Die Lehrerin

Drama zum Thema Amoklauf

Der erste Schultag nach den Sommerferien, das übliche Gesumm und Gewimmel in der Schule. Plötzlich hört man laute Musik und Schüsse. Ein ehemaliger Schüler hat auf die beliebte Lehrerin Katja geschossen. Sie wird schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht und fällt ins Koma. Nach Schock und Besinnung betreten Schüler und Lehrer wieder die Schule. Doch wie geht es nun weiter?

Drea (Anna Loos) und ihre Klasse
Drea (Anna Loos) und ihre Klasse Quelle: ZDF

Perspektive der Betroffenen

Die Lehrerin Andrea Liebnitz, genannt Drea, übernimmt die traumatisierte Klasse ihrer Freundin. Sie tut das nur Katja zuliebe, der sie sich innerlich verpflichtet fühlt. Sie selbst wollte gerade kündigen, hatte - seit Jahren Lehrerin - die Nase gründlich voll von diesem Beruf. Nun aber muss sie sich um die Kinder kümmern und ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen. Sie bringt die Klasse dazu, einen Schulgarten anzulegen. Und über die Arbeit mit Pflanzen und Erde kommen sich Lehrerin und Schüler näher. Drea berichtet Katja im Krankenhaus jeden Tag von ihren kleinen Erfolgen und Misserfolgen, vom Fortgang der Arbeit im Garten, vom Leben an der Schule. Sie ist fest davon überzeugt, dass Katja wieder gesund wird. Nur einer merkt, dass Drea ihre eigenen Gefühle verdrängt und in ein Trauma hineingleitet: Weininger, ein Psychologe. Er versucht, der Lehrerin zu helfen.

Das von Laila Stieler genau recherchierte und einfühlsam geschriebene Porträt einer Lehrerin hat Tim Trageser temperamentvoll und berührend inszeniert. Am gesellschaftlichen Brennpunkt Schule steht hier nicht der Täter im Vordergrund, Stieler und Trageser konzentrieren sich in ihrem realistischen Drama auf die Perspektive der geschockten Betroffenen. Sie zeigen, wie schwer die Verarbeitung einer plötzlichen, sinnlosen Gewalttat an einem wichtigen Ort der Wertevermittlung fällt.

Ehrliches, friedvolles Miteinander

Sie schildern nicht beschönigend, sondern authentisch, wie Lehrer und Schüler aus einer Ausnahmesituation wieder in einem lebendigen Alltag zu einem ehrlichen, friedvollen Miteinander finden. Und nebenbei ist ihnen mit humanem und humorvollem Pathos ein starker Film über eine wundervolle, über den Tod hinausreichende Frauenfreundschaft gelungen.


Die Schauspieler und die echten Schüler bilden ein stimmiges, eindrucksvolles Ensemble. Anna Loos beeindruckt nachhaltig mit ihrem physisch und psychologisch intensiven Spiel. Meret Becker, Axel Prahl und das facettenreiche Lehrerkollegium sind keine Nebendarsteller, sondern wahrlich "supporting actors".

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