Christian Redl

Mehr als der ewige Bösewicht

Ende der 1980er Jahre entschloss sich der gefeierte Bühnenschauspieler Christian Redl zu einem späten Filmdebüt. Seine Rolle als "Hammermörder" in der gleichnamigen ZDF-Produktion brachte ihm 1991 nicht nur legendären Ruhm ein, sondern auch den Grimme-Preis. Obwohl er am Theater die unterschiedlichsten Rollen verkörpert und sich selbst als Komiker versteht, ist Christian Redl auf dem Bildschirm hauptsächlich in düsteren Rollen zu sehen.

Rolf Schanz (Christian Redl)
Rolf Schanz (Christian Redl) Quelle: ,ZDF

Christian Redl wurde 1948 in Schleswig geboren und lebt zurzeit in Hamburg und Berlin. Seine Schauspielausbildung absolvierte er von 1967 bis 1970 an der Schauspielschule in Bochum. Anschließend folgten Engagements an Bühnen in Wuppertal, Frankfurt und Bremen. Von 1980 bis 1993 gehörte er zum Ensemble des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, wo er Hauptrollen in zahlreichen Inszenierungen von Klaus Peymann, Luc Bondy und Peter Zadek spielte.

Nominierung für den Telestar

Wichtige Theaterrollen der vergangenen Jahre waren "Serge" in "Kunst", "Harmann" im "Totmacher" und "Peachum" in der "Dreigroschenoper". Christian Redl hatte seine erste Kino-Hauptrolle 1987 in "Sierra Leone" von Uwe Schrader. Seine größten Erfolge hatte er in Arbeiten des TV-Regisseurs Bernd Schadewald. Er wirkte außerdem in den Kinoproduktionen "Der Untergang", "Tattoo" und "Krabat" mit.

Vielschichtige Charaktere

1991 erhielt Christian Redl den Grimme-Preis für seine Hauptrolle in der ZDF-Produktion "Der Hammermörder". "Diese Rolle hatte eine ziemlich nachhaltige Wirkung und ich wurde jahrelang sehr oft als Bösewicht besetzt. Aufgrund meiner Physiognomie traute man mir eher den Mann mit krimineller Energie zu, als den treu sorgenden Familienvater. Das hat sich aber glücklicherweise im Lauf der letzten Jahre sehr verändert, sodass ich mich mit diesem Klischee nicht mehr auseinandersetzen muss", so der Schauspieler über seinen schauspielerischen Werdegang.

Tatsächlich sah man Redl unlängst auch in ganz anderen Rollen, beispielsweise als melancholischen Kommissar im dem ZDF-Fernsehfilm "Der Tote im Spreewald" von 2009. Die Figuren, die Christian Redl verkörpert, sind vielschichtige und komplexe Charaktere. Drehbücher liest er kritisch, bevor er eine Zusage erteilt, und seine Rolle sucht er sich genau aus. "Der Markt ist nicht wirklich reich an guten Büchern. Wenn man, wie ich, das Glück hat, es sich leisten zu können, einfach abzusagen, ist das nicht ganz so problematisch."

2009 war Christian Redl in der Romanverfilmung "Die Päpstin" von Regisseur Sönke Wortmann und dem zweiteiligen Katastrophen-Film "Vulkan" von Uwe Janson zu sehen. Seine jüngste Produktion war der TV-Film "Der Uranberg (2010).


Auszeichnung:



-  1991 Adolf-Grimme-Preis für "Der Hammermörder"



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