und wenn ich heute daran denke, was alles im Namen des Herrn noch heute passiert macht mich dies sehr wütend.

[zdf]moderator: Dieser Chat ist moderiert. Wir sammeln die eingehenden Fragen und leiten sie nacheinander weiter.

Gast148 (Gast): Beruht der Film auf eine tatsächliche Begebenheit?

Andrea Stoll: Nein, die Handlung ist fiktional. Aber die Recherchen haben viele Schicksale einfließen lassen, einzelne Motive aus Dokumenationen und Lebensberichten aufgenommen.

wirbraucheneinerevolution: du darfst hier nicht regimekritisch schreiben, und wenn du es doch tust, wird es nicht veröffentlicht.

Matze1010: Ganz einfach diese Organisationen verlassen, denn eine Daseinsberechtigung haben sie nicht

Gast625 (Gast): beeindruckender und krass dargestellter film, doch wie realitätsnah is der film zu früher?

Andrea Stoll: Wir haben uns um eine große historische Genauigkeit bemüht, es ging uns um Wahrhaftigkeit und eine größtmögliche Authentizität der dargestellten Schicksale.

Gewaltgegenkinder2013: Es ist eine Sauerei,was die Kirche sich da herausgenommen hat. Mit Nächstenliebe hat das ja wohl gar nichts zu tun. Abartig!,,

joergy: Es ist doch offenbar etwas nach draussen gedrungen, wieso hat niemand eingegriffen?

Doku-Autorinnen: Man hat an das Prinzip "Zucht und Ordnung" gegelaubt, hatte großen Respekt vor der Obrigkeit und hat den Heimkindern in den meisten Fällen nicht geglaubt

Gast535 (Gast): Hallo, ein ganz toller bewegender Film!

Esther Hechenberger: Danke für dieses Lob, wir geben es sehr gerne an sämtliche Beteiligte weiter, die alle für dieses Projekt sehr großen Einsatz gezeigt haben.

Matze1010: alles im Namen des Herrn!

Georg Muenz: Warum delegiert unser Staat nach wie vor eine seiner ureigene Aufgaben, nämlich die Ausbildung unserer Kinder , immer mehr an diese Kirche??? Das ist ein Skandal!

Gast111 (Gast): hallo, dieser film berührt mich sehr, und er lässt meine schlimme kindheit wieder aufleben!! auch ich bin in einem heim aufgewachsen mit all diesen schlägen usw.

Doku-Autorinnen: Danke für Ihre Nachricht! Wir wünschen Ihnen alles Gute!

Gast257 (Gast): der Film zeigt leider nur den Bruchteil der Wahrheit

Andrea Stoll: das sehen wir auch so. Aber um auf diese Thematik aufmerksam zu machen, kann man nicht alle Grausamkeiten zeigen. Wir wollten mit diesem uns am Herzen liegenden Thema primetime fähig bleiben, also zur besten SEndezeit um 20:15 die Menschen erreichen. das wäre sonst nicht möglich gewesen.

Gast164 (Gast): Der Film war ok

Gast256 (Gast): Leider fühlt sich die Kirche bis heute nicht schuldig

Gast180 (Gast): Hallo

Unknow: Ja klar die größten Verbrecher verstecken sich hitern den Namen des Herren

Fozzy_Bear: Weil nichts ist, was nicht sein darf

Gast678 (Gast): dieser Film war sehr gut und vor allem erschütternd

Gast477 (Gast): Aber nicht nur in katholischen Heimen war es so

maddin_81: ein wirklich sehr bewegender film, der zum nachdenken anregt....und für mich persönlich wieder ein mosaikstein über das bild, dass ich von der kath. kirche habe

Elli08: Gab es dieses Heim wirklich 'Falkenstein'? War der Dräger die Diakonie?

Andrea Stoll: Nein, das Heim ist eine Fiktion. Aber es ist tatsächlichen diakonischen Heimen mit größtmöglicher Genauigkeit nachgebildet.

Elli08: Wenn der Film fiktional ist? Warum groß die Diakonie nennen?

Andrea Stoll: Weil gerade auch in diakonischen Heimen solche Dinge vorgefallen sind, das ist in dem Sachbuchbestseller von Peter Wensierski "schläge im Namen des Herrn" nachzulesen.

Gast678 (Gast): reicht schon wenn man vor augen geführt bekommt, wie es in heimen vor sich geht furchtbar

hannes1612: Selbst wenn nur die Hälfte von dem was im Film dargestellt wurde stimmt, so ist das mehr als eine Schande für die Kirche und durch nichts zurechtfertigen!

Gast140 (Gast): der film zeigt, dass Freiheit in all seinen Facetten das höchste Gut ist. Die Kirche unterstützt die Freiheit nicht. Hat sie NIE. Mit ihren Dogmen versucht sie immer noch stille Macht auszuüben. Die katholische Kirche ist ein veraltetes Konzept und man sollte niemanden mehr in diesen Verein schicken, ohne das er/sie vorher gefragt wird oder es mit vollem Bewusstsein tut.

Elli08: Aber warum nur groß den Namen der Diakonie nennen?

Andrea Stoll: Weil der Name der Diakonie vorher nicht mit solchen Vorfällen in Verbindung war - aber gerade auch in diakonischen Heimen solche Dinge vorgefallen sind. Leider.

LilithEnelya: Wie kann man als Mensch ein Kind so behandeln? Nur der Gedanke zerreist mir schon mein Herz

[zdf]moderator: Zur Info: Dieser Chat ist moderiert. Wir sammeln Ihre Fragen und leiten sie nacheinander an unsere Gäste weiter.

Gast270 (Gast): der film zeigz nicht mal annähernd was wirklich passiert ist.

Esther Hechenberger: Ja, das ist uns bewusst. Aber wir hielten es für wichtig, dieses Thema einem großen Publikum zugänglich zu machen. Wie schlimm es wirklich war, erzählt auch die Doku im Anschluss.

Unknow: Was waren die konziquenzen für die Kirche??? Steuern und mehr Geld??

Doku-Autorinnen: Beide großen Kirchen haben vor 2 Jahren in einen Hilfsfond eingezahlt. Mit diesem Geld sollen die ehemaligen Heimkinder für die geleistete Arbeit und das Leid entschädigt werden.

ElkeM.: Gibt es eigentlich Aussagen oder Begründungen, weshalb man mit einer solch unmenschlichen Brutalität vorgegangen ist?

Doku-Autorinnen: Man glaubte an Zucht und Ordnung, Überreste der Erziehungsmethoden aus der Nazizeit. Die Kirchen und staatliche Verbände können sich die Brutalität aus heutiger Sicht nicht mehr erklären.

Gast168 (Gast): Sehr guter Film! Absolut sehenswert, wenn auch stellenweise schwer durchzuhalten!

Esther Hechenberger: Danke. Die Reallität für die Opfer war soviel schlimmer als wir es in dieser fiktionalen Verarbeitung zeigen konnten. Peter Wensierski gibt ihnen in seinem Sachbuch eine Stimme

Staffelberger rainer: ich bin heute noch mit 63 Jahren stolz darauf, dass wir uns , wie Buchenwald, selbst befreit haben.

Gast1103 (Gast): Es gab diese Zustände auch vor im Film angegebenen Zeit. Mein Vater ist vor dem 2. Weltkrieg in einem katholischen Weisenhauim Eichsfekd s aufgewachsen und mit 17 Jahren von dort ausgerissen.

Andrea Stoll: Wir wissen das. Aber das auch nach dem Krieg, in der Demokratie solche Dinge passiert sind, hat uns sehr erschüttert.

mimo22: Der Film war harmlos.Ich habe schlimmere Sachen erlebt

Unknow: ja mit unseresn Steuergeldern oder wie

Gast625 (Gast): keine persönliche entschuldigun...

muellermamub: was kann man tun, wenn es heute solche Zustände gibt, die Heimleitung alles dzfür tut, dass die Kinder nahezu keinerlei Außenkontakte haben?

Doku-Autorinnen: Es ist wichtig, das Gespräch zu suchen und immer wieder auf die Mißstände aufmerksam zu machen!

LilithEnelya: Er sprach von einer Einrichtung Freistatt im Moor... wir haben hier in der Gegend so eine Einrichtung mit dem Namen... Ob er das wohl meinte...

Peter Wensierski: Diakonie Freistatt ist in der Nähe von Bielefeld, eine evangelische Einrichtung der Bodelschwinghschen Anstalten, dort musste im Mor Torf gestochen werden, die Kirche hat das als Brenntoff verkauft

Gast554 (Gast): das ist schön aber geld heilt keine herzen

Staffelberger rainer: entschädigt, mit max 10 Millle für den Diebstahl unserer Jugend?

Matze1010: Mit keinem Geld der Welt, kann so ein Martyrium wieder gut gemacht werden.

vegapollux: Wäre das Verhalten der Nonne nach damaligen Maßstäben strafbar gewesen? Oder war es erlaubt? Oder eine Grauzone?

Andrea Stoll: Es war üblich, ein Teil des Systems der Heimerziehung, dass darauf abzielte den Willen des Einzelnen zu brechen, das Individuum für die Gesellschaft gefügig zu machen.

Gewaltgegenkinder2013: Ich glaube das nicht,,,

Gast229 (Gast): Ein großes Lob für diesen Film, endlich wird die Realität der Heimerziehung in den 60er Jahren einmal auf Leinwand gebannt. Ich hoffe dieser Film hat Konsequenzen für die Kirchen.

Andrea Stoll: Das hoffen wir auch!

JensN: Die Kirchen sind wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu belangen.

Peter Wensierski: Die Taten der Erzieher sind alle verjährt - jursitisch

Gast1100 (Gast): Ich selbst habe ähnliches 1974 in einer Pfegefamilie in Schleswig Holstein erlebt. Die eigenen Kinder wurden gehegt und gepflegt und wir Pflegekinder mußten in ihrer Baumschule Arbeiten. auch da gab es niemanden der uns geholfen hat

Matze1010: Kirche und Nationalsozialismus haben mal eng zusammengearbeitet.

Gast427 (Gast): Ich bin zutiefst schockiert

tholzborn: Leider kann kein Geld der Welt dieses Unrecht jemals aufwiegen. Da haben die Kirchen große Schuld auf sich geladen.

Gast2134 (Gast): warum stoppt der Chat denn ständig und man muss aktualisieren? :-(

Gast572 (Gast): Das Ganze "Zucht und Ordnung"-Gelaber sieht für mich wie eine Diktatur aus! Doch wie konnte sich die katholische Kirche so eine Diktatur kurz nach der NS-Zeit überhaupt leisten?

Doku-Autorinnen: Hier kommen menschliche Schwäche und fehlende Qualifikation zusammen.

Gast1130 (Gast): ein sehr bewegender film

Meike123: Ich habe bisher nur am Rande von den Missbrachsfällen in den kirchlichen Heimen mitbekommen. Den Film fand ich sehr eindrücklich.

[zdf]moderator: @Gast2134: Unter "Einstellungen" können Sie die Scrollgeschwindigkeit des Chats wählen.

Gast275 (Gast): der Film ist hervorragend gemacht und es ist sehr mutig, dass dieses Thema so kritisch behandelt wurde. Auch ausgezeichnete Schauspielerinnen und Schauspieler. Der Film hat mich sehr aufgewühlt und wütend gemacht auf die Täterinnen und Täter. :-(

Peter Wensierski: Ich stimme Ihnen zu, der Film zeigt den vielleicht schwärzesten Fleck in der Geschichte der Bundesrepublik.

Angela Jung: ein sehr berührender Film, der mich sehr wütend macht, wenn ich daran denke, dass die Kirche im Januar die Kriminologische zum Missbrauch gestoppt hat. Diese Ignoranz und Arroganz ist infam.

Andrea Stoll: Das Thema ist nicht vom Tisch. Bei einer Vorführung im Bundestag sprachen Abgeordnete von der Hoffnung, dass durch diesen Film wieder Bewegung in die Sache kommt.

Gast257 (Gast): Liebe Frau Stoll, nur die schonungslose Wahrheit lässt aufrütteln - leider...

Andrea Stoll: Wir haben uns genau darum bemüht - auch wenn wir wissen, dass wir nur die Spitze des Eisbergs zeigen können.

Gast618 (Gast): Guten Abend, womit wurden diese Kinder entschädigt und was ist mit der Kirche passiert

Peter Wensierski: Betroffene können sich bei sogenannten regionalen Anlaufstellen des Runden Tisches Heimerziehung melden und Ansprüche stellen.

