"Eine gewisse Art von Zielstrebigkeit ist mir nicht fremd"

Interview mit Fritz Karl

Des erfolgreiche Broker Andreas Mersfeld, ermittelt die Herkunft und Sicherheit eines Medikaments, das seiner Frau möglicherweise den Tod brachte - und muss schließlich feststellen, dass sein beruflicher Aufstieg und Erfolg vom Erfolg und Misserfolg genau jenes Präparats abhängt. Fritz Karl beschreibt im Gespräch, was ihn an dieser Rolle und der Thematik interessiert hat.


ZDF: Was hat Sie an dieser Rolle so gereizt?


Fritz Karl: Zum einen schätze ich Jörg Grünler sehr, weil ich schon mehrfach erfolgreich mit diesem Regisseur gearbeitet habe. Andererseits fand ich die Figur interessant: Andreas Mersfeld hat viele Facetten und durchlebt Phasen, in dem sein Lebenspegel extrem nach oben und unten ausschlägt. Außerdem beleuchtet der Film ein Thema, das schon vor Beginn unseres Drehs hohe Aktualität erhielt, als öffentlich über verfrühte Zulassungen von Antidepressiva diskutiert wurde, nachdem fatale Nebenwirkungen nicht genug erforscht und im Beipackzettel genannt worden waren. Außerdem hat mir an der Rolle geschmeckt, endlich mit Jessica Schwarz drehen zu können. Das wollte ich schon lange. Ich fand die Paar-Konstellation super spannend: er, ein "Master of the Universe", ein erfolgreicher Broker, sie eine Frau, die für verrückt gehalten wird.


ZDF: Und wie war dann die Zusammenarbeit mit Jessica Schwarz?



Karl: Sehr gut. Wir haben uns prima verstanden. Was ich so erfrischend fand: wie sie direkt aus dem Bauch heraus agiert und auf unkrapiziöse Art an Rollen herangeht. Wir haben unsere Dialoge ausführlich mit Jörg Grünler besprochen. Schon bei dieser Vorarbeit wurde klar: Die Chemie zwischen Jessica und mir stimmt. Die Arbeit hat uns viel Spaß gemacht.


ZDF: Haben Sie auch einen persönlichen Bezug zu dem Filmthema?


Karl: Ich kenne durchaus Menschen in meinem Umfeld, die psychische Probleme haben. Das Burnout-Syndrom ist zu einer Zivilisationskrankheit geworden. Der Filmbranche wird ja - ich finde, zu Recht - nachgesagt, dass 60 Prozent der Leute verrückt sind. Sonst macht man diesen Beruf doch nicht. In meinem Beruf liegen Erfolg und Flop gefährlich nah einander. Viele verführt die Angst zu versagen zum Trinken oder zu anderen Exzessen. Sie versuchen, sich zu betäuben und so für kurze Zeit der harten Realität zu entkommen. Und dann der immense Druck, immer in der Öffentlichkeit zu stehen, ständig beobachtet zu werden!


ZDF: Gibt es Eigenschaften, die Andreas Mersfeld mit dem Privatmenschen Fritz Karl gemeinsam hat?


Karl: Eine gewisse Art von Zielstrebigkeit ist mir nicht fremd. Ansonsten bin ich dieser fiktionalen Figur nicht sehr ähnlich. Deshalb musste ich mir die Rolle auch besonders intensiv erarbeiten.

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