"Die Realität war einfach nur atemberaubend"

Interview mit Kai Schumann

Kai Schumann spielt Lenas Kindheitsfreund Daniel, den "Löwenflüsterer". Die Erforschung dieser Rolle, und die Gelegenheit, dabei den Löwenexperten und Tierverhaltensforscher Kevin Richardson kennenzulernen, haben den Schauspieler fasziniert.

Daniel (Kai Schumann)
Daniel (Kai Schumann) Quelle: ZDF
Daniel (Kai Schumann)
Die Löwin_kai int. Quelle: ZDF


ZDF: Sie spielen Daniel, den "Löwenflüsterer". Was hat Sie an der Geschichte und der Figur gereizt?
Kai Schumann: Das Drehbuch hat mich von Anfang an fasziniert. Es las sich wie ein Krimi. Eine geheimnisvolle Familiengeschichte, deren schreckliche Wahrheit die Hauptfigur wiederentdeckt. Und das inmitten dieser unendlich schönen aber auch einsamen Weite Südafrikas. Die Figur des "Löwenflüsterers " Daniel ist natürlich per se spannend. Da wurde sofort der kleine Junge in mir geweckt, das roch nach Abenteuer!

In der Szene, in der Lena und ihr Lebensgefährte Felix beobachten, wie Daniel sich mit einem Löwen balgt, meint Felix: "Das nennt man artfremdes Verhalten. Oder der Mann hat einfach eine krasse Todessehnsucht." Wie ist ein Mensch, der seine sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert und stattdessen 90 Prozent seiner Zeit mit einer der gefährlichsten Gattungen der Welt verbringt? Ist es eine Flucht oder Passion?

Ist er wirklich so glücklich und zufrieden, wie er anfänglich scheint? Hat er keine Sehnsüchte und wenn doch, was passiert mit ihm, wenn diese nicht erfüllt werden? Da entspannt sich unmittelbar eine Welt von Fragen, die ich unbedingt beantworten wollte. Und dann war da natürlich noch die große und wahrscheinlich einmalige Chance, Kevin Richardson kennenzulernen - den wahren "Löwenflüsterer".



ZDF: Welche Erwartungen hatten Sie an den Dreh und an Südafrika? Inwiefern wurden diese erfüllt, was war überraschend für Sie?


Schumann: Ich war vorher noch nie auf dem afrikanischen Kontinent. Insofern hatte ich nur Abziehbilder im Kopf. Die Realität war einfach nur atemberaubend. Ich habe sechs Wochen Tür an Tür mit einer Hippofamilie, Elefanten, Zebras, Straußen, Giraffen und zwei wütenden Kampfschwänen gelebt. Und das Gebrüll der Löwen war meine kleine Nachtmusik. Was will man mehr?


ZDF: Daniel pflegt zu den Löwen eine sehr intensive, fast menschliche Beziehung. Wie haben Sie diese faszinierenden und gleichzeitig gefährlichen Tiere in der Zusammenarbeit erlebt?


Schumann: Ich habe mich verliebt. Es ist einfach ein unbeschreibliches Gefühl, von einem Löwen umarmt zu werden. Wäre ich noch einmal 20, würde ich zu Kevin Richardson gehen und mich ausbilden lassen.
ZDF: Was waren für Sie die prägendsten Eindrücke, die Sie von dem Land, den Menschen und der Wildnis nach Deutschland mitgenommen haben?


Schumann: Wir können unglaublich viel von dem Umgang mit Tieren lernen. Die Menschen ignorieren nur allzu gern die Bedürfnisse ihrer Mitmenschen, gehen respektlos und ignorant mit den Gefühlen Anderer um. In der Tierwelt würde so ein Verhalten katastrophale Folgen für die eigene Gesundheit zur Folge haben. Man sagt, Afrika sei das Herz der Erde. Ich glaube, das stimmt. Es schlägt sehr kraftvoll, obwohl es blutet. Zu sehen, was die weiße Rasse dort angerichtet hat, hat mich wütend und sehr traurig gemacht. Umso faszinierender ist die Lebensfreude, die die Menschen dort ausstrahlen.

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