Gast572 (Gast): toller film, hat mir super gefallen!

Andrea Stoll: Das freut uns alle sehr!

Gast188 (Gast): Ich bin erschüttert, dass man so mit Heranwachsenden und Kindern umgehen konnte. Klar, es war nicht nur in kirchlichen Einrichtungen so und nicht nur im Westen. Ich muss regelrecht schlucken, um es zu verdauen. Hochachtung vor allen, die sich geöffnet und darüber geredet haben.

Doku-Autorinnen: Wir danken unseren Protagonisten für ihren Mut und ihre offenen Worte! Die Reise in die Vergangenheit fiel den meisten sehr schwer.

Gast133 (Gast): wie auch immer dieser film dramaturgisch umgesetzt ist... (nicht wirklich gut. d.h. zuviel typisch deutsche theater-drama-atmosphäre, wodurch das thema in "kunst" abhebt) … das thema an sich ist erschütternd. ---- wer hat diesen film produziert? bitte nächstes mal jemand anderen mit sowas beauftragen :)

Andrea Stoll: Die Meinungsfreiheit ist ein hohes Gut;);)

Gast2131 (Gast): Nach der Beschäftigung mit der Kirche wurde mein Hass immer größer !

ptw48: Mit Geld kann man NICHTS gutmachen, es ist eine ehrliche Entschuldigung der Täter und aller Mitwissenden nötig.

Gast270 (Gast): 5 jahre prügel, demetütigung, das wae dem jugendamt egal..

Peter Wensierski: Die Jugendämter haben weg geschaut, wer sich noch gar nicht zu Wort gemeldet hat, das sind die Vormundschaftsrichter, die die Kinder meist ohne Anhörung ins Heim geschickt haben

Gast398 (Gast): Hallo, wer hat die Mittel für den Hilfsfond zur Verfügung gestellt? Kirche oder Staat?

Doku-Autorinnen: Beide großen Kirchen, Bund und Länder, insgesamt 120 Millionen für ehemalige Heimkinder in Westdeutschland.

vegapollux: Sicherlich gab es die Verhältnisse in allen Konfessionen. Auf Twitter aber z. B. liest man zum Film ausschließlich katholisch-kritische Kommentare. Im Film wurde ein Diakonen-Heim (protestantisch) gewählt. Sicherlich haben Sie sich lange überlegt, ob man eine katholische oder protestantische Einrichtung zeigt. Wie fiel die Entscheidung?

Esther Hechenberger: Ja diese Verhältnisse gab es in beiden Konfessionen gleichermaßen. Wir haben uns für ein protestantisches Heim entschieden, um nicht auf die dauernden Debatten rund um die katholische Kirche "aufzuspringen" - das hätte für uns zuviel Aufmerksamkeit von den Zuständen ansich, die wir erzählen, abgezogen. Und schließlich hatte auch der sehr schwierig zu findende Drehort Einfluss auf diese Entscheidung.

Gast6129 (Gast): Was ist mit Luisa passiert als sie aus der Intensivstation rausgekommen ist bis zu dem Zeitpunkt wo sie nach Amerika gegangen ist

Andrea Stoll: Sie wurde einem Vormund unterstellt, der sie in seiner Familie leben ließ - in der fiktiven Geschichte, die ich mir als Drehbuchautorin zu dieser Figur ausgedacht habe.

Gast610 (Gast): Passiert so was heutzutage auch noch?

Peter Wensierski: Überall da, wo niemand hinsieht, niemand kontrolliert - Jugendämter schicken Kinder etwa zu Bauern nach Rumänien

Gast678 (Gast): Ich hab das Gefühl das es heute noch solche Heime gibt bzw solche Behandlungsweisen aber immer brav verschwiegen wird

Doku-Autorinnen: Unsere Erfahrung ist eine andere, wir können aber natürlich nicht für alle Einrichtungen sprechen.

Moni61: Warum werden meine Beiträge nicht gezeigt?

Gast431 (Gast): Hallo Herr Wensierski , ich arbeite immer noch an meinem Thema Gewaltschule Etterzhausen / Domspatzen!

Peter Wensierski: Dort wird Öffentlichkeit auch helfen, bleiben Sie unbedingt darn!

Gast363 (Gast): ja esw stimmt ganz genau was im film erzählt wurde

Doku-Autorinnen: Der Film basiert auf dem Sachbuch "Schläge im Namen des Herren" von Peter Wensierski

[zdf]moderator: @Moni61: Wir leiten Ihre Fragen nacheinander an die Gäste weiter.

Kopfwerk: Der Chat ist zu klein und so schnell kann man nicht lesen ..

mimo22: Was kann an so einem Film super gefallen.

Gast6119 (Gast): Sehr guter Film, schwer zu ertragen! Meine Konsequenz: Morgen trete ich aus der Kirche aus!

Andrea Stoll: Diese Konsequenz haben viele gezogen. Aber wie in jeder Gemeinschaft und in jeder Institution gibt es solche und solche- also auch Menschen, die ihre Verantwortung Ernst nahmen.

[zdf]moderator: @Kopfwerk: Sie können unter "Einstellungen" die Scrollgeschwindigkeit des Chats einstellen.

Moni61: Endlich...

Gast5107 (Gast): jahrelang wurde ich gefoltert..habe geschrieben... wieder mal nicht zeigen ???

Gast267 (Gast): völlig richtig, dieses Thema endlich anzupacken....da gibt's noch mehr Schmutz in unserer Gesellschaft

Gast2139 (Gast): Ihr habt sehr viele Gefühle getreu wiedergegeben, mir sind die Tränen wieder gekommen

Gast3102 (Gast): Konnten die Kinder Kinder keine Briefe schreiben? Warum haben die Eltern nichts unternommen?

Doku-Autorinnen: Die Briefe wurden gelesen und zensiert. Briefe der Eltern kamen bei den Kindern oftmals nicht an. Es wurden auch gefälschte Briefe im Namen der Kinder an die Eltern geschrieben. Der Kontakt zu den Kindern wurde den Eltern auch teilweise untersagt.

Staffelberger rainer: Frau Stoll, es wird sich wieder im Sande verlaufen

Andrea Stoll: Das glaube ich nicht! Zu viele Menschen wollen eine Klärung und eine öffentliche Auseinandersetzung!

Gast5147 (Gast): Leider haben die Kirche eine zu große Lobby. Das solche Institutionen immer noch als Träger/Entscheider von Schulen/Kindergärten/Kliniken aktiv sein dürfen ist der eigentliche Skandal

Gast2159 (Gast): Geht sehr unter die Haut.

Gast554 (Gast): es gibt dinge die kann man mit geld nicht gut machen

Gast610 (Gast): Haben sie, die macher des Films persönlich mit Betroffenen gesprochen? Wie war das für sie?

Doku-Autorinnen: Wir, die Autorinnen der Dokumentation, haben persönlich mit den Betroffenen gesprochen. Es war sehr bewegend.

maddin_81: was hat das zdf bewegt, diesen film zu zeigen?

Esther Hechenberger: Alle am Film kreativ Beteilgten hat erschüttert, wie wenig bekannt diese gesamten Geschehnisse bis heute sind. Viele der Opfer haben bis heute geschwiegen. Manchen von ihnen haben erst durch diesen Film ihr Schweigen gebrochen. Allein dafür hat es sich gelohnt. Das Thema ist es wert erzählt zu werden.

Gast1156 (Gast): ist exakt dieser Film authentisch oder fiktiv?

Andrea Stoll: Der Film ist fiktiv - aber er stützt sich auf genaue Recherchen und hat Motive und Versatzstücke realer Geschehnisse aufgenommen und in der Geschichte unserer Hauptfiguren verdichtet.

Gast678 (Gast): Ich bin so schockiert ich kann nicht mal mehr weinen so tief geht meine Erschütterung

Gast2172 (Gast): @ Gast6119: eine gute Konsequenz - aber es ist eben nicht nur die Kirche. Nur die tragen das Kreuz der Nächstenliebe hoch vor sich her ...

Gast2139 (Gast): Dieser Film war nur ein Ausschnitt von einem Teil der Jugend

Gast585 (Gast): welche Gedenkstätte ist das heim heute? heisst es immer noch "Fuldatal"?

Andrea Stoll: Das ist heute die Gedenkstätte Breitenau in der Nähe von Kassel und kann besichtigt werden.

Gast136 (Gast): ich bin so froh das es endlich alles mal öffentlich gemacht wird.....

Gast396 (Gast): hoffentlich kommen weitere Beiträge dieser Art, um die Menschen aus dem Umfeld wachzurütteln und die das die schuldigen endlich öffentlich Rede und Antwort stehen müssen

Gast1156 (Gast): dankeschön - und auf wiedersehen.

Gast136 (Gast): warum kann ich nicht lesen was ich geschrieben habe?

Kopfwerk: Gast 136 .. das sehe ich auch so

Unknow: wieviel haben die als Entschädigung bekommen?

Doku-Autorinnen: Hier wird unterteilt in Rentenansprüche für die geleistete Arbeit und Entschädigung für das Leid.
Ab dem 14. Lebensjahr erhalten die Heimkinder 300,-Euro/Monat für die geleistete Arbeit in der Küche, Gärtnerei etc, ansonsten können sie Sachleistungen beantragen wie zum Besipiel Möbel etc.
Kritiker sagen, dies sei erneut eine Bevormundung.

[zdf]moderator: Weil wir die meisten Fragen direkt an die Experten weiter geben, die versuchen nacheinander die einzelnen Fragen zu beantworten und dann in den Chat zu stellen!

wirbraucheneinerevolution: schaut die Doku und ihr erlebt dass es die Wahrheit ist!

Gast136 (Gast): danke

Gast291 (Gast): ich bin so oft dort weggelaufen und nachdem es dann nach ca.1 1/2 jahren nicht mehr ging hat meine mutter mich wieder nach hause geholt.

Gast148 (Gast): Hatten die Täter vielleicht Nationalsozialistische Wurzeln, der Verdacht drängt sich ja geradezu auf, ist das schon mal (vielleicht statistisch) untersucht worden?

Doku-Autorinnen: Es gab einige "Erzieher", die keine pädagogische Ausbildung, dafür aber eine militärische Ausbildung zur Nazi-Zeit hinter sich hatten.

Gast256 (Gast): Falls es eine Hölle gibt, werden sich dort viele Pfarrer und Nonnen wiederfinden. Ich bin schon lange aus der Kirche ausgetreten und versuche dies auch meinem Kind zu vermitteln. Alle Weltreligionen versuchen mit Gewalt ihre Ansichten zu verbreiten. Bei keiner der drei Weltreligionen ist die Frau gleichberechtigt.

Gast267 (Gast): ....es ist nicht NUR die Kirche....es sind Alle, die es mit ansahen!!!!!

Gast4124 (Gast): Glückwunsch zu diesem grandiosen Film! Mehr hätte man dem Zuschauer leider auch um nicht zumuten wollen oder können.

Esther Hechenberger: ja so ist es leider. Mehr konnten wir nicht zeigen. Wir hoffen aber, dass viele Zuschauer wachgerüttelt wurden - gerade die, denen diese ZUstände bisher nicht bekannt waren.

ptw48: Danke für diesen Film, es hilft mir wieder, einen Teil meiner Jugend zu bewältigen. Ich muss mich meiner Vergangenheit stellen.

Gast2139 (Gast): noch mal ein Kompliment an die Schauspieler

Gast2194 (Gast): ich wurde im kindergarten in eine dunkelkammer gesperrt

Gast291 (Gast): ich habe sher viel aggression während dieser zeit aufgebaut und hatte aber auch gleichzeitig angst immer mich zu wehren.ich war immer der prügelknabe von allen und jedermann.

Gast3196 (Gast): hallo die menschen wollen nichts mehr hören

Gewaltgegenkinder2013: Und werden sie entschädigt?..

Doku-Autorinnen: Sie werden entschädigt. Ehemalige Heimkinder kritisieren aber die Bevormundung bei der Antragstellung. Sie erhalten Sachleistungen erst nach Beibringung von Kostenvoranschlägen.

Gast3191 (Gast): Ich war ja vor ein paar Jahren schockiert, als ich "Die unbarmherzigen Schwestern" über die Magdalenenheime in Irland gesehen habe, in denen Mädchen und Frauen manchmal lebenslang eingesperrt waren. Da dachte ich noch, in Deutschland wäre sowas nicht möglich gewesen, da war die Kirche nicht so mächtig. von wegen

Gast1160 (Gast): Mir stehen immer noch die Tränen im Gesicht und meine Kehle ist zugeschnürt - es sind genaau die Bilder die ich erlebt habe....

Gast111 (Gast): dieses leid was man erfahren hat, kann man nicht mit geld entschädigen!

Doku-Autorinnen: Das empfinden die meisten ehemaligen Heimkinder so.

Gast2108 (Gast): Was kommt noch alles ans Tageslicht ? Ist es noch möglich an die Kirche zu glauben ? Was ist Nächstenliebe ? Dieser Film hat mich sehr bewegt und regt nicht nur zum nachdenken an,aber auch der runde Tisch wird im Sand verlaufen und nichts bringen,die Kirche hat noch nie Fehler eingestanden und wird es nie tun,geschweige sich zu entschuldigen oder Hilfe zu leisten!!!

Gast585 (Gast): man solte die Sprüche an dieser Wand mit Patina einreiben, damit sie besser sichbar werden!!

[zdf]moderator: Sachbuch- und Spiegelautor Peter Wensierski, Drehbuchautorin Andrea Stoll, ZDF-Redakteurin Esther Hechenberger und die Autorinnen der Dokumentation, Gesine Müller und Anja Kindler, beantworten Ihre Fragen hier im Chat.

Kopfwerk: gute Nacht .. Grüße an alle die sich so viel Arbeit gemacht haben .. und noch mal danke an Peter Wensierksi ..

Gast130 (Gast): Wie stehen sie dazu, dass die Diakonie noch heute im Jahr 2013 die Menschen ausnutzt und für sich arbeiten lässt? Und dafür werden sie auch noch fürstlich bezahlt. Die Diakonie bekommt für jeden 1-Euro-Jobber monatlich 1500,-- Euro und nutzt die Arbeit der Leute für einen Euro die Stunde aus. Das ist moderne Sklaverei!!

Peter Wensierski: Die Diakonie ist deswegen schwer in die Kritik geraten. Das muss sich ändern, es trägt zur Unglaubwürdigkeit der Kirchen bei. Wer seine Leute selbst schlecht behandelt, hat Vertrauen verspielt.

Gast5184 (Gast): warum sehe ich meinen Beitrag nicht?

[zdf]moderator: Gast5184 wahrscheinlich haben wir ihn an einen der Experten weitergeleitet

Gast585 (Gast): habe ich das richtig verstanden handelte es sich um einen Petitionsausschuß (teilweise öffentlich?) oder auf Antrag jedenfalls eine Zeit lang zugäänglich gewesen, haben das alle gewusst?

Doku-Autorinnen: Es gab einen Runden Tisch, der erst auf Initiative der Betroffenen ins Leben gerufen wurde. 2006 fand eine Anhörung der Betroffenen statt. Die brachte den Stein ins Rollen.

Gast396 (Gast): einen von den Nazis perfekt "geschulten" Lehrer hatten wir auch, ausser draufhauen konnte der nichts

Staffelberger rainer: die meisten Erzieher im Staffelberg waren ehemalige Bergleute, Schaustellergehilfen etc.

Gast2139 (Gast): Der Deutsche Rentenbund erkennt keine Zwangsarbeit unter 14 Jahren an, es wäre Illegal. Wie kann das dann bezeichnet werden um Gerechtigkeit zu erlangen??

Peter Wensierski: Die Arbeit in den Heimen war ein großes Unrecht. Die Firmen, für die gearbeitet wurde, haben sich bisher der Verantwortung entzogen.

Gast136 (Gast): ich wurde im Heim nicht gesdchlagen aber immer wuieder gedemütigt bis aufs Blut....damit habe ich heute noch zu tun....ichbin so froh das meine Kinder ein selbstwertgefühl haben....wenigstens das habe ich geschafft

Gast136 (Gast): ich danke Herrn Wensierski für seine Recherchen...

Eule2013: Ich kenne aus dieser Zeit einige Kinderheime im Unrechtsstaat DDR. Also das gab es das gab es da nicht. Ich bin erschüttert.

2013uwe066: Ich ich suche Kontakt zu ehemaligen die von 1974-1976 im Jugendwerk Wittenberg, Außenstelle Antoniusmühle auch waren

Gast585 (Gast): für manche sind dise Art Rentenansprüche wohll die Rettung, für die die quasi nach ihrer Heimarbeit nicht mehr zu normalen Arbeitsverhältnisen fähig später als psyvhisch Krank und arbeitsunfähig diagnostiziert als

Gast3196 (Gast): ich habe die erfahrung gemacht das eigendlich die umwelt kein interesse darn hat, wirklich das ganze elend zu erfahren, das währe zu viel

joergy: Die Doku gerade ist enttäuschend bisher...

Meike123: Warum haben die Kinder Nummern bekommen?

Doku-Autorinnen: Das war nicht in allen Heimen so. Vielfach trug die Wäsche der Kinder eine Nummer, die sie dann auch kennen mussten.

Gast678 (Gast): ich bin knallwach und vollkommen fertig dieser Film hat mal wieder gezeigt wie grausam Menschen sein können und dann noch gegen Kinder

Gast5199 (Gast): Wie konnte die Kirche das zulassen? So etwas hätte Gott nicht gewollt!!!

Peter Wensierski: Diese Frage haben vor allem die katholischen Orden nicht beantwortet, die viele Heime als Träger betrieben haben.

Gast267 (Gast): ....und das in den 6oer Jahren???????? das ist ja nicht zu glauben!!????

Esther Hechenberger: ja, das wir auch für uns eine große Motivation den Film zu machen. Denn dieser zeitliche Bezug ist beim ersten Lesen der Opferberichte nicht zu glauben. Mit den 60er verbindet man eben den Aufbruch und die Revolution. Auch im Schulunterricht hatte niemand von uns je mit diesem Thema Berührung gehabt.

Gast188 (Gast): Nächstenliebe ist nicht nur Sache der Kirche, sondern Bestandteil der Gesellschaft. Leider vergessen die meisten, dass sich Nächstenliebe nicht nur auf den engen Kreis Familie und Freunde bezieht.

Gast136 (Gast): tja Gast 5199 ich glaube Gott hat so einiges nicht gewollt was hier unten passiert

Steeni0202: Warum hat das niemand gestoppt. Das kann doch nicht unbemerkt geblieben sein. Mein Gott das waren Kinder!

Doku-Autorinnen: Das ist aus heutiger Sicht nicht mehr nachzuvollziehen. Die Menschen haben weggeschaut und haben den Betroffenen nicht geglaubt.

Kopfwerk: es ist ein Hohn wenn die Kardinaäle und Bischöfe heute behaupten sie hätten nichts gewusst. Na klar haben sie es gewusst. Kardinal Jäger hat im Jahre 1972 über die Presse gesagt .. in Hirtenbriefen auch, wer es wage zu behaupten die Geistlichen hätten Kinder missbraucht wird aus der Kirche verstoßen un dmit Strafanzeigen überhäuft .. Danach hat sich niemand mehr getraut - nach der "U.Meinhof Bambule" ein Wort gegen die Kirche zu erheben .. So viel zur Ehrlichkeit der Verantwortlichen ..

Gast5207 (Gast): @@013uwe066: schau mal in wkw oder anderen social network Plattformen nach - da wurde ich zumindest fündig

Gast6129 (Gast): Ich find es sehr gut dass sich die Betroffenen nach so vielen Jahren endlich geöffnet haben.

Doku-Autorinnen: Wir danken unseren Protagonisten sehr.

wirbraucheneinerevolution: nun versucht die Kirche das ganze auch noch auf die Nazis zu schieben, ich lach mich schlapp...

imkachen: das trifft leider auf diverse sogenannte soziale träger zu

Gast136 (Gast): die Diakonie hat sich doch keinen deut gebessert

Gast3211 (Gast): geht nicht

Gast2139 (Gast): Das hat der Film sehr anschaulich gemacht

Gast133 (Gast): sorry. mir ist beim text etwas abhanden gekommen. also nochmal: @ Gast396: man sich kann im deutschen fernsehen jeden tag die heftige realität ansehen. (wenn man dafür auf soaps und andere seichte verdummung verzichtet !) wichtig ist: dass man sich nicht nur 1 tag darüber aufregt, sondern das gesehene in sein alltagsbewusstsein integriert. das ist die beste möglichkeit ähnliches in zukunft zu verhindern. (zumindest zu be-hindern)

Gast1188 (Gast): Die Kirche versucht immer noch zu vertuschen, so wie sie es seit hunderten von Jahren macht

Lothar Thielen: Schade dass der Film nicht deutlich genug macht, dass es sich hier um ein reines Erziehungsheim handelt, in dem stark verwahrloste junge Menschen nach mehrfachen versuchen der integration erst nach richterlichen Beschluss eingewiesen wurden. Man spricht von Heimkindern nicht von Zöglingen. Das entschuldigt natürlich nicht die Form der Züchtigungen die unmenschlicch dort stattgefunden haben. Ich bin von 1953-1972 in einem nicht Erziehungsheim gewesen. Dort musste ich mehr die gesellschaftliche Willkür von Gewalt erfahren. Weniger die der Erzieher obwohl diese auch noch hart genug war.

Andrea Stoll: Genau das war es eben nicht! Es mussten Kinder und Jugendliche nicht stark verwahrlost sein- geringfügige Anlässe genügten, wie die Erkrankung einer alleinerziehenden Mutter oder die Anzeige eines mißgünstigen Nachbarn, um Kinder vom Jugendamt in ein Heim einweisen zu lassen. Natürlich gab es auch kriminelle oder verwahrloste Jugendliche. Aber auch das rechtfertigt keinen Sadismus und keine Grausamkeit, sondern benötigt Hilfe!

Gast447 (Gast): Geld ist keine Entschädigung und das Leid wird man den Opfern NIE niemals nehmen können. So hart es klingt, aber ich glaube hier gibt es nur eine tröstende Lösung und zwar Prävention.

Doku-Autorinnen: Prävention ist das Wichtigste.

Gast363 (Gast): ich habe ähnliches erlebt im erziehungsheim in bretten bei karlsruhe

Esther Hechenberger: Danke für Ihre Meldung. Bei den ersten Vorführungen des Films haben wir immer wieder Betroffene kennengelernt, die die erzählten Ereignisse so oder ähnlich (meist schlimmer) erlebt haben.

Gast431 (Gast): Ich hatte damals in Etterzhausen auch eine nummer / die Nummer 11 / sonst wurde man nur immer mit dem Familiennamen angeschnauzt.

Schwererziehrte: Ihr habt wirklich am Film fast alles gezeigt. Wir haben das auch einen Internat mitgemacht. Große Jungs vergriffen sich an die Jüngern in der Gruppe. Das Temprament der Betreuerin ging als mit ihnen durch. Die Kinderarbeiten erbrachten in der Landwirtschaft 0,20 DM und die Metalkörbe auf dem Kartoffelakker waren sehr schwer. Taschengeld das dass Jugendamt bezahlt hat, wurde durch Strafe uns weggenommen. Kleidergeld wurde unterschlagen. Erbrochenes musste wieder eingenommen werden.

Andrea Stoll: Davon haben wir gehört. Wir haben uns sehr bemüht das authentisch zu zeigen.

Gast517 (Gast): Test

Gast585 (Gast): gibt es diese "runden Tische" also noch? ich hätte nur gern Auskünfte für meine Mutter

Doku-Autorinnen: Sie finden Ansprechpartner auf der Seite Fonds-Heimerziehung, dort gibt es Angebote für Betroffene

Gast363 (Gast): heim fuldatal... bretten war genau so

Gast2139 (Gast): Ich kann heute noch nicht offen über meine Heimzeit reden, das Stigma hindert mich daran mich selbst in eine außenseiter Position zu stellen

Gast3217 (Gast): Gast 5199, schau mal ins AT, dann siehst du dass sich die Kirche ganz nah an deinen "Gott" hält...

Gast5221 (Gast): Waren die KZ 1945 nicht geschlossen worden oder sind diese von den Kirchen forgeführt worden, da fragt man sich wirklich, warum bin ich noch in der Kirche?

Gast1188 (Gast): Haben die Verantwortlichen der Kirche diesen Film gesehen?

Esther Hechenberger: Ja es gibt führende Vertreter beider konfessionen, die den Film bereits gesehen haben, ebenso mItglieder des Runden Tisches des Bundestages.

Gast4218 (Gast): Als ich die Doku gesehen habe wurde ich sogleich an meine Heimkarriere erinnert. Mein Fazit zu all dem: die BRD und die Kirchen haben so große Schuld auf sich geladen sodass die 120 Mi. aus dem Fond ein erneutes Unrecht sind denn mit diesem wenigen Geld ist eine Kindheit nicht zu bezahlen.

Gast3220 (Gast): Es ist für mich unverständlich, dass diese hinter ihrer Religion verstecktenMenschen, nicht bestraft werden und dann wird noch von Ehre oder Menschenrechte gesprochen.

Gast497 (Gast): ich bin schon lange aus der kirche ausgetreten. bis heute bereue ich es nicht. ich habe meinen eigenen glauben. bin dadurch stark und selbstbewust.keinen muss ich geld in den rachen schmeißen für dinge die ich nicht kontrollieren kann. gott wollte nur das beste für die menschen. keine hinterziehung, keine macht einzelner, boshaftigkeit usw. t

joergy: Warum wird das Thema erst 2013 hervorgeholt worden? Vor 20 Jahren wäre das auch schon ein Skandal gewesen?

Peter Wensierski: Weil zu viele aus den im Film dargestellten, verständlichen Gründen diese schlimme Zeit verdrängt und geschwiegen haben.
Viele haben ja nicht einmal ihren Kindern oder Partnern anvertraut, dass sie ein Heimkind waren.

Gast267 (Gast): was nützt Ihr "Wachrütteln" , wenn morgen wieder "geschlafen" wird!!??!!! Es wird immer so weitergehen! Ich selbst erlebte es bei meinem Sohn, der von seinem Trainer sexuell misshandelt wurde... keiner glaubt es.... was nicht sein darf, das ist auch nicht.!!!!! es ist heute noch genau so wie damals!!!

Gast396 (Gast): leider hat die Kirche auch heute noch zuviel Macht und die sollte man ihr schleunigst komplett entziehen und jeden zur Verantwortung ziehen, ohne Rücksicht auf Titel und Person

Gast1188 (Gast): Das Schlimmste ist, dass sich die Kirche nicht bessert. Immer wieder kommt irgendetwas raus, aber keiner fühlt sich vernatwortlich und sie schweigen.

Gast2134 (Gast): Es war im Film ja von 10 Stunden Arbeit am Tag die Rede...bestand denn keine Schulpflicht für die Kinder?

Doku-Autorinnen: Die Jugendllichen haben zum Teil vor und nach der Schule gearbeitet. Wenn sie älter als 15 Jahre waren, durften sie häufig nicht mehr zur Schule gehen.

Meike123: @Gast5221 Die Fragen gehen mir auch durch den Kopf...

Gast2225 (Gast): der film war wirklich sehr eindringlich, aber dasd ganze m.E. kein isoliertes Problem der Kirche

Andrea Stoll: Das ist richtig, Gewalt und Sadismus können in geschlossenen Institutionen immer passieren , leider auch in Familien, wenn Gewalt und Drohgebärden verbreitet werden. Aber das erschreckende und tief betrübliche dieser Kirchenerziehung ist , dass die Schläge und Demütigungen im Verweis auf Jesus Christus verübt wurden - der immer Gewaltfreiheit gepredigt hat.

mimo22: Habe vor ca einem Jahr Kontakt mit dem LVR aufgenommen und um Hilfe gebeten. bis heute keine Reaktion

Peter Wensierski: Versuchen Sie es wieder, wenden Sie sich mit anderen zusammen an deren Pressestelle. Nicht lockerlassen.

Gast6230 (Gast): Oh Gott! Im Namen welchen Gottes wurde sowas getan? Tief erschüttert kann ich heute keinem "Pinguin" (Pfarrer und Schwestern im Ornat) begegnen, obwoh ich weiß, daß im Namen Gottes auch viel Gutes getan wurde.

mikiwi123: es wird immer weh tun...

Gast1160 (Gast): ich war Nr 21 in Straubing - Am Platzl....wir waren nur Nummern - die keine Empfindungen haben durften. Nur funktionieren war erlaubt - alles andere verboten

gladiole1951: ...und wenn man glaubt das war nur so in den Heimen...der irrt!! Mir ist es so auf einer katholischen Volksschule so ergangen.

Gast2235 (Gast): Es wird immer weh tun...

Gast4153 (Gast): dieser film ist ist es mal wert rundfunkgebühren zu zahlen

Esther Hechenberger: Danke für Ihre Meldung. Wir werden es an alle Kreativen des Projektes weitergeben. Sie können sich aber auch sicher sein, dass wir auch im Moment Stoffe entwickeln, die ähnlich gewichtige Themen erzählen werden. Seien Sie gespannt!

Gast4170 (Gast): wurden denn auch die aktiv Beteiligten mal befragt, wie sie ihr Vergehen sehen?

Doku-Autorinnen: Viele Erzieher aus der damligen Zeit sind verstorben, anderen berufen sich auf die damals üblichen Erziehungsmethoden.

2013uwe066: Schwererziehrte habe auch in Landwirtschaft gearbeitet im Jugendwrkhof für 0,30 Pfennig

Lonz: finde ich gut, gast497!

Gast3220 (Gast): keiner, auch die politiker machen was gegen diese grausamkeiten

Gast2139 (Gast): Wie war die Reaktion auf den Film von Verantwortlichen

Andrea Stoll: Politiker und auch Kirchenvertreter nehmen das sehr ernst - wir erreichen mit diesem Film Millionen Zuschauer - das muss dann auch ernst genommen werden!

Gast1188 (Gast): Nächstenliebe,Ehre und Menschenrechte; kennt die Kirche so etwas überhaupt? Es wird sich hinch halten sich die wenigtsen dran. Ich nenne so was falsch und scheinheiligter Geboten und Todsünden versteckt, und do

Meike123: Wissen Sie etwas über den Hintergrund der Erzieherinnen und Erzieher? Haben die ähnliche Erfahrungen gemacht in ihrer Kindheit und deswegen geglaubt, dass ihre Methoden "normal" sind?

Peter Wensierski: Es waren kaum ausgebildete Erzieher, viele waren nur angelernt, Nonnen haben oft ihren persönlichen Frust über die eigene Abschiebung (etwa durch ihre Familien) in einen Orden weitergegeben - das haben mir ein paar ehemalige Nonnen geschrieben. Und Sie haben Recht: oft wird selbst erlebte Gewalt weitergegeben.

Gast4218 (Gast): Auf Grund meiner Negavien Erfahrungen als Heimkind in einer kirchlichen Einrichtung kann ich NICHT MEHR an die Kirche glauben. Es fand in den 60er Jahren eine regelrechte Übermissionierung statt.

Narfologo: Welche Opfer werden/ wurden "entschädigt". Von welchem Zeitraum ist die Rede? 64-69? Vielen Dank für diesen Film und das breit öffentlich Machen dieser furchtbaren Taten.

Doku-Autorinnen: Es werden ehemalige Heimkinder von 1949 bis 1975 entschädigt.

Gast4153 (Gast): erschreckend, wie viele betroffene sich auch hier im chat einfinden

Gast3211 (Gast): danke

Gast6249 (Gast): bin kein Heimkind sondern war nen Pflegekind aber die Erfahrungen waren genau die gleichen

Fozzy_Bear: Ist der Chat wieder beendet?

[zdf]moderator: Nein er läuft noch - wie kommen sie darauf?

Gast1252 (Gast): Jugendämter veranstalten auch heute noch dunkle Machenschaften in Form von Kindesentzug

Kopfwerk: Sie hätten nichts gewusst ist eine Mär -- alle haben es gewusst und alle haben geschwiegen ...Das hat Tradition in der Kirche

ElkeM.: Wird heute nicht auch weggeschaut, wenn's unbequem wird?

Peter Wensierski: Das stimmt. Hinschauen, Hinhören, Handeln - das ist auch die Botschaft des Films.

joergy: Gibt es Erzieherinnen, Erzieher, die Rückgrat zeigen und Ihre Sicht der Dinge zugaben und sich vielleicht entschuldigten?

Doku-Autorinnen: Doch es gibt auch solche Erzieher, die sich dazu bekennen, dass sie geschlagen haben, sich aber dafür heute entschuldigen.

Gast1252 (Gast): ich habe hier nur 1 cm Sichtfläche woran liegt das?

Gast4218 (Gast): Ich glaube das die Schuld welche der Staat und die Kirchen sich damals aufgeladen haben niemals wirklich getilgt werden kann. Auch nicht durch eine natürliche Lösung !!!

2013uwe066: Schwerziehrte, ich selbe Zwangsarbeit in der Landwirtschaft für 0,30 Ostpfennig im Jugendwerkhof arbeiten müßen

mimo22: Wo war der liebe Gott als wir verprügelt wurden.

Staffelberger rainer: sprecht doch bitte nicht immer von Entschädigunen

Sunflower 2013: Aber es gab auch andere Heime,ich war 1958-61 im Heim

[zdf]moderator: @Gast1252: Welchen Browser nutzen Sie denn?

BenHur2013: Ich bin sehr betroffen. War das Grundgesetz in den Heimen nicht gültig?

imkachen: bitte um kontaktadressen oder ähnliches für betroffene-

Doku-Autorinnen: Fonds-Heimerziehung, hier gibt es Angebote für Betroffene.

ajola: Die Erzieherinnen haben an uns IHren persönlichen FRust entladen

ElkeM.: Danke dafür

imkachen: arbeite im ambulant betreuten wohnen psyisch erkrankter und traumatisierter- hätte interesse an vertiefenden infos zum thema, gibt es da eine anlaufstelleß

Esther Hechenberger: Auf unseren Infos zum Film auf der zdf.de finden Sie einen Link für Betroffene.

Gast4262 (Gast): Machen Sie sich nichts vor. Hätte die Kirche nicht Teile ihrer Macht verloren, wären die Zustände immer noch so, oder noch schlimmer. Dennoch hat die Kirche immer noch zuviel Macht und Einfluss

vegapollux: Gibt es prominente Persönlichkeiten mit einer Heimvergangenheit?

Peter Wensierski: Mario Adorf, Gottfried John, Der Sänger Quasdorf, Romy Schneider war im heimähnlichen Internat und viele mehr

Kopfwerk: Jugendämter tragen das meiste Leid am Kinde .. Kinderdiebstahl und Mutterdiebe sind staatlich geschützt ... mehr als der Kanzler .. Jugendämter sind Kinderdiebe .. wer eiN kind von der Mutter bzw. die Mutter vom kinde trennt ist nicht ganz richtig im Kopf .. ein solche skind wird fürs leben traumatisiert ..

Gast3220 (Gast): an gast 4218, dies ist doch wohl keine entschuldigung, oder?

Gast18 (Gast): Filme solchen Themen sieht man im Privatfunk (RTL, SAT1, PRO7) nicht. Danke ans ZDF.

Esther Hechenberger: Danke. Das ZDF sieht sich in der Pflicht solche Themen einem großen Publikum zugänglich zu machen.

Gast1188 (Gast): Warum wurden die Heime nicht kontrolliert?

Doku-Autorinnen: Weil man der Leitung vertraute. Bei Kontrollen durch Jugendamtsmitarbeiter wurde der Schein gewahrt.

[zdf]moderator: @Gast1252: Am besten verlassen Sie den Chat noch einmal und betreten ihn erneut, indem Sie den Link "An diesem Chat teilnehmen" in einem neuen Fenster öffnen.

muellermamub: Nicht nur in kirchlichen Einrichtungen gab und gibt es derartige Zustände!

Gast4218 (Gast): Ich kenne noch lebende Erzieher die immer noch behaupten das sie gut zu uns waren obwohl die Leiter der heutigen Einrichtung es anders weis. Unbelehrbare kann man auch heute nicht mit Einsicht erreichen.

Gast3215 (Gast): Ich finde die Doku auch sehr anrührend und mit den Protagonisten wurde seitens der Autorinnen auch sehr behutsam und einfühlsam umgegangen

Doku-Autorinnen: Vielen Dank.

Gast514 (Gast): Hinschauen, Hinhören, Handeln - Einfach mal den ortlichen Geistlichen fragen, ob das die Kirche so gemacht hat und was er davon hält. Unser Pfarrer vor Ort hat auch eine konservative Einstellung zu diversen Themen (bspw. Ganztagesbetreuung). Daher die Frage: Ist so etwas noch zeitgemäß?

Gast678 (Gast): das war ein sehr interessanter beitrag gut gemacht

Doku-Autorinnen: Danke.

Fozzy_Bear: Ich konnte ihn ne ganze Zeit nicht sehen

gladiole1951: Dabei nannte sich das Ganze"Erholung".Mit dem Kopf gegen die stabilen Holzbalken geschlagen weil man sich geweigert hatte trockenes Brot zu essen welches im Schuhputzbeutel versteckt worden war. Postkarten für die Eltern wurden alle zensiert.

