Im Bann der Geheimnisse

Statement der Producerin Nina Lenze

Eine Idylle, eine Landschaft zum Verweilen schön, das ist der Blick von Außen - doch einen Schritt hinein in die dunklen Wälder, und wir sind umgeben von Stille und Geräuschen zugleich, ein Knistern, eine diffuse Bewegung - und schon zieht der Wald uns in seinen Bann, erscheint uns geheimnisvoll und manchmal auch gespenstisch. Da gibt es ein Gefühl im Bauch, das sich nicht erklären lässt - und das kann der Beginn einer spannenden Geschichte sein.

Matthias Auerbach (Heino Ferch) und eine geheimnisvolle Alte (Heidy Forster) Quelle: ZDF

Dieses Gefühl stand am Anfang, als Kerstin Ramcke und ich uns überlegten, einen Heimatfilm von heute zu erzählen, mit all dem, was zu diesem Genre auch gehört: die Schönheit der Natur, die eine heile Welt verheißt, Liebe, Freundschaft, Familie, das Leben in einer dörflichen Gemeinschaft. Und ein Fremder, der dort eindringt, um mühsam Schicht für Schicht von etwas aufzudecken, worüber die Einheimischen lieber schweigen. Doch da ist die alte Hebamme, eine weise Frau, die nicht nur die Geheimnisse des Dorfs und seiner Bewohner kennt, sondern auch die der Natur - und sie zu nutzen weiß.

Das Gänsehautgefühl

Johannes Betz und Martin Pristl lieferten die ersten Ideen zu dieser Geschichte, Thorsten Näter schrieb dann das Buch. Beim Lesen der ersten Seiten war es dann wieder da, das Gänsehautgefühl. Und als wir die ersten Muster sahen, freuten wir uns, dass unsere Phantasie mit der Wahl des Drehortes im Einklang stand: Natürlich gab es nicht den einen Ort, der all das vereint, was wir in Gedanken vor uns sahen.

Aus vielen einzelnen Motiven, die oft weit auseinander lagen - was in einer Berg- und Tal-Landschaft bedeutet, dass das gesamte Team viele Stunden auf der Straße verbrachte, bevor auch nur ein Meter belichtet war - entstand unser Dorf mit seinen reservierten Bewohnern und verdrängter Schuld: Holltal.

Eine Kulisse wie keine andere

Der Schwarzwald bietet wie kein anderer die Kulisse für diese geheimnisvolle Welt, die es zu entdecken gilt. Unter der Regie von Thorsten Näter, mit dem uns bereits eine lange Zusammenarbeit verbindet, und mit wunderbaren Schauspielern ist nun ein Film entstanden, nachdem wir und die Zuschauer vielleicht noch intensiver hören werden auf die Stille und die Geräusche im Wald, und uns lieber einmal zu viel umdrehen, um zu sehen, was da hinter den Bäumen raschelt.


Die schwarzen Wälder aufwärts In das nackte böse Gestein Es wachsen schwarze Wälder bis in den kalten Himmel hinein. (Bertolt Brecht)

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