"Genau der richtige Zeitpunkt für dieses Projekt"

Interview mit Co-Produzent Klaus Graf

Co-Produzent Klaus Graf freut sich, von vielen Stellen wertvolle Unterstützung erhalten zu haben. Großes Glück hatten die Filmemacher auch mit dem Original-Krankenhaus in Klagenfurt: Das gesamte Gebäude stand leer und konnte daher hervorragend für die Dreharbeiten genutzt werden.

Katharina (Sara Wogatai)
Katharina (Sara Wogatai) Quelle: ZDF


ZDF: Waren Sie sofort von der Filmidee überzeugt?


Klaus Graf: Sam Davis hat mir das Drehbuch geschickt, und ich war von Beginn an begeistert. Es handelt sich um eine wahre Geschichte, die sich in meiner Heimat zugetragen hat. Und bei diesem Projekt musste ich einfach mit dabei sein.




ZDF: Wie lief die Zusammenarbeit mit ihrem deutschen Partner, der Produktionsfirma Rowboat?


Graf: Ich kannte Sam Davis noch als Movie-Chef bei RTL und wusste nicht, dass er sich selbständig gemacht hat. Es war von Beginn an eine hervorragende Zusammenarbeit auf gleicher Höhe, und uns war bald klar, dass wir gemeinsam einen besonderen Film produzieren wollen.



ZDF: Der medizinische Fall hat sich tatsächlich in Österreich zugetragen, war er Ihnen noch in Erinnerung?


Graf: Leider passieren solche Unglücke noch immer sehr häufig. Gerade im letzten Jahr hat sich in Kärnten ein ähnlicher Fall ereignet, und im Jahresrückblick einer regionalen Zeitung wurde wiederum mit dem Titel "Das Wunder von Kärnten" die Geschichte bewertet. Ich selbst konnte mich an den Fall nicht erinnern.


ZDF: Wie kam es dazu, dass Sie am Originalschauplatz im Landeskrankenhaus in Klagenfurt drehen konnten?



Es war ein Glücksfall. Vor einem Jahr wurde das neue Klinikum Klagenfurt eröffnet, und die alten Gebäude stehen noch. Wir fanden eine gespenstisch reale Situation vor, und der originale OP-Saal existierte noch. Wir erhielten die Drehgenehmigung vom Krankenhausmanagement und mussten lediglich Adaptierungsarbeiten vornehmen. Die Gebäude werden in Kürze abgerissen. So gesehen war es genau der richtige Zeitpunkt für dieses Projekt.


ZDF: Welche Herausforderungen muss eine Produktion meistern, um in einem Krankenhaus drehen zu können?


Graf: Während eines normalen Krankenhausbetriebes ist es sehr schwierig zu drehen, denn der Patient muss immer Vorrang haben. Daher werden Krankenhausszenen viel in Studios oder eben in stillgelegten Krankenhäusern gedreht. Da das ganze Gebäude leer stand, hatten wir fast "paradiesische" Drehbedingungen. Es gab auch noch die alten medizinischen Geräte, denn die Geschichte spielt im Jahre 1998, und wir wollten auf alle Fälle authentisch sein.


ZDF: Von welcher Seite aus haben Sie Unterstützung bekommen?



Graf: Wir haben in Österreich wertvolle Unterstützungen erhalten. Der ORF als Koproduktionspartner war vom Filmstoff sofort begeistert, und vom Fernsehfonds Austria erhielten wir eine wesentliche Förderung. Vor Ort hat uns das Land Kärnten unterstützt, und ein idealer Partner war das Klinikum Klagenfurt, das uns die Räumlichkeiten und den notwendigen Support zu fairen Konditionen überlassen hat.


ZDF: Wie groß war das Interesse seitens der österreichischen Medien, dass dieser Fall verfilmt wurde?


Graf: Als wir das Projekt vorgestellt haben, hat die österreichische Presse sofort die Originalgeschichte ausgegraben. Die Eltern des verunglückten Kindes haben aber den ausdrücklichen Wunsch geäußert, nicht medial mit dieser Geschichte wiederum konfrontiert zu werden. Dies ist zu akzeptieren, was leider nicht alle Journalisten gemacht haben. Dazu muss man sagen, dass es im Film hauptsächlich um die medizinische Sicht aus der Perspektive der Ärzte geht.

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