Gast4238 (Gast): Ich bin fast 62 und sitze hier immer noch weinend vor dem Fernseher. Während ich ein glückliche und freie Jugend hatte - Abi 69 - geschah all dies Unfassbare irgendwo in selben Land. Ich weiß,nicht, ob ich aus Wut oder Trauer weine.

Gast6198 (Gast): in wie fern war das problem mit dem missbrauch denn in den 50er/60er-Jahren bekannt?

Peter Wensierski: Es war im wesentlichen nicht bekannt, obwohl es massenhaft stattfand, also in den Medien nicht bekannt, typisch war es , wenn junge Mädchen, die vergewaltigt worden waren, ins Heim kamen, der Täter straflos blieb

Lonz: hat der staat/steuerzahler mit in den fond eingezahlt?

Doku-Autorinnen: Ja, Bund und Länder haben mit eingezahlt, 20% der Heime waren in staatlicher Hand.

Stewn: Ich habe gerade meine Kindheit wieder erlebt...ein toller Film...

Gast1188 (Gast): Ich finde es erschreckend, das Kinder von Menschen, denen sie doch eigentlich vertrauen solten, so schlecht behandelt wurden und noch werden. Pastoren, Pfarrer und Nonnen sollten vertrauenswürdig sein, und anderen nicht wehtun oder misshandeln

Gast6249 (Gast): nicht die kirche ist schuld daran sondern diejenigen die angeben im namen der kirche zu handeln

Kopfwerk: Richtig Gast 4262

Gast1277 (Gast): Meine Güte, Nummern statt Zahlen :-( Das erinnert an ganz dunkle Zeiten der deutschen Geschichte.

Gast1188 (Gast): Mit Zwang natürlich

Stewn: Ich war in 3 Kinderheimen und in jedem wurde geschwiegen ..

Gast3209 (Gast): Fr. Stoll, das MUSS ernst genommen werden? Bei allem Respekt, aber das können Sie nicht erzwingen. Es gibt nun mal eben Unmenschen und man kann noch so viel einreden und aufzeigen und wachrütteln, sie werden es ja doch nie verstehen.

Andrea Stoll: Und trotzdem muss man es versuchen! Nach diesem Film wissen Millionen Zuschauer von diesen Missständen. keiner kann das Thema mehr totschweigen.

Gast1277 (Gast): Entschuldigung, Nummern statt Namen meinte ich

Gast4261 (Gast): IWarum wird meine Frage nicht gezeigt

[zdf]moderator: Gast4261 wir geben die Fragen an unsere Fachleute weiter - diese haben mittlerweile so viele Fragen, dass sie diese gar nicht alle beantworten können

Gast136 (Gast): ich war in einem heim und mein e größpte Angst ist es....irgendwann mal in eine Senioreneinrichtung zu kommen und alles wiederholt sich

Peter Wensierski: Das ist wahr, in die Senioreneinrichtungen lohnt es sich genauer hinzuschauen. Gewiß gibt es heute bessere Kontrollen, doch was Kontrollen wert sind, zeigen die jüngsten Lebensmittelskandale

wirbraucheneinerevolution: der Film ist realistisch und sehr gut!

Peter Wensierski: Das stimmt, aber die Realität war oft noch härte.

Gast5255 (Gast): Ns Kriegsverbrecher wurden so weit möglich bestraft, Kinderschänder innerhalb der Kirchen wurden und werden auch heute nicht bestraft. Die Kirche hat einfach Freiheiten die sie auch voll ausnutzt

Gast6247 (Gast): warum ich der kirche fernbleibe, ist mir heute erst richtig bewußt geworden

Matze1010: Gab es auch Heimkinder, die sich körperlich gewehrt haben? Ich meine eine Art Revolte oder ähnliches?

Doku-Autorinnen: Viele Heimkinder haben sich gewehrt und für ihre Gegenwehr noch größere Strafen erhalten. Später kam es zu Revolten. Zum Beispiel im Heim Staffelberg, dort demonstrierten Studenten und unterstützten die Insassen.

Gast428 (Gast): guten abend, ich habe keine frage, sondern möchte nur einen kleinen beitrag leisten. ich war 1964 für 6 wochen in einem evangelischen kinderheim in bad salzuflen. dort sah es absolut genauso aus wie in diesem film. ich durfte die gesamten 6 wochen nicht mit meinem kleinen bruder, der damals noch nicht 4 war, sprechen. wenn man etwas falsch machte, wurde man geschlafen. nachts durfte ich nicht meinen teddy im arm halten, was sehr schlimm war, denn ich hatte ja nimeanden. wenn man etwas falsches sagte, wurde einem der mund mit seife ausgewaschen. ich durfte bei gemeinsamen aktivitäten nicht mitmachen und vor allem nichts sagen, weil ich nicht zu nahm (wir wurden jden tag gewogen). als unsere mutter anruief, wurden wir während des telefonsats beaufsichtigt und konnten nicht frei sprechen. es war eine schlimme zeit, während der ich mich jede nacht in den schlaf geweint habe. und ich kann alle, die dort lange zeit sein mussten, nur zutiefst bedauern.

Esther Hechenberger: Danke für Ihre Meldung. Peter Wensierskis Recherchen haben ähnliches ergeben, wie von Ihnen geschildert.

Gast514 (Gast): Einfach aus diesen Organisationen austreten bzw. geschäftlichen Beziehungen mit solchen Unternehmen einstellen. Dann sind diese auch gezwungen, sich zu ändern. Jedes Organisation/Unternehmen weiß,welche Taten sie begangen hat und soll sich darüber Gedanken machen, wie sie dieses Unrecht wieder gut machen kann.

Gast5207 (Gast): gibt es die Möglichkeit Unterlagen dieser Heime einzusehen? Oder sind alle alten Akten verschwunden - es ist ja auch schon eine Zeit her

Doku-Autorinnen: Es gibt Archive bei den Verbänden und kirchlichen Institutionen, dennoch sind viele Akten verschwunden oder geschönt.

Gast1188 (Gast): Gast6249; die Kirche nimmt doch jeden auf und sie handelten ja auch im Nemen der Kirche. Die Geschihte beweist das schon

Astrid1970: Ich bin sehr erschüttert von dem Film und der Doku. Ich bin liberal katholisch aufgewachsen aber im Moment bin ich nicht sicher, ob es richtig war, unsere Tochter bei einer katholischen Grundschule anzumelden. Bin gerade sehr wütend auf die Kirche obwohl ich weiß, es gibt da auch großartige Leute.

mimo22: Gast136 das kann ich nur besätigen

Gast6275 (Gast): Erzieher entschuldigen sich.....und damit soll alles gut sein! Wie kann man mit so etwas leben - ich bin fassungslos!

Gast5284 (Gast): Ich bin 51 Jahre alt und war von 1/2 Lebensjahr bis zum 3.Lebensjahr im Anna Kloster in Düsseldorf.Ich bin erst jetzt in der Lage über die Dinge die dort passiert sind und an die ich traumatische Erinnerungenhabe aufzuarbeiten und sie hochkommen zu lassen.Ich erinnere mi9ch an absolute grausamkeiten im Namen Jesu.Das Heim wurde von Nonnen geleuitet und oft hies es wir sind eine Ausbrut Satana.

Gast1288 (Gast): Ich möchte mich beim ZDF für den Spielfilm und dem Autor von "Schläge im Namen des Herrn" bedanken! Meine Mutter war in den 60er Jahren im Heim und möchte mit mir darüber nicht sprechen. Das Buch habe ich vor 3 Jahren gelesen und es hat mir geholfen manches besser zu verstehen. Dieser Film war lange überfällig

Gast431 (Gast): hi cool , den herrn wensierski kenne ich ach,, gruss vom gosch,, ich war damals auch in dem Gewaltheim Etterzhausen der regensburger domspatzen!!!"

Peter Wensierski: Oh je, die Domspatzen, dazu habe ich im Spiegel viel geschrieben, doch das Bistum Regensburg ist eine wirkliche Aufarbeitung schuldig geblieben, da gibt es einen sehr, sehr wunden Punkt und er wird einfach nicht angepackt. Viele Menschen leiden unter den Domspatzen-Erlebnissen noch immer und die Kirche ist ihnen gegenüber in der Pflicht!

KurtWald: DANKE, DANKE, DANKE allen, die diesen Film und die Dokumentation möglich gemacht haben - sie haben Hunderttausenden eine Stimme gegeben!

Esther Hechenberger: Danke für Ihre Meldung. Je länger wirŽan diesem Film gearbeitet haben, desto größer schien uns der Auftrag ihn tatsächlich zu erzählen.

Gast585 (Gast): wieviele haben sich wohl das Leben genommen, gab es auch eine Untersuchung dazu, hat mal jemand überlegt das zu untersuchen?

Doku-Autorinnen: Es gibt bisher keine offiziellen Zahlen. Wir haben uns das auch gefragt. Die Dunkelziffer ist vermutlich groß.

Gast4218 (Gast): Viele der Erziehungs und Kinderheime waren einfach gesagt eine Zerstöhrung der Volkszukunft gewesen und zwischendurch haben die verantwortlichen Regierungen wegen dem Fachkräftemangel geheult. Was für eine verlogene Gesellschaft ist das eigentlich ?

Gast4218 (Gast): Im Film wurde von 16 jährigen gesprochen doch viele von uns waren erst 10 oder 11 Jahre alt gewesen als wir diesen widrigen Einrichtungen zugeführt wurden.

Andrea Stoll: Das ist in verschiedenen Altersstufen passiert und unser Film zeigt ja auch Kleinere und Größere, die in diesem Heim zusammenleben. Im Drehbuch habe ich mich für das Alter der Pubertät entschieden, weil da soviel passiert, aber Gefühle auch schon artikuliert werden können.

rosem16: Will man nach dem Film nicht aus der Kirche austreten???

Stewn: meine aller schlimmste Erfahrung, die anderen waren auch nicht ohne, war die gynäkologische Zwangsuntersuchung.....daran leide ich noch heute

Doku-Autorinnen: Von dieser Eingangsuntersuchung haben uns viele Protagonistinnen erzählt.

Gast4282 (Gast): aber ganz schnell

Gast3142 (Gast): @rosem16: würde das jetzt etwas verbessern?

Lonz: danke zdf, dass hier gebühren mal nicht für privatsender-moderatoren verschwendet werden, sondern sinnvoll eingesetzt werden

Gast148 (Gast): Na, ob die Kirche heute noch mit solchen Sachen durchkommen würde???

Peter Wensierski: SIe ist am Ende nicht damit "durchgekommen" - und das hat zu einem großen Vertrauensverlust geführt. Die Kirchen versuchen oft wie andere Institutionen auch zunächst immer ihre eigene Institution zu schützen und die Vorwürfe herunterzuspielen.

imkachen: gibt es statistiken wieviel psychisch beeinträchtige menschen es aufgrund dieser traumatischen erfahrung gibt?

Doku-Autorinnen: Wir kennen die Zahl nicht.

Gast2139 (Gast): Verbrechen gegen Menschlichkeit verjähren nicht Herr Wensierski

Peter Wensierski: Moralisch sowieso nicht

muellermamub: Wenn so viele Fragen und Beiträge im Chat auflaufen, dann kann man mal sehen, dass dieses Thema immer noch hochaktuell ist und leider immer noch versucht wird, aktuelle Mißstände tot zu schweigen"!

Gast6293 (Gast): Ich bin bereits vor 25 Jahren aus der Kirche ausgetreten

Gast5294 (Gast): Auch in der DDR war es so, in den sogenannten Jugendwerkhöfen .

Gast1266 (Gast): So etwas gab es auch in Bremen, es ist nur leider keine Info darüber zu finden.

Gast2300 (Gast): rosem16, wie? Sie sind noch in der Kirche?

Kopfwerk: Trotzallem .. Danke an Peter Wensierski .. ihne ihn wäre dieser Dreck niemals an die Oberfläche gequollen .. danke danke danke ..

Peter Wensierski: Danken SIe nicht mir, sondern den Heimkindern, die den Mut hatten, als Erste das Schweigen zu durchbrechen.

Schwererziehrte: Der Film weckte still geschlummertes wieder auf

Brigitte2013: Ich war erst 5 jahre alt, und es war die so entsetztlich, das ich heute mit 50 immer noch nicht schlafen kann, die zeit bestimmt mein ganzes leben,menschen die das nicht selbst erlebt haben, wissen nicht wie das leben danach verläuft.

