Ein besonderer Film über das Spiel des Bösen

Reflexionen der Drehbuchautorin Hannah Hollinger

Sie wollte noch einmal so etwas wie eine Bombe in ihr Leben werfen. Susanne Wahlberg, eine Frau Anfang vierzig, wollte sich nicht mit dem Stillstand in ihrer Karriere und in ihren Gefühlen abfinden. Bis zu dieser Entscheidung, die bestimmt keine bewusste war, stand sie auf der richtigen Seite, auf der von Moral und Konventionen geprägten, die des Rechts und der Ordnung.

Doch was ist schon "das Gesetz" in dem übergeordneten Kosmos der Geheimdienste, dessen Übergang in dieser Geschichte fließend zwischen Legislative und Exekutive ist.

Geschichte über einsame Menschen

Hannah Hollinger

Staatliche Interessen werden zwar definiert, aber verschwimmen in ihren Grenzen. Aber diese Geschichte handelt nicht nur von verschwundenen Sprengköpfen, von Waffengeschäften und persönlichen Verstrickungen, sondern von vier starken Persönlichkeiten, deren Lebenswege von einer Frau, Carla Paditz, die sich selbst verkaufte, zusammengeführt wird.

Allerdings ist sie da schon tot, ermordet in einem geschmacklosen Hotelzimmer in Istanbul. Und von da an wird es auch zu einer Geschichte über einsame Menschen, die aber immer noch wissen, was Liebe für sie bedeutet, wenn sie ihrem Glück, dem großen Geld oder einfach auch nur der Tatsache, sich noch einmal spüren zu wollen, hinterher jagen.

Film über Sein und Schein

"Tod in Istanbul" ist die Geschichte von drei Männern, die eine Frau, dieselbe, irgendwann und auf irgendeine Weise geliebt haben, und über eine Frau, die für einen Moment zwischen Gut und Böse entscheiden muss. Wer zum Schluss wirklich Schuld an Carla Paditz Tod ist, wer hinter den großen Waffengeschäften steckt, an der großen Schraube gedreht hat, ist wichtig, aber nicht mehr wirklich von zentraler Bedeutung.

Matti Geschonneck, der Regisseur, mit dem ich schon siebzehn Filme gemacht habe, hat in seiner einmaligen Verknappungskunst mit "Tod in Istanbul" einen sehr geschlossenen Film über Sein und Schein gedreht. Wer ist man wirklich in diesem Lebensspiel, in dem man glaubt, eine wichtige Rolle zu besetzen? Oder wer ist man nicht? Hat nicht jeder Schuld? Dennoch gibt es immer einen, der noch ein wenig mehr davon hat. Wir wollten einen besonderen Film über das Spiel des Bösen machen. Dieses Buch zu schreiben, hat mir ungeheuren Spaß gemacht.

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