"Ich komme ja selbst vom Land"

Interview mit Fritz Karl

Fritz Karl spielt den Schweinebauern Roman - einen sympathischen Lebemann, Seiltänzer und Scharlatan, wie er seine Rolle selbst bezeichnet. Für den österreichischen Schauspieler waren die Dreharbeiten im Allgäu wie ein Heimspiel, selbst der Umgang mit Schweinen war ihm vertraut.


ZDF: Was ist der Roman für einer?


Fritz Karl: Er ist ein Lebemann, ein Seiltänzer, der sich durchschlawienert. Ein Schummler, ein Scharlatan, aber absolut sympathisch, mit dem Herz am rechten Fleck. Eine ganz tolle Rolle wie eine Molière-Figur.


ZDF: Roman ist überschuldet. Welche Rolle spielt Geld in Ihrem wirklichen Leben?


Karl: Na, das muss jeder für sich selbst durchleben. Was den Roman angeht, steht er mit dem Rücken zur Wand. Er ist halt ein Typ von denen, die, kaum dass sie Geld haben, es gleich wieder ausgeben. In Österreich nennt man solch einen Kerl "Bruder Leichtfuß". Adrian ist da ganz anders.


ZDF: Wie gehen die beiden Brüder miteinander um?


Karl: Roman und Adrian sind sich sehr fremd, haben sich wenig zu sagen. Erst durch den Tod der Mutter kommt ihre Kommunikation untereinander in Gang, Roman muss auf seinen Bruder zugehen. Da müssen sie sich annähern, ob sie wollen oder nicht, um erst noch wirklich zu Brüdern zu werden.


ZDF: Wie war Ihr reales Verhältnis am Set zu Kollege Alexander Beyer, der den Adrian spielt?


Karl: Wir haben viel gelacht, konnten wunderbar miteinander spielen, und es hat viel Spaß gemacht. Er ist ein wunderbarer Kollege.


ZDF: Ist es wie Ferien, wenn man im Allgäu dreht?


Karl: Als Österreicher aus dem Salzkammergut fühle ich mich im Allgäu natürlich sehr heimisch. Trotzdem war es Arbeit.


ZDF: Und wie fühlten sie sich als Bauer? Karl: Sehr erdig, nur im Schweinestall riecht es im Sommer schon sehr, da war ich dann doch froh, dass wir dort nur kurz gedreht haben.



ZDF: Mit den Schweinen sind Sie gut zurechtgekommen?



Karl: Ich komme ja selbst vom Land. Für einen Städter wäre es vielleicht anders, für mich war das gar kein Problem.


ZDF: Aber Sie leben in der Großstadt Wien. Sind Sie gern unterwegs?


Karl: Ja, es gehört zum Beruf, man ist Nomade, ein Vagabund. Aber dann bin ich auch gern wieder in Wien. Und ich bin auch immer wieder sehr gern in meiner Heimat, in Oberösterreich, im Salzkammergut.


ZDF: Sie kommen vom Theater. Was ist der Unterschied zum Film?


Karl: Der größte Unterschied ist, im Theater kann ich keine Szene wiederholen. Es gibt handwerkliche und technische Unterschiede, zum Beispiel das Arbeiten mit der Stimme - im Herzen kommt das dann alles wieder zusammen, da ist der Unterschied nicht groß.

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