Doku-Autorinnen: Wir haben nach unseren Dreharbeiten nur eine grobe Ahnung davon, wie es Ihnen gehen muss. Alles Gute!

rosem16: Das war ja ein sehr sehr anrührender Film, es ging mir soo sehr ans Herz!!! War das wirklich soooo schlimm???? Aber es ist doch heute nicht mehr so,ich bin auch bei der Diakonie beschäftigt,als Altenplegerin,und ich mach meinen Beruf von ganzem Herzen!!

Esther Hechenberger: Leider war es noch sehr viel schlimmer als wir hier gezeigt haben.

Gast431 (Gast): Genau, der Schein gewahrt! Das gleiche war mit Etterzhausen/ Domspatzen. Der Schein wurde gewahrt und alle haben trotzdem geschwiegen. Sogar die damaligen Hausärzte wussten Bescheid und niemand hat etwas gegen die Kirche Regensburg gesagt.

Peter Wensierski: Regensburg - da muss wirklich noch was geschehen. Die Kirche nimmt viel zu viel Rücksicht auf ihr Image, aber nicht auf die Betroffenen Menschen. Auch ein Altpapstbruder ist ein normaler Mensch, ich denke damit hängt es aber auch zusammen, der Unwille, wirklich aufzuklären, das ausgerechnet der Bruder von Josef Ratzinger jahrelanger Leiter der Domspatzen war.

Gast3209 (Gast): Was ist eigentlich mit den Kindern und Jugendlichen passiert die dort verstorben sind an den Qualen? Gab es das nicht?

Doku-Autorinnen: Es haben einige Kinder Suizid begangen. Die genauen Zahlen kennen wir nicht.

Gast1316 (Gast): Ich bin auch immer noch erschüttert, wirklich unfassbar :-(

Freiheit2013: Wie teilt sich das Ganze prozentual zwischen der evangelischen und der katholischen Kirche auf?

Peter Wensierski: Von den 3000 Heimen im Jahre 1960 waren 50 % katholisch , etwas weniger als 30% evangelisch, der Rest staatlich , wie das im Film gezeigte Mädchenheim Fuldatal bei Kassel.

wirbraucheneinerevolution: das Thema wurde schon vor einigen Jahren behandelt und das hat auch nichts geändert. Heute wieder aufgegriffen und auch jetzt wird sich nichts ändern

Doku-Autorinnen: Wir hoffen das Gegenteil.

Gast1188 (Gast): Welches Image; die Kirche hat kein Image, sie einfach nur grausam und scheinheilig

Gast585 (Gast): könnte man den chat hier zum nachlesen ein paar Tage "stehen lassen" ? Ich bin anchheinend zu langsam im lesen und habe meine Antworten nicht gefunden und auch geht es mir teilweise zu schnell das von anderen zu lesen, weil die beantwortung teils sehr verzögert kommt

Gast4268 (Gast): Viele im Film gezeigte Ereignisse erinnern an Methoden der NS-Erziehung, bspw. in Jugendkonzentrationslagern. Weiß man, ob in den Heimen Personen angestellt waren, welche bereits unter dem NS-Regime in der Heimerziehung, bzw. in solchen Lagern tätig waren? Wurden Erziehungsmethoden einfach übernommen?

Doku-Autorinnen: Ja, in einigen Heimen war dies eindeutiig der Fall.

Gast431 (Gast): und wo stellt man da einen anterag ?

Peter Wensierski: Bei den Anlaufstellen in den Ländern. Schauen Sie bitte zum Beispiel hier: http://www.abeh-berlin.de/

Gast2139 (Gast): An Gast 3209 , es gibt sicher auch eine Dunkelziffer von Fällen des Todes ehem.Heimkinder die nicht suizid waren

Gast273 (Gast): Ich war in drei Heimen, zwei davon so waren grausam. Es war von 1960 bis 1973.

Peter Wensierski: Welche Heime waren das? Mögen Sie es sagen:

[zdf]moderator: Bisher wurde in der Redaktion noch nicht besprochen, ob das Chatprotokoll auf der Seite angeboten wird. Schauen Sie doch morgen noch einmal auf der Fernsehfilm.zdf.de nach.

Matze1010: Wie viele der Verantworlichen wurden eigentlich angemessen bestraft für ihre Taten?

Peter Wensierski: Soweit ich weiß - niemand.

Gast6247 (Gast): ich danke dem ZDF sehr

Kopfwerk: Sie haben es alle gfewusst .. alle .. und trotzdem jaben alle geschwiegen .. Wann endlich wird dieses Drama ehrlich und gerecht entschädigt .. Den Fonds kann sich der Klerus stecken ... wir wollen angemssene Leidanerkennung und Wiedergutmnachenung .. seit wann diktieren Täter und Nachfolgeorganisationen was die Ehemaligen zu bekommen haben und was nicht .. dieses Fondsdiktat wollen wir nicht.

Gast5207 (Gast): @Esther: und wie waren die reaktionen der Vertreter der Konfessionen?

Esther Hechenberger: Die, die auf unsere Einladung gekommen sind (...) haben ihn als richtig und wichtig angesehen. Der Film wird auch in den konfessionellen Foren diskutiert.

Gast396 (Gast): was ist der kath. Kirche eigentlich eine verlorene Kindheit wert? nicht einmal ein Wort !!!

Doku-Autorinnen: Es gab nur eine sehr späte Entschuldigung. Die katholische Kirche entschuldigte sich 2010.

Gast3215 (Gast): Das letzte Magdalenenheim in Irland, in denen die katholische Kirche Frauen einsperrte und ausbeutete, hat erst 1995 geschlossen. Es ist schon krass, was im Namen Jesu Menschen alles angetan wird.

Gast1250 (Gast): Die Frage ist wann die Menschheit wach wird. Das Thema war und ist ein heißes Eisen, überall auf der Welt wird im Namen auch der Kirche vergewaltigt, misshandelt, geprügelt, gemordet. Die Unschuldigsten dieser Gesellschaft die unsere Zukunft gestalten werden wie Dreck behandelt auch und gerade in unserer ach so zivilisierten Gesellschaft. Was tun? Ich bin jeden Tag wütend, sprachlos, traurig und machtlos gegen die vermeintlich "Obrigen"

Gast111 (Gast): und genau da hier sehr viele betroffene sind, wäre ein forum gar nicht so schlecht, in dem man sich austauschen kann!

Gast431 (Gast): ja , was macht heute die politik zum thema heimkinder, autarbeitung von gewalt und der brachialen Gewalt der Kirchen damals?

Peter Wensierski: Es gab den Runden Tisch Heimerziehung lesen Sie hier bitte den Abschlussbericht: http://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/runder-tisch-heimerziehung.html Dort finden sich auch Informationen zur "Entschädigung"

Gast2158 (Gast): Meine Mutter war selber ein Heimkind, möchte aber von der ganzen Vergangenheit nichts wissen... ich kann mit ihr auch nicht drüber sprechen. Das Buch "Schläge im Namen des Herrn" habe ich vor 3 Jahren gelesen und es hat mir sehr geholfen zu verstehen. Danke deshalb auch für diesen Film!

Gast1316 (Gast): Waren die staatlichen genauso schlimm wie die kirchlichen Heime?

Doku-Autorinnen: Ja, der Kalmenhof und das Mädchenheim Fuldatal in unserer Dokumentation waren zwei staatliche Heime.

Gast291 (Gast): es ist gut das jetzt mal alles ins rollen kommt...und dieses heuchlerische getue der kirche aufgedeckt wird.

Peter Wensierski: Öffentlichkeit ist immer gut, wenn Dinge verschwiegen werden(sollen)

muellermamub: was heißt, dass einzelne Fragen weiter gegeben werden? Ist das eine Zensur?

[zdf]moderator: Wir Zensieren nicht sondern wir moderieren. Wir leiten die Fragen je nach Inhalt den unterschiedlichen Fachleuten zu.

Lonz: rosem16: austreten klar, aber dann soziale einrichtungen unterstützen!

muellermamub: Den ehemaligen Kindern, die solche Heime "besuchen" durften, glaubt niemend. Ohne Eigenkapital keine Lobby oder?

Peter Wensierski: Stimmt so nicht. Es gab die Anhörungen im Bundestag - wie im Film gezeigt. Man hat den Heimkindern geglaubt. Viele haben inzwischen im Fernsehen oder Radio berichtet, eigene Bücher geschrieben. Es hat sich was geändert seit 2003.

Gast5294 (Gast): Was passierte mit den "Kindern" wenn sie 21 also volljährig waren? Wurden sie einfach so entlassen?

Doku-Autorinnen: Die Jugendlichen waren vielfach auf das "Leben draußen" nicht vorbereitet, hatten keine Wohnung und keinen Job und strandeten häufig.

Gast1291 (Gast): Ich war 1967Praktikant in St. Ansgar Harperschos in dem halben Jahr Praktikum hatte ich an 2 Tagen frei an meinem Geburtstag und am 2. Weihnachtstag meiu

Gast363 (Gast): ich bin aus der kirche ausgetreten

Sterntaler68: Kirche und Jugendämter müssen umstrukturiert werden

Gast5312 (Gast): Wozu Menschen einfach fähig sind... UNFASSBAR!

Gast1188 (Gast): Ich finde, niemand braucht die Kirche. Glauben tue ich mit dem Herzem und nicht im Steinhaus, wo mir alles vorgegebetet wird undm ir gesagt wird, was ich zu tun und zu lassen habe. Ich lasse mir jedenfalls nicht vorschreiben, an was ich zu glauben habe, besonders von Personen, die nicht 100% danach leben, was sie tausenden von Menschen vorpredigen. Das ist scheinheilig

ajola: Ich bin auch sehr aufgewühlt und sehe alles wieder vor meinen Augen obwohl es bei mir nun auch schon 48 Jahre her ist. Das kann man nie vergessen

rosem16: Bestimmt waren die staatlichen Heime auch so schlimm

Peter Wensierski: Die haben sich alle nicht viel genommen, aber in den kirchlichen Heimen haben die Kinder den Widerspruch zwischen Rden und Handeln besonders krass erlebt.

antichrist: Ich glaube, dass eine Wiedergutmachung gar nicht möglich ist. Mir scheint es aber als sehr wichtig, die Macht der Kirche zu begrenzen und ohne irgendwelche vorbehalte Straftaten die innerhalb der Kirche (insbesondere der Kath. Kirche) ohne Rücksichtnahme auf Stellung oder Amt zu verfolgen. Ob heute noch zustände in den Heimen, wie im Film geschildert geschehen, vermag ich nicht zu beurteilen. Es bleibt nur zu hoffen, dass dies nicht der Fall ist. Dafür erlaubt sich die Kirche, auch hier ist es wieder die katholische Kirche, Dinge, wie z.B. unterlassene Hilfeleistung (zuletzt in Köln geschehen, im Fall einer vergewaltigten Frau, der man in einem Katholischen Krankenhaus die Pille danach versagt hat). Und dass versuchte die Kirche auch noch zu entschuldigen. Die Katholische Kirche ist eine Institution, welche vornehmlich durch alte Männer geführt wird, welche alleine schon dadurch überfordert sind, dass sie am weltlichen Geschehen nicht wirklich teilnehmen. Ich bin schon vor einigen Jahren aus der Kirche ausgetreten und Filme wie dieser, sowie die Außendarstellung der Kirche bestätigen meinen Schritt immer wieder. 2000 Jahre Fauler Zauber und Hokuspokus sind genug.

ajola: Bei diesem Film gab es viele Situationen, die mich sehr aufgewühlt haben, auch ich musster Frohndienste in der Heißmangel leisten oder wenn man weggelaufen ist, kam man in die Straffamilie M, die erste Woche hatte man Einzelhaft, dann musste man für die 18 Außenheime (Kinder und Altenhei,me) Küchenfrondienste ableisten. Wir trugen alle blau weiss gestreifte Anstaltskleidung . Um das Heim war eine hohe Mauer die Fenster waren alle vergittert. Ich habe vor ein paar Jahren mal an die Pressestelle Himmelsthür eine Mail geschrieben und darum gebeten mir meine Akte auszuhändigen. Ich habe nie eine Antwort bekommen.

Andrea Stoll: Wir haben uns sehr bemüht, authentisch zu sein. Leider gehört es zur Realität, das viele Anfragen auf Klärung von den Heimen abgeblockt wurden. Aber Filme wie diese machen das Unrecht öffentlich.

