Iris Berben

Gefeierte Schauspielerin und Aktivistin

Von den Medien als Deutschlands "schönste und erotischste Schauspielerin" gefeiert, hat Iris Berben vor allem durch ihre Fernseharbeiten Bekanntheit erlangt. Ihre Karriere als Schauspielerin begann 1967 mit Kurzfilmproduktionen der Hamburger Kunsthochschule. Heute ist sie eine Legende in der deutschen Fernsehlandschaft, die in der Gunst des Publikums ganz oben steht.

Iris Berben
Iris Berben Quelle: ZDF

Ihre Schullaufbahn war weder geradlinig noch von Erfolg gekrönt - ganz anders dagegen ihr Weg als Schauspielerin. Während sie als Schülerin aneckte, als vorlaut galt und ohne das angestrebte Abitur die Schule verlassen musste, machte sie früh vor der Kamera auf sich aufmerksam: Schon als 18-Jährige spielte Iris Berben in Kurzfilmen der Hamburger Kunsthochschule, die bei den renommierten Oberhausener Kurzfilmtagen präsentiert wurden. Bald darauf drehte sie unter der Regie von Rudolf Thome ihren ersten Kinofilm "Detektive". Nur ein Jahr später - 1969 - hatte sie in Klaus Lemkes "Brandstifter" ihr Fernsehdebüt.

Absoluter Publikumsliebling

Ihre erste große Popularitätsetappe gewann Iris Berben Mitte der 70er Jahre mit ihren Auftritten als Chantal in Michael Pfleghars Serie "Zwei himmlische Töchter". Nach zahlreichen Rollen für Kino und Fernsehen entwickelte sich 1985 die Serie "Sketch-up" zu einem regelrechten TV-Highlight und für Iris Berben - diesmal an der Seite von Diether Krebs - zu einer weiteren Gelegenheit, ihr Comedy-Talent unter Beweis zu stellen.

Zum absoluten Publikumsliebling avancierte sie schließlich in "Das Erbe der Guldenburgs" - die Familiensaga aus Adelskreisen gehört bis heute zu den erfolgreichsten deutschen Fernsehserien und hielt die Zuschauer zwischen 1987 und 1990 in Atem. Während Iris Berben gemeinsam mit Sohn Oliver und dem Regisseur Carlo Rola in den 90er Jahren ihre inzwischen wohl bekannteste Figur entwickelte, die Kommissarin Rosa Roth der gleichnamigen ZDF-Krimireihe, spielte sie außerdem in zahlreichen großen Kino- und Fernsehfilmen.

Begeistert in allen Rollen

Die Jahrtausendwende bremste Iris Berben kein bisschen: Mit Filmen wie "Ein mörderischer Plan" (2001), "Fahr zur Hölle, Schwester" und "Wer liebt hat Recht" (beide 2002) bestätigte sie ihren Ruf als eine der profiliertesten und vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen. Die starke Kämpferin (wie 2005 in "Die Patriarchin" oder 2007 in "Afrika, mon amour") stellte sie ebenso überzeugend dar wie die verletzte Ehefrau ("Silberhochzeit", 2006) und die schöne, jedoch ständig alkoholisierte Verliererin ("Die Mauer - Berlin '61", 2006). Und immer noch steht ihr Gesicht auch für eine der beliebtesten deutschen Fernsehkommissarinnen: Rosa Roth.

Mutiges Engagement

Iris Berben versteht in allen Rollen zu begeistern, und ihre schauspielerische Leistung wird nicht nur durch hohe Einschaltquoten belohnt, sondern auch durch zahlreiche Auszeichnungen wie Bambi, Goldene Kamera oder Romy, mit denen sie zum Teil sogar mehrfach geehrt wurde. Der Mut, den Mund aufzumachen - als Schülerin kostete er sie letztlich das Abitur. Heute aber ist er Iris Berben vor allem Instrument gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz. Ende der 90er Jahre las sie gemeinsam mit ihrem Sohn an Schulen aus dem Buch "Mama, was ist Auschwitz?". Ein großer Erfolg wurden 2002 ihre von Michael Verhoeven inszenierten gegenüberstellenden Lesungen aus den Tagebüchern von Anne Frank und Joseph Goebbels.

Mit ihren Lesungen "Hitlers Tischgespräche aus dem Führerhauptquartier" und "Aufzeichnungen von Holocaust-Opfern" erinnerte sie 2004 an das grausamste Kapitel deutscher Geschichte. Aktuell setzt Iris Berben mit der musikalisch ergänzten Lesung "Verbrannte Bücher - Verfemte Komponisten" ihr Engagement fort.

Verdienste um Toleranz und Aussöhnung

Für ihre Verdienste um Toleranz und Aussöhnung zwischen Deutschland und Israel hat sie in den vergangenen Jahren den Scopus Award der Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität Jerusalem, den Leo-Baeck-Preis des Zentralrats der Juden Deutschlands, den European Heroes Award des Time Magazine und den Jerusalem-Preis der WZO erhalten. Darüber hinaus ist sie seit 1991 Mitglied im Kuratorium der Deutschen Aidsstiftung.


Auszeichnungen - eine Auswahl:



- 1987 Goldene Kamera
- 1989 Bambi
- 1997 Bundesverdienstkreuz
- 1999 Preis der Polizeigewerkschaft
- 2000 Goldene Europa
- 2001 Scopus Award, Auszeichnung der Gesellschaft der Freunde der hebräischen Universität Jerusalem
- 2002 Leo-Baeck-Preis, Auszeichnung des Zentralrats der Juden Deutschlands
- 2003 Bundesverdienstkreuz Erster Klasse European Heroes Award (Time Magazine) Bambi
- 2004 Goldene Kamera Women's World Award for Tolerance Romy Jerusalem-Preis der WZO
- 2005 Romy Premio Bacco (Italienischer Kritikerpreis); Bayerischer Verdienstorden Nominierung Deutscher Fernsehpreis für "Die Patriarchin"
- 2007 B.Z. Kulturpreis (Berliner Bär) für ihr soziales Engagement Romy Karl-Valentin-Orden
- 2008 Adolf-Grimme-Preis
- 2009 Bambi 2010 DIVA
- 2010 Mendelssohnpreis der Felix-Mendelssohn-Bartholdy Stiftung



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