"Die Geschichte war es wert, so lange zu warten"

Interview mit Produzent Sam Davis

Produzent Sam Davis stieß in einem kleinen Artikel im "New Yorker" auf die Spur dieser Geschichte. Er war sofort sicher, hier eine wahre Heldengeschichte mit allen emotionalen Schattierungen gefunden zu haben. Wie aus der Idee dann der Film entstand, erzählt er im Interview.

Das Team um Dr. Markus Höchstmann (Ken Duken, l.), Dr. Thomas Wenninger (Juergen Maurer, 2.v.l.) und Dr. Lydia Martischek (Julia Koschitz, 3.v.r.).
Das Team um Dr. Markus Höchstmann (Ken Duken, l.), Dr. Thomas Wenninger (Juergen Maurer, 2.v.l.) und Dr. Lydia Martischek (Julia Koschitz, 3.v.r.). Quelle: ZDF


ZDF: Wie sind Sie auf die Idee zu diesem Film gekommen?

Sam Davis: Ich habe seinerzeit einen Artikel im amerikanischen Magazin "New Yorker" gelesen. Da ging es um die Wichtigkeit von Checklisten bei Operationen. Auch wurde dieser spektakuläre Fall aus Österreich beleuchtet. Ich dachte sofort: "Wow, was für eine großartige Story!" Die war emotional, da gab es einen wahren Helden - und das auch noch im Nachbarland Österreich. Diese Geschichte war wirklich wie ein rarer Diamant.


ZDF: Wie lange hat es von der Idee bis zu den Dreharbeiten gedauert?


Davis: Insgesamt haben wir ungefähr zweieinhalb Jahre an diesem Projekt gearbeitet, bis es soweit war, dass wir drehen konnten. Diese Dinge brauchen ihre Zeit, aber die Geschichte war es wert, so lange zu warten, bis wirklich alle Details stimmten und wir darüber reflektieren konnten, um dann hoffentlich das Richtige zu tun. Letztlich entscheidet der Zuschauer, aber ich denke, der Film wird das Publikum fesseln.


ZDF: War es schwer, Dr. Thalmann zu überzeugen? Davis: Natürlich war unsere Anfrage für ihn eine überraschende, neue Situation. Aber wir haben uns von Anfang an gut verstanden, beide Seiten waren ehrlich und authentisch. Er hat uns von der ersten Idee bis zum Ende großartig begleitet. Und ich denke, er ist genauso stolz auf den fertigen Film wie wir.



ZDF: War es von Anfang an geplant, am Original-Schauplatz im Landeskrankenhaus Klagenfurt zu drehen?


Davis: Am Original-Schauplatz zu drehen, ist der Wunsch eines jeden Filmemachers. Letztlich waren wir sehr überrascht und glücklich, dort drehen zu können, da das Gebäude bereits für den Abriss vorgesehen war und dieser wie durch ein "Wunder" auf das Jahr 2012 verschoben wurde.


ZDF: War es schwer, eine Drehgenehmigung zu bekommen?

Dr. Höchstmann (Ken Duken, l.), Dr. Martischek (Julia Koschitz, m.) und Professor Lohmeyer (Erwin Steinhauer, r)
Das Wunder von Kärnten_duken_int. Quelle: ZDF


Davis: Nein, ganz im Gegenteil. Das Krankenhaus und die Stadt Klagenfurt waren unglaublich kooperativ. Sie fanden das Drehbuch sehr gut und sahen die Geschichte direkt als die "ihre" an.




ZDF: Welche Rolle hat dabei Ihr österreichischer Koproduktionspartner Graf-Film gespielt?



Davis: Klaus Graf war ein großartiger Partner bei diesem Projekt. Diese Kärntner Geschichte in die Welt hinaus zu bringen, hat ihn und sein Team sehr inspiriert und motiviert.


ZDF: Sie zeigen das originale medizinische Equipment ...


Davis: Ich bin davon überzeugt, dass die Zuschauer Authentizität zu schätzen wissen. Und obwohl dieser Fall nur 14 Jahre zurückliegt, ist Dr. Thalmanns Arbeit umso verblüffender, da er wirklich mit ganz anderen technischen Hilfsmitteln operieren musste, als es sie heute gibt.


ZDF: Entsteht eine besondere Atmosphäre, wenn man am Original- Schauplatz dreht?


Davis: Während der Dreharbeiten waren auch Krankenschwestern vor Ort, die bei der realen Operation vor 14 Jahren dabei gewesen sind. Sie haben uns auf den Boden der Tatsachen zurückgeführt. Dort, wo wir mit unserem Team und Equipment standen, wurde wirklich das Leben eines kleinen Mädchens gerettet. Ein wirklich geschichtsträchtiger Moment, der einen mit Demut erfüllt.
ZDF: Gibt es dem Film eine besondere Qualität, dass in einem echten OP-Saal gedreht wurde und nicht im Studio?


Davis: Mit dem Budget eines Fernsehfilms ist es fast unmöglich, einen 300 Quadratmeter großen OP-Saal und ein intensivmedizinisches Aufwachzimmer mit echter Krankenhaus-Atmosphäre zu drehen. So gesehen hatten wir unglaubliches Glück.

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