Gast585 (Gast): wären sie evtl noch ermittelbar, gab es bewohner/Insassen-listen? (wegen ermittlung von Todesfällen in Heimen oder Suizid-fällen aufgrund des Heimaufenthalts? Zumindest wärend der Zeit im Heim?

Peter Wensierski: Nein, das ist sehr schwer.Da fehlen zu viele Akten.

Astrid1970: Danke für diesen Film und die Reportage. Ich wünsche allen, die damals gequält und missbraucht wurden, dass sie irgendwie einen Weg finden, um in irgendeiner Form noch ein so weit wie möglich glückliches Leben zu führen. Mit Hilfe von Therapie, Familie oder Freunden an der Seite.

Gast4325 (Gast): und demnächst wird wieder der nächste Katholenpapst hochgejubelt und dieses Thema verschwindet im Nebel der geheuchelten Barmherzigkeit

Gast 2013: Zur Zeit wird ja auch wieder aktiv die Aufklärung sexuellen Missbrauchs durch die Kirche in ihren eigenen Reihen betriebn, es hat sich nichts geändert, zynisch.

Gast5207 (Gast): @Sterntaler68: ob es hilft? Die Personen sind die gleichen - und wenn sie im Dunkeln schalten und walten können wie sie wollen???

Labora: Ich war in drei Heimen, alle von Nonnen geleitet.Nachdem meine Mutter verstarb kam ich zu Englischen Fräuleins, dort fühlte ich mich sehr wohl, wir wurden niemals geschlagen, gedemütigt und schon überhaupt nicht missbraucht. Doch mit 17 Jahren fing mein Albtraum an.

Gast1291 (Gast): . Die Heimkinder liefen im Winter mit kurzen Lederhosen und Strumphosen herum. Der Heimleiter erklärte " wir müssen den Jungen das Rückgrat brechen un Sie dann neu aufbauen zu können" 10 Jahre später erlebte ich ähnliches in der Drogeneinrichtung Schloss Wolfsmünster.

Peter Wensierski: Typisch: den Willen des Kindes brechen - das war eine Erziehungsvorstellung der Nazizeit, die bis heute nachwirkt.

Gast4218 (Gast): Mit 21 Jahren, also mit der Volljährigkeit wurde man kalt sich selbst überlassen. Eine sogenannte Nachbetreuung gab es bis anfang der 80er Jahre nicht.

NoBue1955: ich glaube in solchen filmen wird vieles nicht gesagt/gezigt weil es die Zuschauer emotional überfordern würde

Andrea Stoll: Das ist richtig, alles was es gab, kann man nicht zeigen. Sonst wären wir nicht mehr sendefähig, nicht um 20:15 Uhr. Aber wir waren deutlich genug, ein jeder kann sich vorstellen, wie manche Situationen weitergehen können.

Gast6303 (Gast): Only a statement Es ist erschreckend, welchen Einfluß die Kirche noch im öffentlichen Leben spielt und wo sie noch überall die Finger drin hat. Z.B. die aktuelle Diskussion Abtreibung nach einer Vergewaltigung. Wieviel % Krankenhäuser sind in den Klauen der Kirche? 25% in Deutschland? Und wie ist es um die Diskussion pädophiler Priester? Wenn man sich das System Kirche in Gänze betrachtet ist das Thema Mißbrauch in Erziehungsheimen während der 60iger Jahre "nur" ein Stück dieses Systemes. Mein Mitgefühl für diejenigen, die in diesen Einrichtungen waren. Ich hatte mal jemanden gesprochen, welcher sich als Erzieher in einer "christlich-katholischen" Einrichtung bewarb. Kurz vor Vertrags- Unterzeichnung wurde die Bedingung aufgestellt, daß dies nur möglich ist nach Wiedereintritt in die Kirche. Etwa vor 5 Jahren. Wenn es eine Einrichtung im Sinne von Big Boy Jesus geben würde, wäre ich dabei. Aber nicht bei diesen Möchtegernjesusen. Und last but not least zu vergessen Freunde der Kirche....SEX!!

HeidiDett: Krass erlebt haben wir vor allme den Widerspruch zwischen Hunger und dem wenigen Essen, zwischen Rebellion und den Tabletten, zwischen unserer Müdigkeit und der harten Arbeit

muellermamub: hoffentlich treten morgen 100tausende aus den Kirchen aus!

muellermamub: Viele Kinder wurden auch in sog. "Erholungsheime verschickt". Dort herrschten vergleichbare Zustände, das habe ich selbst in den 60er Jahren erlebt.

mydidier: Herr Wensierski waren bei Ihren Recherschen auch das Heim für Schererziehbare Utft/Eifel dabei?

Peter Wensierski: Nein, von den 3000 Heimen kenne ich nicht alle. Ihres leider auch nicht.

Moni61: Ja und ob es schlimmer war!! Aber das verkraftet niemand - als Film nicht verkaufbar, was wir wirklich durchgemacht ahebn!

Gast3209 (Gast): Es ist sooooo verdammt traurig! Ich hatte Krebs und konnte vieles nichst selbst entscheiden. Aber hier geht es um Menschen, die Menschen misshandeln. Unfassbar!

Gast4302 (Gast): Ich hätte noch eine Frage zum Film... was wäre passiert, wenn die Hauptdarstellerin dem Bischof gesagt hätte, dass sie von den Schwestern verprügelt worden war? Ich befürchte, er hätte es einfach als Lüge abgetan. :-(

Andrea Stoll: Das haben wir auch befürchtet. Vor allem aber zeigt ihr Schweigen, dass sie den Glauben daran verloren hat, dass ihre Stimme in diesem Kreis gehört wird.

[zdf]moderator: Wir beenden den Chat um 22.45 Uhr! Wir bedanken uns für Ihr Interesse und für Ihre zahlreichen Fragen und Kommentare.

Gast396 (Gast): will die kath: Kirche denn nie umdenken und die verantwortlichen wirklich zur Verantwortung ziehen ???

Peter Wensierski: Fragen Sie das bitte direkt Ihren Bischof im Bistum. Ich glaube, ein direkter Kontakt ist immer gut

Kopfwerk: Ich kann heute noch nicht in einem Krankehaus bleiben geschweige im Altenheim ... wenns passiert bekomme ich Panik und Flecken ... Da muss individuelle Hiolfe her .. schnellstens .. zb. Übernahmekosten für einzelzimmer ... durch die kath. kirche ..

Gast4153 (Gast): Gibt es wissenschaftliche Untersuchungen, wie es möglich ist, dass die Täter so verrohen. Die sind ja schließlich nicht so geboren.

joergy: Gibt es ein Stellungnahme der Kirche oder des diakonischen Werks zum Film?

Andrea Stoll: Es gibt gute Kritiken in evangelischen Medien, u.a. in der Evangelischen Sonntagszeitung.

Stewn: nicht nur Fragen , Info für Betroffene sind wichtig,den es gibt bestimmt viele die sich nicht trauen oder ein fach nur schweigen und schlucken .Das ist falsch Akten besorgen,Fotos,Betroffene im Netz suchen ...sich mitteilen und das tut so gut ,für die kranke Seele...

Doku-Autorinnen: Der Austausch ist auf jeden Fall wichtig

rosem16: Ja,komischer Weise bin ich noch in der Kirche- aber auch hier gibt es, wie man sieht -SCHWARZE SCHAFE-so wie überallauf der Welt, UND JEDER SCHWEIGT!!!!!

muellermamub: Und danke für diesen Film, der aufzeigt, was in unserem Land möglich war und leider immer ncoh ist.

Andrea Stoll: Wir danken Ihnen für das Zuschauen!

Gast5284 (Gast): Ich kann einfach nicht vestehen ,als Betroffene,wieviel Einrichtungen Kinder so behandelt haben es sind ja nicht einzelfälle sondern es war gang und gebe.Noch heute qält mich die unfassbafkeit das keiner geholfen hat das man Grenzewnlos allein in Isolationszellen liegengelassen wurde schon als Kleinkind.Und wirklich alle haben zugesehen und geschwiegen über Jahrzehnte,grausam,besonders in den Zeitlebenslangen Auswirkungen der Betroffenen.

Gast2192 (Gast): Ich denke, dass dieser Film nur einen winzigen Teil der Spitze des Eisberges beleuchtet. Im Film wurden die Verbrechen innerhalb der Kirche gezeigt. Aber der ganze Apparat im Hintergrund (Ämter, Vormundschaftsrichter und weitere beteiligte Staatsorgane) sind nicht minder schuldig. Es wäre wichtig, auch deren Rolle ans Licht zu bringen und zu thematisieren. Nach heutigen Standards würden solche Sachen vor den Gerichtshof in Den Haag landen.... zu Recht. Liebes ZDF. Das ist Aufklärungsfernsehen, wie es sich für einen öffentlichen Sender gehört. Weiter so!!!

Esther Hechenberger: Danke für die Motivation, der wir uns verpflichtet fühlen.

Gast158 (Gast): danke Ihnen!

Gast5207 (Gast): hmm - ich glaube der Chat könnte noch eine Weile offen sein

Georg Muenz: Das Thema zeigt erneut: Kirche hat mir den Gedanken und Ideen Jesus Christus' nichts aber auch gar nichts gemeinsam. Sie benutzt diesen Visionär lediglich und vergeht sich dabei an der Menschheit.

ajola: Ich kann bis heute keine geschlossenen Räume ertragen

Gast1160 (Gast): Die zwei Hauptdrachen die uns misshandelt haben sind nach Angaben der Mallersdorfer Schwestern schon tot - können nicht merh zur Rechenschaft gezogen werden - wer dann....

Gast3177 (Gast): Es wäre schön gewesen wenn eine Triggerwarnung am Anfang eingeblendet gewsen wäre da bei mir auch einiges unschönes aus meiner Kindheit bei meinen Adoptiveltern hochkam die mich identisch behandelt haben. Danke an die mutigen Menschen die das Schweigen gebrochen haben.

Andrea Stoll: Das verstehen wir! Wir haben uns bemüht!

Gast5284 (Gast): Mein Name ist Barbara und ich suche Händeringend nach Menschen die sich noch an die Zeit im Anna Kloster in Düsseldorf in den 60 er Jahren erinnern können.Ich suche nach Menschen die mir sagen können ob meine Erfagrungen auch andere gemacht haben.Ich kann mich an Dinge erinnern die hier im Film nochgranicht erwähnt werden.Isolation und Deprivatiesierung und so das habe ich auch alles erlebt.Es war grausam und es jetzt langsam aufzuarbeiten in Therapieprozessen ist immer noch so heftig,das es nur stückchenweise geht und mich selbst as Erwachsenen sehr erschüttert.

Doku-Autorinnen: Vielleicht melden sich über diesen Weg andere Betroffene. Wir drücken Ihnen die Daumen.

Gast585 (Gast): wäre schon hier morgen noch nachlesen zu können

ptw48: Danke

Gast1316 (Gast): Eine der positiven Wirkungen dieses Films ist sicherlich auch, dass die Täter/innen, die heute noch leben, sehen, dass die große Mehrheit der Menschen auf Seiten der Opfer ist und empört ist über diese Verbrechen.

Sterntaler68: ich wurde von meinen eigenen Eltern über 15 Jahre mit dem Rohrstock geschlagen

Peter Wensierski: Das tut mir sehr leid, solche Fälle kenne ich viele. Auch das war zu jener Zeit schon ein Unrecht. Allerdings wurde die Erlaubnis zur elterlichen Züchtigung erst sehr spät entzogen.

mimo22: Der Film hat für mein Verständnis nur an der Oberfläche gekratzt. Aber gut das ihn gibt.

Andrea Stoll: Sie andere Stellungnahmen, wir konnten nicht alles zeigen, nicht um 20:15 Uhr.

Gast3196 (Gast): hallo doku_autorinnen, über dei entschädigung der Heimkinder sollten sie sich doch noch einmal iformiren es ist nicht so wie es in der öffentlichkeit dargestellt wird, es gibt sehr sehr sehr starke hürden, bevor man entschädigung (sachleistungen ) bekommen KANN

Doku-Autorinnen: Das haben wir hier bereits zu Protokoll gegeben. Wir wissen, dass sich viele ehemalige Heimkinder zudem durch die aufwendige Antragstellung bevormundet fühlen.

Gast4336 (Gast): Ich war selbst mal mit 10 Jahren für 2 Monate in einem Kinderheim, als meine Mutter länger ins Krankenhaus musste und niemand auf mich aufpassen konnte. Die andern Mädels und ich wurden sehr freundlich und liebevoll behandelt und hatten trotzdem natürlich Heimweh und fühlten uns in der Situation nicht wohl. Wir waren aber dankbar für jede Umarmung und jedes nette Wort. Wenn ich mir vorstelle, in so einer verletzlichen Zeit, in der sich ein Kind sowieso schon alleine fühlt, noch Betreuer zu haben, die so sadistisch und gemein sind, ist es wirklich herzzerreißend.

Staffelberger rainer: ich war erst vor 3 Monaten noch mal im stillgelegten Steffelberg, ich wollte endlich abschliessen, aber es geht nicht

Georg Muenz: Warum gibt unser Staat nach wie vor seine Ausbildungsverantwortung diesen Kirchen?

Peter Wensierski: Ohne wirkliche Selbstkritik der Kirchen (Im Film: "Das müssen Sie verstehen") seh ich da auch schwarz.

taunus-ppp: War mir eigentlich klar, dass jede kritische Anmerkung von Ihrem "Moderatorenteam" ausgeblendet wird, Traurig, dass auch das ZDF den üblichen Versuchen des Tendenzjournalismus nicht widerstehen kann.

Gast 2013: Danke, weiter so.

Gast2331 (Gast): Warum wird der Chat jetzt schon geschlossen bei so einem wichtigen Thema?

Gast5284 (Gast): Ich möchte allen Mitwirkenden Danke,das Sie den Mut hatten dieses Tabu endlich zu brechen und es deutlich zu zeigen welches Unrecht geschehen ist.

Gast5329 (Gast): ich bin ein heimkind aus bayern. war drei tage alt als ich als bastard ins heim kam. ich habe den film nicht angeschaut, weil er zu harmlos war und ist.

Andrea Stoll: Das ist ihr gutes Recht. Aber es ist ein Anfang, um das Thema einer großen Öffentlichkeit bekannt zu machen, nicht nur als Faktenbericht, sondern emotional erfahrbar. Aber wir verstehen Ihre Haltung.

Mariano: Gibt es auch Untersuchungen darüber, was Kindern, die zur "Erholung" in solchen Heimen weilten (für 4 Wochen) angetan worden ist?

Peter Wensierski: Da habe ich viel Post bekommen, im Prinzip wurde dort stets ähnliches wie in den Heimen erlebt, nur begrentzter, eben auf vier Wochen.

[zdf]moderator: taunus-ppp was hatten Sie denn für eine Frage, die wir Ihnen nicht beantwortet haben?

taunus-ppp: Guten Abend, zunächst meine Anerkennung zu diesem beeindruckenden Film. Ich habe mich aber etwas geärgert, dass mit keinem Wort in der Dokumentation darauf hingewiesen wurde, dass der Kalemnhof in Idstein keine kirchliche Einrichtung war, sondern eine Einrichtung des Landeswohlfahrtverbandes, Dieses Thema war eben nicht auf kirchliche Einrichtungen beschränkt, was es natürlich nicht entschuligen soll.

Doku-Autorinnen: Ein guter Hinweis. Der Kalmenhof, aber auch das Mädchenheim Fuldatal, waren staatliche Heime. Vielleicht hätten wir dies noch einmal betonen müssen.

Barfüsser: Ich habe im April einen Termin in der Stuttgarter Stelle, leider gibt es keine Akten mehr über mich bei der Behörde und ich kann es natürlich nicht mehr beweisen dass ich im Heim war - schlechte Aussichten ?

Peter Wensierski: Eigentlich sollte unbürokratisch geholfen werden. Wenn es keine Akten gibt, so habe ich die Erfahrung, dann gibt es wenigstens Listen ind en Jugendämtern, darüber, wer im Heim war. fragen Sie mal danach. Ausserdem waren oft doch Akten da, wenn erst gesagt wurde, da ist nichts.

[zdf]moderator: Bitte haben Sie Verständnis, dass in der Kürze der Zeit nicht alle Fragen beantwortet werden konnten.

Gast5284 (Gast): Gibt es eignetlich die Möglichkeit mit Hernrn Wensierski Komntakt wegen Der Recherchen aufzunehmen ,ob es da auch Akten über das Annakloster gibt?

Peter Wensierski: Das Annakloster kenne ich nicht.

1Jonathan: Dieser Film war dramaturgisch gut gemacht, aber leider voll am Thema vorbei. Oberflächlich und stark zensiert, so wie ich es gestern bereits vielen Menschen vorher gesagt habe. Der sexuelle Missbrauch wurde nicht einmal in dem Film erwähnt.e.

Andrea Stoll: Der sexuelle Missbrauch war nicht das Thema dieses Films, es war nie daruf angelegt, da hätte man einen ganz anderen Film machen müssen. Uns ging es um den missbräuclhlichen und demütigenden Umgang mit Jugendlichen, der Teil des Erziehungsystems in Heimen war.

[zdf]moderator: Leider konnten unsere Fachleute nicht alle Fragen beantworten, da innerhalb dieser Stunde über 850 Beiträge und Fragen kamen. Wir hoffen, dass trotzdem die meisten Fragen eine Antwort bekommen haben.

ptw48: Nochmals ein Danke, diese Doku und der Chat haben mir wieder ein Stück geholfen, meine Jugend aufzuarbeiten

mimo22: Listen werden nach 30Jahren gelöscht Spreche aus Erfahrung

[zdf]moderator: Ob das Chatprotokoll auf der Fernsehfilm.zdf.de zur weiteren Einsicht angeboten wird, steht zur Zeit noch nicht fest.

Staffelberger rainer: dann muss halt verlängert werden

Gast5207 (Gast): @peter: gibt es Zahlen? 800.000 ware im Heim - aber wieviele berichten davon?

Peter Wensierski: Das waren 800 000 in etwa 30 Jahren, die sind heute theoretisch teils über 70, teils um die 50- 60 Jahre alt, aber viele schon verstorben

Gast5207 (Gast): wird der Chat immer so stark genutzt? Oder ist die Nutzun geher "normal"

Gast1188 (Gast): Ünbürokratisch? Kenne die Verantwortlichen eigentlich die Bedeutung dieses Wortes? In diesem Land geht nichts unbürokratisch, schon gar n icht, wenn es um eine Entschädigung geht, was sowieso eine Lachnummer, denn kein Geld der Welt kann das Leid dieser Menschen lindern

[zdf]moderator: Liebe Chatter, wir beenden nun den Chat und bedanken uns für Ihr Interesse!

HeidiDett: Es gibt keine Entschädigung - dass sich nur keiner Hoffnung mache

Peter Wensierski: Naja, sie können schon etwas bekommen - hörte gerade heute von einem Heimkind, die letzte Woche 10 000 aus dem Fond erhielt.

Gast4268 (Gast): Es kam ja im schleswig-holsteinischen Glückstadt zu einem Aufstand in einem Heim, sind noch mehr derartige Ereignisse bekannt?

Peter Wensierski: Nicht viele, aber vor allem in Hessen 1969 während der Heimkampagne. Auch in Köln.

Gast1160 (Gast): Gibt es für uns - die diese Hölle überlebt haben - Entschädigung nach Opferentschädigungsgesetz ????

Peter Wensierski: In wenigen Einzelfällen. Probieren Sie es. Aber Sie brauchen Kraft dafür.

muellermamub: Hat die Kirche aus der Vergangenheit gelernt?

Peter Wensierski: Nicht wirklich.

Gast5207 (Gast): zum Schluss - vielen Dank an das ZDF Team - vielen Dank

Gast1156 (Gast): ist das in heutigen heimen auch noch möglich? so einen körperlich und seelischen missbrauch?

Andrea Stoll: Wer weiss das schon zu sage? Leider gibt es in allen geschlossenen Institutionen die Gefahr des missbräuchlichen Umgangs, deshalb ist Transparenz und eine unabhängige Kontrolle so wichtig.

Gast111 (Gast): lieben dank an das ZDF Team

Gast1188 (Gast): Da sind Kinder jahrelang missbraucht worden, brauchten all ihre Karft, um zu überleben und jetzt sollen sie noch mal eine Menge Kraft aufbringen für ein paar Kröten. Dieses Land geht langsam aber sicher vor die Hunde

Gast4218 (Gast): Das gilt auch für die Kirchen und ehemals Staatlichen Einrichtungen: Wer den Wind sät wird auch den Sturm ernten. Also zieht euch warm an.

Gast4261 (Gast): Gibt es Leute, bei denen Therapien doch etwas gebracht haben? Bei Luisa im Film haben sie nichts gebracht

Peter Wensierski: Doch gibt es. Aber es ist schwer, einen richtigen Therapeuten zu finden, viele kannten bis vor kurzem die Problematik gar nicht. Insofern trägt der Film oder mein Buch auch dazu etwas bei.

Gästin2012: Ist der chat schon beendet?

Wüstenmaus1961: Auf eine Besonderheit der katholischen Kirche sollte hingewiesen werden. Um die Missstände zu vertuschen war auch Ende der 70er Anfang der 80er seitens der katholischen Kirche Butterbrot und Peitsche angesagt. Im Zusammenhang mit sexuellen Übergriffen hatte ich mit dem Bistum Mainz mein persönliches Erlebnis. Die Bestechung für das Schweigen akzeptieren oder die juristische Keule. Und heute? Schriftlich wurde mir vom Bistum Mainz mitgeteilt, dass zu den damaligen Vorkommnissen keine Unterlagen mehr vorhanden wären. Möge daran glauben wer möchte, mir fehlt er.

Peter Wensierski: Sie sollten das Bistum in die Pflicht nehmen, gerade in Mainz gab es mehrere Fälle. Der dortige Generalvikar sagte mir neulich, er habe viel dazugelernt. Prüfen Sie das doch mal bei ihm nach!Nur mut!

[zdf]moderator: Der Chat ist mittlerweile beendet. Peter Wensierski beantorwtet aber noch einige offene Fragen.

Gast585 (Gast): oh, eigentlich vor 10 Minuten offiziell beendet, aber Herr Wsnieski ist noch da - vielen Dank dafür

joergy: Was hat die "Erzieherinnen" getrieben sich so unmenschlich zu verhalten? Glaubten Sie wirklich im Recht gewesen zu sein?

Peter Wensierski: Ich hab mich mehr für die Betroffenen interessiert. Sicher, die Täter waren oft selbst "arme Schweine", aber eben doch Täter.

Gast275 (Gast): Ich bin wirklich schockiert. Ich fand Berichte und den Film über die Magdalenenheime, die "Magdalene Laundries" in Irland und Kanada furchtbar, in denen die katholische Kirche auch erwachsene unschuldige Frauen manchmal lebenslang einsperrte und ihre Arbeitskraft ausbeutete. Dass das in deutschen Heimen auch mit Kindern so gemacht wurde, auch z.B. die harte Arbeit, ist wirklich unfassbar. Und dann diese furchtbare Brutalität. Ich frage mich wirklich, welche seelischen Abgründe bei diesen Nonnen und frommen Brüdern und im System Kirche so was möglich machen.

Peter Wensierski: Dazu habe ich natürlich mehr noch in meinem Buch geschrieben. Ich hatte es auch anfangs nicht für möglich gehalten, dass es Einrichtungen wie die "Diakonie Freistatt" bis 1972 gegeben hat.

Kopfwerk: Lieber Peter Wensierski ... es ist noch so viel im Dunkeln ... ich bitte Sie den Fall des Norbert M .. seinerzeit im Salvator Kolleg Paderborn - aufzubrechen. Der Fall ist Aktenkndig. Alles in den Akten geschrieben .. auch der Missbrauch. Unter dem Vorwand Norbert soll wegen einer Adoption im Bistum Paderborn vorsprechen wurde er dem Weihbischof vorgeführt ... Bitte An Kopfwerk@web.de wenden .. ps. Ich hatte mit Ihnen schon private Gespräche ... es grüßt Peter R.

Peter Wensierski: Darüber solltenwir uns nochmal unterhalten.

Gast1160 (Gast): Ich möchte auch gerne Akteneinsicht haben - kann der Kreis für Heimkinder hier behilflich sein ???

Peter Wensierski: Sie haben laut Runden Tisch ein Recht auf Akteneinsicht. Schauen Sie bitte hier nach: http://www.fonds-heimerziehung.de/fonds/runder-tisch-heimerziehung.html

Staffelberger rainer: wir vom Staffelberg waren die ersten, die das Schweigen durchbrachen Herr Wensierski

Peter Wensierski: Das stimmt, Staffelberg 1969 Aber leider ist in den 80er und 90er Jahren alles wieder vergessen worden.

[zdf]moderator: Der Chat ist beendet! Vielen Dank.

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