In einer Spirale der Angst gefangen

Interview mit Regisseur Matti Geschonneck

Matti Geschonneck ist bekannt für seine genaue Milieuschilderung und präzise Figurenführung. Im Thriller "Der Verdacht" spielt die bizarre Schönheit und Abgeschiedenheit Afrikas eine wichtige Rolle. Die Geschichte basiert auf einem klassischen Thrillermotiv: Ein junge Frau verliert in einer ihr fremden Umgebung den Halt. Christiane Paul war dafür die Idealbesetzung.


ZDF: Das Drehbuch zu "Der Verdacht" wurde von Bernd Lange geschrieben. Es war Ihre erste Zusammenarbeit. Wodurch zeichnete sie sich aus?


Matti Geschonneck: Bernd Lange war mir durch seine Filme "Requiem" und "Sturm" ein Begriff. Obwohl es unsere erste Zusammenarbeit war, hatten wir keine Schwierigkeiten, schnell einen gemeinsamen Nenner zu finden. Ein Exkurs in die klassische Thrillervergangenheit ließ uns bereits in unserem ersten Gespräch auf die vorliegende Geschichte verständigen. Im Zentrum sollten eine scheinbar gut funktionierende Ehe und eine Frau in Bedrängnis stehen. Daraus entsteht eine Spirale der Angst, in der unsere Frauenfigur gefangen ist.


ZDF: Sie versammeln für Ihre Filme immer wieder herausragende Schauspielerensembles. So auch in "Der Verdacht". Hatten Sie diese Besetzung von Anfang an so im Kopf?


Geschonneck: Christiane Paul spielte bereits in "Die Tote vom Deich" die Hauptrolle. Wir hatten uns damals für die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit verabredet. Für "Der Verdacht" war Christiane für mich die Idealbesetzung: eine klassische Protagonistin mit starker Anziehungskraft, mit der sich der Zuschauer identifizieren kann. Diese starke Frau in physische und psychische Bedrängnis zu bringen, bot eine spannende dramatische Plattform.


ZDF: Wie kam es zu der Besetzung des dänischen Schauspielers Bjarne Henriksen als namibischer Kommissar Pienaar?


Geschonneck: Bjarne Henriksen war mir aus "Das Fest" und "Kommissarin Lund" bekannt. Als Charakter ein großartiger Kommissar und für den deutschen Zuschauer, auch durch seinen fremdländischen, nicht konkret verorteten Akzent, durchaus akzeptabel für Namibia mit seiner kolonialen Vergangenheit.


ZDF: Der Film wurde überwiegend in Namibia gedreht. Warum gerade dort?


Geschonneck: Für unsere Geschichte spielte diese Abgeschiedenheit Afrikas eine wichtige Rolle. Die raue Exotik des Landes, seine bizarre Schönheit lieferten außerdem faszinierende Motive, gerade im Kontrast zu Berlin.


ZDF: Muss man sich auf einen Dreh in Afrika anders vorbereiten als auf einen Dreh in Deutschland?

Geschonneck: Natürlich stellt solch ein Dreh besondere logistische Herausforderungen. Wir entschieden uns gleich bei unserer ersten Motivbesichtigung für den an der Atlantikküste gelegenen Ort Swakopmund. Wüste und Gebirge liegen praktisch vor der Tür. Wir hatten ein großartiges deutsch-südafrikanisch-namibisches Team sowie die Firma Media Logistics Namibia, Michaela Bauer, die mit Network Movie Köln bereits erfolgreich zusammen arbeitete und uns ein sehr guter Partner war.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet