"In ihm schlummert mehr als er ahnt"

Kommentar von Ulrich Noethen

Ulrich Noethen spielt den Lehrer und leidenschaftlichen Vogelbeobachter Helmut Halm, dessen Leben aus dem Tritt gerät, als er zufällig seinen ehemaligen Jugendfreund Klaus und dessen junge Freundin im Urlaub am Bodensee trifft. Ulrich Noethen spricht über die beiden männlichen Protagonisten und die Handlung.

Ulrich Noethen
Ulrich Noethen Quelle: ZDF

Er ist mit seiner Situation unzufrieden, lebt schon längere Zeit in dieser Ehe mit seiner Frau und hat sich arrangiert, es funktioniert. Ich glaube, dass in diesem Mann sehr viel mehr schlummert, als er selber von sich ahnt. Er ist aber nicht in der Lage, die Konflikte und die Probleme, die ihn wirklich bewegen, mit seiner Frau gemeinsam anzugehen.

Das Ehepaar Halm macht seit Jahren Urlaub am Bodensee und unerwartet taucht ein Jugendfreund von Helmut Halm auf, der ihn mit seiner Vergangenheit konfrontiert: mit Sachen oder Begebenheiten, von denen Helmut gar nichts mehr wissen möchte, die ihn in ein für ihn unangenehmes Licht rücken und die ihn zu Reaktionen zwingen, die er eigentlich nicht zeigen möchte.


Gleichzeitig merkt er, dass dieser andere Mann auf seine Frau sehr attraktiv wirkt. Zusammen mit dem anderen Mann, seinem Jugendfreund Klaus, tritt eben auch eine junge Frau in diese Urlaubssituation, die ihn zusätzlich durcheinanderbringt.

In Klaus Buch tritt dem Helmut einer entgegen, der ihn, für seine Begriffe, ständig provoziert. Klaus provoziert ihn eben dadurch, dass er ihn in Situationen bringt, bei denen er auf eine Art gezwungen ist zu reagieren, wie er gar nicht möchte. Was ihn wahrscheinlich insgeheim besonders trifft oder nervt: dass Klaus ein Mensch ist, der offensichtlich sehr viel Spaß am Leben hat und der sehr direkt auf die Sachen zugeht.



Man könnte sagen, mit der Sexualität fängt es an. Da spürt man vielleicht die Unzufriedenheit als erstes. Man merkt, es sind andere Bedürfnisse da. Und ich würde mal sagen, diese Zeitspanne von fünf Tagen, die wir im Film sehen, ist vielleicht der Anfang einer Geschichte. Es ist noch nicht die ganze Geschichte. Und deswegen - als Initialzündung gewissermaßen - dieses erwachende sexuelle Begehren.

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