"Das Wichtigste ist die Dosierung"

Interview mit Komponist Oliver Biehler

Komponist Oliver Biehler ging es darum, die unterschiedlichen musikalischen Komponenten emotional stimmig und harmonisch in die Gesamtstruktur des Films einzubinden. Dazu arbeitete er auch mit musikalischen Kontrasten in Instrumentierung und Rhythmen.

Carla (Barbara Auer, re.) und Andi (Roeland Wiesnekker, li.)
Carla (Barbara Auer, re.) und Andi (Roeland Wiesnekker, li.) Quelle: ZDF


ZDF: Was war Ihr musikalisches Anliegen in diesem Film?


Oliver Biehler: Mein Bestreben war es, der Person Clara Schön von Anfang an eine zusätzliche, emotionale Ebene zu geben, die konträr zu ihrer nüchternen Gerichtsvollzieherwelt steht.


ZDF: Wie haben Sie das bewerkstelligt?



Biehler: Die Herausforderung lag darin, die Verbindung der einzelnen musikalischen Komponenten - Musik im "on", songs und score - zu einer Einheit werden zu lassen. Bei einem solchen Film sollte man meiner Ansicht nach darauf achten, dass die Musik wie aus einem Guss erscheint. Sie sollte nicht zu zerfleddert wirken, da sie sonst eher von der eigentlichen Handlung ablenkt, statt ihr eine zusätzliche Dimension zu geben.

Da ich wusste, welche Instrumentierung im "on" stattfindet, habe ich bewusst Instrumente daraus entnommen - in diesem Fall die akustische Gitarre - und sie in den score eingebracht. Die Elemente Sehnsucht und Schmerz spielen im Tango ja eine große Rolle. Ich habe daher versucht, dies ein wenig in den score einfließen zu lassen, ohne daraus gleich eine Tango-Filmmusik werden zu lassen. Ansonsten hätte der score diese zusätzliche Ebene nicht gehabt.


ZDF: Welche musikalischen Aspekte Ihrer Arbeit halten Sie für besonders gelungen?



Biehler: Das Wichtigste bei so einem emotional stimmigen und gut inszenierten Film ist die Dosierung: wieviel Musik, an welchen Stellen, wann etwas größer (wenn überhaupt), wann eher zurückgenommem? Die ständige Frage eines Filmkomponisten sollte eigentlich sein: Gibt meine Musik diesem Film etwas, was er noch nicht hatte? Das lässt sich natürlich nicht immer zu 100 Prozent einlösen. In diesem Fall ist es mir, glaube ich, ganz gut gelungen.

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