"Eine kleine, aber feine Rolle, die mir Spaß gemacht hat!"

Interview mit Jürgen Tarrach

Jürgen Tarrach spielt in diesem Film Anton Franzens Krankenbettnachbarn, den radikal auf Diät gesetzten Busfahrer Bernie, der heimlich Schokolade nascht und nicht von seiner Mutter los kommt. Nach anfänglicher Feindschaft mit Anton entwickelt sich im Laufe der Geschichte eine zarte Freundschaft zwischen den beiden Männern. Das komödiantische Potential seiner Rolle entdeckte der Schauspieler vor allem in den kleinen nonverbalen Äußerungen.

Anton Franzen (Peter Sattmann, r.) und sein Zimmernachbar Bernie Vogel (Jürgen Tarrach) Quelle: ZDF


ZDF: Herr Tarrach, Ihre Figur Bernhard Vogel spricht nicht viel, er teilt sich den anderen mehr durch Gestik und Mimik mit. Wie würden Sie ihn charakterisieren?



Jürgen Tarrach: Er ist in der Tat eher eine stille Figur, die das Geschehen um sich herum meist mit Blicken und kleinen Gesten kommentiert, dadurch aber sehr beredt ist. Für einen Schauspieler birgt eine solche Rolle natürlich ein großes komödiantisches Potenzial! Ein wenig wird angedeutet, was sich hinter diesem komischen Patienten verbirgt: Er lebt noch bei seiner Mutter, verkörpert sozusagen das Muttersöhnchen, hat ein kindliches Gemüt, war einmal Busfahrer, ist nicht besonders intellektuell, und hat das Herz am rechten Fleck.

Als er am Krankenbett seine große Liebe findet, die seine kulinarischen Leidenschaften mit ihm teilt, blüht er richtig auf. Es ist eine kleine, aber feine Rolle, die mir großen Spaß gemacht hat! Schon beim Lesen des Drehbuchs dachte ich mehrmals an den legendären Kinofilm "Einer flog übers Kuckucksnest", der sicherlich inspirierend für unsere Geschichte war. So ist meine Rolle ein wenig verwandt mit der Danny DeVitos, ohne dass ich ihn je kopieren wollte oder konnte.
ZDF: Was hat Sie darüber hinaus an der Geschichte begeistert?


Tarrach: Ich finde sie insgesamt sehr amüsant, obwohl es ja auch um nachdenklich stimmende Themen wie Sterben und Krankheit geht. Mir hat die Freundschaft, die sich im Verlauf der Geschichte zwischen den Männern im Krankenzimmer entwickelt, gefallen, und die Wandlung der Hauptfigur Anton vom verbitterten Grantler zum toleranten Menschen. Und das allein durch die Liebe!

Ich denke, wir erzählen hier eine Geschichte, die nicht aufgesetzt, übertrieben oder gar klamaukartig wirkt, in der man dennoch immer wieder schmunzeln muss über die liebenswerten Figuren und die skurrilen Situationen, in die sie gestellt werden.



ZDF: War es nicht angenehm, mehr oder weniger immer im Bett zu liegen?



Tarrach: Gar nicht, es war harte Arbeit! Man denkt zuerst, es sei die einfachste Art, sein Geld im Bett zu verdienen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Stellen Sie sich einmal vor: Man ist ausgeschlafen, hat gut gefrühstückt und kommt ans Filmset ... um sich dort in einem geheizten Zimmer wieder ins Bett zu legen. Da muss man sich unglaublich konzentrieren und aufpassen, dass man nicht die Spiellaune verliert, denn man ist ja immer der Gefahr ausgesetzt, träge und müde zu werden. Wenn Sie mich fragen: Ich glaube, ich würde ganz krank werden, wenn ich längere Zeit im Krankenhaus verbringen müsste.
ZDF: Essen Sie privat eigentlich auch gern Schokolade?



Tarrach: In der reinen Form seltener. Aber schwach werden kann ich schon bei so Leckereien wie Mousse au chocolat oder bei gefüllten Schokotörtchen.

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