Der lange Arm des Krieges

Die Redaktion über Angola, die Minen und den Film

Wir alle erinnern uns an die Bilder, als Lady Diana, Prinzessin von Wales, im Januar 1997 in der angolanischen Provinz Huambo ein Krankenhaus besuchte, das weder über elektrischen Strom noch über ausreichend Betten verfügte. Im Anschluss ging sie in Schutzkleidung auf Minenfelder - ein Gang, der ihr in der Presse viel Anerkennung einbrachte und die britische Tory-Regierung, die sich gegen eine Ächtung von Landminen ausgesprochen hatte, verärgerte.

Die verheerenden Folgen des Krieges

Die umfangreiche Berichterstattung über diese Aktion lenkte für kurze Zeit den Blick der Weltöffentlichkeit auf Angola und die Folgen des schrecklichen Bürgerkriegs, in dem schätzungsweise 500.000 Menschen ums Leben kamen und 2,5 Millionen vertrieben wurden.Neben der weitgehenden Zerstörung der Infrastruktur wurde auch die Landwirtschaft stark beeinträchtigt, was zu Hungersnöten in den entsprechenden Regionen führte. Diese Folgen sind bis heute - 14 Jahre später - nicht behoben, denn noch immer hat sich zum Beispiel die Landwirtschaft nicht erholt, da Ackerflächen zum großen Teil nicht genutzt werden können - sie sind vermint.

Allein in Angola müssen etwa 100.000 Menschen mit Amputationen leben, jedes dritte Minenopfer ist ein Kind. Von Kambodscha oder Afghanistan ganz zu schweigen. Es gibt viele mutige Menschen, die helfen möchten. Hilfe in diesen Gebieten heißt, die Minen zu suchen, zu finden und zu vernichten. Es braucht Menschen, die sich der Herausforderung stellen und sich zu Minenräumern ausbilden lassen.

Der Mut der Minensucher

Wie aber genau diese Tätigkeit aussieht, welchen immensen physischen und vor allem auch psychischen Belastungen sich diese Menschen damit aussetzen, das ist nur den wenigsten bekannt. Mit dem Film "Die Minensucherin", der in enger Zusammenarbeit mit der Organisation "Menschen gegen Minen e.V." entstanden ist, möchten wir von diesen Menschen erzählen.

Dabei haben wir eine Frau in den Mittelpunkt der Geschichte gestellt, die sich - vielleicht ein bisschen naiv - zu helfen vorgenommen hat. Als sie scheitert, lässt sie sich zur Minensucherin ausbilden, um ihr Trauma zu verarbeiten. Was das bedeutet, wird ihr aber erst im Einsatz wirklich klar - als sie sich in Lebensgefahr bringt.

Hinschauen, statt immer nur wegschauen

Dass diese Frau mit Christine Neubauer besetzt wurde, kommt nicht von ungefähr: Christine Neubauer ist nicht nur ebenfalls eine mutige Frau, die sich jedes Mal aufs Neue den Herausforderungen ihrer Rollen fast bis zur Selbstaufgabe stellt. Sie ist auch Botschafterin des DRK und engagiert sich auch jenseits ihrer Arbeit für dieses Thema. Außerdem ist sie nicht nur eine gute, sondern auch eine populäre Schauspielerin, und nicht zuletzt dadurch hoffen wir, dass es gelingen wird, Zuschauer für ein Thema zu interessieren, bei dem "man" vielleicht lieber wegschaut.

Übrigens: Kurz nach dem Gang von Lady Diana durch die Minenfelder unterzeichneten in Ottawa 122 Regierungen einen Vertrag, der Produktion, Einsatz, Lagerung und Weitergabe von Antipersonenminen verbietet. Das Stockholmer Nobel-Komitee kürte diese Initiative mit einem Friedensnobelpreis. Seit 1997 haben über 150 Staaten der Ottawa-Konvention zugestimmt. China, Russland und die USA haben ihn bis heute nicht unterzeichnet.

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