Der emotionale Konflikt ist der Schrittmacher der Handlung

Regisseur Tim Trageser über seinen ersten Thriller

Als ich das Angebot bekam, einen Thriller für das ZDF zu drehen, war ich gerade in der Mischung von "Wohin mit Vater?" Ich war sofort Feuer und Flamme. Nach Komödie, Krimi und Drama freute ich mich auf das Genre, dessen Hauptcharakteristikum die durchgängig präsente Spannung ist. Zwar hatte ich schon mehrmals einen "Tatort" inszeniert, aber dort war Spannung immer nur innerhalb einzelner Sequenzen möglich, und nicht über eine Länge von 90 Minuten.

Mit "Racheengel - Ein eiskalter Plan" konnte ich nun einen Film machen, in dem die Spannung nicht nur ständig präsent ist, sondern schleichend und unaufhörlich zunimmt. Aber natürlich hat mich nicht nur das Genre gereizt, sondern auch das Drehbuch. In jeder Geschichte, die ich verfilme, versuche ich zum emotionalen Fundament der Hauptfigur vorzustoßen. Daher war ich sehr froh, einen Thriller in die Hand zu bekommen, in dem der Fokus auf einen emotionalen Konflikt gelegt wird statt nur auf die Beschreibung der Handlung mit ihren spannenden Wendungen, wie es bei vielen Thrillern inzwischen der Fall ist.

Emotionaler Konflikt als Schrittmacher

Den Autoren ist es gelungen, den emotionalen Konflikt zwischen den Schwestern, den sie durchstehen müssen, zum Schrittmacher der Handlung zu machen und nicht umgekehrt. Nur so war es möglich, das Thema des Films "Schuld und Rache" so in die Geschichte einzubetten, dass das Geheimnis der Hauptfigur aus der Vergangenheit nicht nur spannend, sondern auch emotional berührend erzählt werden konnte.


Und ich empfand den Einsatz der Bild-, Ton- und Musikgestaltung bei einem Thriller als besondere Herausforderung. Noch nie wollte ich von den Schauspielern emotional dargestellte Zustände filmisch so stark stützen lassen, wie wir es in diesem Film taten. Es hätte auch bisher nie zu meinen Filmen gepasst. In einem "Thriller" ist eine starke Filmsprache durch Bild, Ton und Musik aber nicht nur möglich, sondern zwingend. Denn Thriller heißt nicht umsonst übersetzt "Nervenkitzel".

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