"Gegen die eigene Emotionalität spielen"

Interview mit Hauptdarsteller Ken Duken

Für Ken Duken war es eine spannende Herausforderung, für seine Rolle ein reales Vorbild zu haben und dennoch eine eigene fiktive Figur für diesen Film zu kreieren. Darauf hat er sich intensiv vorbereitet. Dass der reale Dr. Thalmann auch sehr zufrieden mit seiner Interpretation war, hat ihn mit Stolz erfüllt.

Dr. Höchstmann (Ken Duken, l.), Dr. Martischek (Julia Koschitz, m.) und Professor Lohmeyer (Erwin Steinhauer, r)
Dr. Höchstmann (Ken Duken, l.), Dr. Martischek (Julia Koschitz, m.) und Professor Lohmeyer (Erwin Steinhauer, r) Quelle: ZDF


ZDF: Was hat Ihnen an dieser Rolle besonders gefallen?


Ken Duken: Besonders gereizt hat mich das Zusammenspiel von Realität und Fiktion: dass man versucht, einer realen Person so nahe wie möglich zu kommen und dabei trotzdem eine fiktive Person formt. Wir wollten nicht die Emotionalität in den Vordergrund rücken, sondern das Verhalten eines Arztes in einer solchen Situation glaubhaft darstellen. Es ging uns darum, einfach eine sehr emotionale Geschichte zu erzählen, die jeder nachvollziehen kann. Eine fiktive Person zu formen und dabei einer realen Person sehr nahe zu kommen, ist spannend.



ZDF: Wie haben Sie sich auf die Rolle vorbereitet?


Duken: Ich habe mich sehr intensiv auf diese Rolle vorbereitet. Ich bin jeden Tag laufen gegangen. Wir wollten aber keinen 100-Kilometer-Läufer darstellen, sondern einen Triathleten abbilden. Alles andere wäre in dieser kurzen Zeit auch einfach unmöglich gewesen. Es ging mir darum zu zeigen, dass der Arzt die extreme sportliche Belastung braucht, um dem Druck und der Belastung im OP entgegenzuwirken. Genau das wollten wir darstellen.


ZDF: Was war schauspielerisch die schwierigste Aufgabe?


Duken: Die größte Herausforderung war, gegen die eigene Emotionalität zu spielen und die medizinischen Abläufe kennenzulernen. ZDF: Sie haben den wirklichen Arzt kennengelernt. Gibt es Parallelen zwischen Ihnen beiden?

Duken: Dr. Thalmann war mir gleich sehr sympathisch. Was uns sehr verbindet: Wir beide treiben sehr gern Sport, um runterzukommen. Sport ist für uns so etwas wie eine meditative Entlastung, das ist durchaus eine Parallele.


ZDF: Der Arzt gibt das Mädchen zu keiner Sekunde auf, obwohl er auf eine Menge Widerstand im Kollegenkreis stößt. Können Sie ihn verstehen?


Duken: Ich kann seine Haltung nachvollziehen, alles andere wäre jetzt aber hypothetisch. Ich hoffe natürlich, dass ich in einer ähnlichen Situation die gleiche Courage beweise wie er. Ich bewundere seinen Mut und finde, dass er Respekt verdient. Die Geschichte zeigt, dass wir alle über uns hinauswachsen können.
ZDF: Sie haben im Original-Krankenhaus in Klagenfurt gedreht.


Duken: In den Drehpausen ist mir bewusst geworden, dass wir uns ja eigentlich an den Originalschauplätzen befinden, wo sich alles abgespielt hat. Während des Drehs selbst hatte ich keine Gelegenheit, mir darüber Gedanken zu machen, weil ich dann in der Figur drin war.


ZDF: Wie wichtig ist es Ihnen, dass Dr. Thalmann mit Ihnen in seiner Rolle zufrieden ist? Duken: Ich habe darüber nicht in erster Linie nachgedacht. Ich hatte mit Andreas Prochaska einen äußerst talentierten und ehrgeizigen Regisseur an meiner Seite, der mich dahin geführt hat. Auch die Zusammenarbeit mit Dr. Thalmann war großartig. Er hat mich sehr unterstützt. Beide haben mir sehr geholfen, meine Interpretation des Arztes zu finden. Am Ende hat es mich mit Stolz erfüllt, dass es Dr. Thalmann gefallen hat, wie ich ihn in dem Film spiele. Aber, wie gesagt, war das nicht meine Absicht, sondern eher ein willkommener Nebeneffekt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet