"Es wird wenig gesprochen und dennoch viel erzählt"

Ein Gespräch mit Mark Waschke

Mark Waschke spielt einen unzugänglichen Einzelgänger, der nach dem Schlaganfall von Theresas Mann in ihr Leben tritt und für Verwirrung sorgt. Beide erleben eine emotionale Nähe, die sie nicht erwartet haben. Wie Mark Waschke seine Rolle erlebt und wie sich die Zusammenarbeit mit seinen Kollegen gestaltete, beschreibt er im Folgenden.


ZDF: Herr Waschke, Sie spielen einen Ingenieur, der in einem Wohnwagen umherzieht und für das Aufstellen von Windrädern verantwortlich ist. Was für ein Typ ist dieser Sören?

Mark Waschke: Er ist eher der Typ Nomade oder Einsiedler, ein verhärteter Mann, der kaum jemanden an sich heranlässt. Sören trägt ein dunkles Geheimnis mit sich und hält andere Menschen ganz bewusst auf Distanz. Erst die Begegnung mit Theresa weicht ihn auf, sie zwingt ihn dazu, Fakten zu schaffen. Diese Frau berührt ihn und er kann es zulassen. Der Schluss zeugt von einer gewissen Reife zwischen den beiden Eheleuten, alles andere wäre aus meiner Sicht unrealistisch und beschönigend.


ZDF: Sie haben zum ersten Mal mit Katharina Böhm und Nicole Weegman zusammengearbeitet. Wie würden Sie diese Arbeit charakterisieren?
Waschke: Ich hoffe, dass der Zuschauer spürt, dass der Film das Ergebnis einer sehr persönlichen, intensiven Zusammenarbeit war. Zwischen Theresa, die von Katharina gespielt wird, und meiner Figur Sören gibt es ja ganz bewusst nicht viele Dialoge. Die Geschichte, die sich zwischen den beiden entwickelt, wie sie sich gegenseitig wahrnehmen, wie sie mit sich ringen, wie sie sich nach dem anderen sehnen, wird vielmehr über Blicke, Gesten und Mimik erzählt. Das war es auch, was mir an diesem Buch so gefiel: Es wird wenig gesprochen und dennoch viel erzählt.


ZDF: Hatte sich die Landschaft, in der dieser Film spielt, auch auf die Stimmung ausgewirkt?



Waschke: Die Landschaft erinnerte mich an David-Lynch-Filme. Ich glaube schon, dass sich die Melancholie und die Ruhe, die diese weite Landschaft ausstrahlten, auf unsere Stimmung auswirkten und zu dieser mitunter lakonischen Erzählweise beitrugen. Ich konnte mich im Vorfeld in den Charakter meiner Figur hineinversetzen, konnte mich damit beschäftigen, wie dieser Sören tickt, wie er sich bewegt, wie er spricht. Letztlich aber entsteht für mich eine Figur in der Begegnung mit den anderen Figuren und aus dem Umfeld, in dem sich meine Figur bewegt. Erst in diesem Zusammenspiel entdecke ich ihre Eigenarten, kann ich mich mit ihr identifizieren.

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