Der Fall Jakob von Metzler

Als erstes fiktionales Filmprojekt rekonstruiert "Der Fall Jakob von Metzler" die erschütternden Umstände der Entführung des Bankierssohns Jakob von Metzler und des darauf folgenden Strafverfahrens gegen den damaligen Polizei-Vizepräsidenten Wolfgang Daschner.

Im Herbst 2002 wird der elfjährige Bankierssohn Jakob von Metzler entführt. Der Entführer fordert eine Million Euro. Am Tag nach der Geldübergabe kommt es zur Festnahme von Magnus Gäfgen. Der Entführer beteuert mehrmals, dass Jakob noch lebt, weigert sich jedoch über Stunden hinweg, den Aufenthaltsort des Kindes preiszugeben.

Androhung von unmittelbarem Zwang

Schließlich entschließt sich der damalige Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner, der um das Leben des Opfers fürchtet, dem Entführer durch einen ihm untergebenen Kriminalhauptkommissar die Anwendung unmittelbaren Zwanges anzudrohen. Unter dem Eindruck dieser Drohung macht Magnus Gäfgen die erwünschten Angaben zum Aufenthaltsort des Entführungsopfers.

Magnus Gäfgen gibt das Versteck des toten Kindes preis – er hatte Jakob bereits am Tag der Entführung ermordet. Gäfgen wird im Juli 2003 wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Januar 2003 beginnt die Staatsanwaltschaft mit den Ermittlungen gegen Daschner wegen des Verdachts auf Verleitung eines Untergebenen zu einer Straftat. Das Verfahren endet im Dezember 2004 mit einem Schuldspruch.

Bis heute andauernde Debatte

Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen und zog eine bis heute andauernde Debatte nach sich. Der Film erzählt auf Basis genauester Recherche von den polizeilichen Ermittlungen und dem späteren Strafverfahren gegen den Polizei-Vizepräsidenten Wolfgang Daschner und dessen Entscheidung, dem Entführer unmittelbaren Zwang androhen zu lassen, um das Leben des Kindes zu retten. Eine Entscheidung, die bis heute in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert wird und Gerichte und Medien beschäftigt. Der Film beleuchtet dieses dem Fall immanente moralische Dilemma.

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