Jürgen Vogel

Gefühl statt Kalkül

Obwohl er keine Schauspielausbildung hat, ist Jürgen Vogel seit 1991 aus der deutschen Film- und Fernsehlandschaft nicht mehr wegzudenken. Damals schaffte er den Durchbruch mit dem Kinofilm "Kleine Haie" von Sönke Wortmann. Seitdem kann er über einen Mangel an Rollenangeboten nicht mehr klangen. Wohl kaum ein anderer deutscher Schauspieler hat in den letzten Jahren so viele Filme gedreht und dafür so viele Auszeichnungen erhalten wie Jürgen Vogel.

Jürgen Vogel Quelle: ,ZDF

Erfolg auch ohne Schauspielschule

Jürgen Vogel wurde 1968 in Hamburg geboren. Sein Kamera-Debüt gab er mit 15 Jahren im Film "Kinder aus Stein" (Regie: Volker Maria Arend). Der große Erfolg als Schauspieler ließ anfangs allerdings auf sich warten, so dass Jürgen Vogel sich unter anderem als Küchenhilfe und Paketfahrer durchschlug. Erste größere Anerkennung brachte ihm dann die Rolle eines verhaltensgestörten Kidnappers in Egon Günthers "Rosamunde" (1989), für die er mit dem "Bayerischen Filmpreis" ausgezeichnet wurde. Den Durchbruch feierte er schließlich in der Rolle eines Tellerwäschers und Schauspielschülers wider Willen in Sönke Wortmanns Komödie "Kleine Haie" (1991), für die er erneut mit dem "Bayerischen Filmpreis" sowie mit dem "Bundesfilmpreis" geehrt wurde.

Ausflug in die Indie-Rock-Szene

Eine Schauspielschule besuchte Jürgen Vogel im wirklichen Leben nur einen Tag lang und ging seinen Weg auch ohne Studium. Er zählt zur ersten Garde der deutschen Darsteller, wirkte in mehr als 50 Fernseh- und Kinofilmen mit und wurde immer wieder mit Preisen ausgezeichnet. Den TeleStar erhielt er für seine Darstellung eines Neonazis in "Und dann eben mit Gewalt", der Adolf-Grimme-Preis folgte 1993 für den Fernsehfilm "Schicksalsspiel", der Bundesfilmpreis 1997 für die Tragikomödie "Das Leben ist eine Baustelle" und noch einmal der Grimme-Preis 2001 für seine Darstellung des Fahnders im Polit-Thriller "Das Phantom".Internationale Filmluft schnupperte Jürgen Vogel als Matrose in der Romanverfilmung "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" (1997) an der Seite von Julia Ormond. Auf der Berlinale 2006 wurde Vogel für den von ihm koproduzierten deutschen Wettbewerbsfilm "Der freie Wille" (Regie: Matthias Glasner) mit dem Silbernen Bären ausgezeichnet. 2009 erhielt er den Jupiter als Bester Darsteller Deutschlands für seine Darstellung des Gymnasiallehrers Rainer Wenger in "Die Welle" (2008).

Mit dem halbdokumentarischen Musik-Film "Keine Lieder über Liebe" (2005) über die zunächst fiktive Hansen Band zeigte Jürgen Vogel auch sein musikalisches Talent. Bevor der Film offiziell in die Kinos kam, tourte die neu formatierte Hamburger Indie-Rock-Band zweimal, löste sich dann aber nach ihrem letzen Konzert im Jahr 2007 wieder auf.

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