"Ein Humor, der nicht alles so ernst nimmt"

Ein Interview mit dem Regisseur Markus Imboden

Markus Imboden hat nun bereits zum fünften Mal einen Dorfkrimi von Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt inszeniert. Im Zentrum von "Mörderisches Wespennest" steht die überdrehte Figur des Privatdetektivs Finn Zehender, gespielt von Hinnerk Schönemann.
Der Regisseur spricht über die Kunst, den Humor des Buchs richtig zu inszenieren und die Kunst des Schauspielers, seine Rolle authentisch erscheinen zu lassen.


ZDF: "Mörderisches Wespennest" ist ja schon der fünfte "Crime-in-Nature"-Krimi mit dem Drehbuchautor Holger Karsten Schmidt. Warum inszenieren Sie so gerne Drehbücher von Holger?

Markus Imboden: Weil sie gut geschrieben sind, weil sie mich inspirieren und weil er einen Humor hat, der nicht alles so ernst nimmt.



ZDF: "Mörderisches Wespennest" spielt in einem trostlosen Nest in der norddeutschen Provinz. Was ist das Spannende in einem solchen kleinen Kaff?


Imboden: In einem solchen Nest sieht man auch tagsüber kaum Menschen auf der Straße. Der Ort wirkt wie ausgestorben und wird so Kulisse für Eingebildetes. Dieser Ort hat etwas künstliches, überhöhtes. Diese Orte machen den Film zum Western, der etwas über Deutschland erzählt, über ein Deutschland jenseits der Galaberichterstattung. Der Ort stellt die Figuren aus.


ZDF: Wie schwierig ist die Gratwanderung zwischen Humor und blutigem Ernst? Worauf legen Sie da als Regisseur besonderen Wert?


Imboden: Finde ich jetzt nicht so schwierig. Man muss nur schauen, dass der Humor ernsthaft bleibt und das Ernste humorvoll.


ZDF: Wie war die Arbeit mit Hauptdarsteller Hinnerk Schönemann? Holger Karsten Schmidt hat ihm die Rolle des Privatdetektivs Finn Zehender ja auf den Leib geschrieben!


Imboden: Bei allen guten Schauspielern sagt man hinterher, dass ihnen die Rolle auf den Leib geschrieben wurde. Weil das genau die Aufgabe des Schauspielers ist, die Rolle so aussehen zu lassen, als wäre sie einem auf den Leib geschrieben. Es gilt eben, authentisch zu sein, wahrhaftig. Und das ist bei so einer überdrehten Figur nicht einfach. Meine Hochachtung vor Hinnerk!
ZDF: Welche neuen Projekte nehmen Sie gerade in Angriff?


Imboden: "Wespennest 2" im Frühjahr 2011. Momentan drehe ich noch meinen Kinofilm "Der Verdingbub". Ein aufwühlendes Drama um Kindersklaven im Jahr 1955 in meiner Heimat, der Schweiz. Eigentlich ist es ein Musikfilm und das, was ich schon immer machen wollte

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