Katja Riemann

Senkrechtstart zur Schauspiel-Größe

Katja Riemann ist eine vielseitige und beliebte Künstlerin, die jede neue künstlerische Herausforderung mit der ihr eigenen Leidenschaft angeht. Die aus Norddeutschland stammende Schauspielerin und Vokalistin konnte sich im Verlauf der letzten beiden Dekaden im Kino, im Fernsehen, am Theater und auf der Konzertbühne gleichermaßen einen Namen machen und hat bereits alle wichtigen Filmpreise gewonnen.

Katja Riemann
Katja Riemann Quelle: ZDF

Katja Riemann stammt aus einer Lehrerfamilie, und ihr musisches Talent wurde schon früh gefördert. Sie lernte von Kind an verschiedene Instrumente und genoss einige Jahre Ballettunterricht. Nach dem Abitur studierte sie zunächst Tanz und Tanzpädagogik an der Lola-Rogge-Schule in Hamburg, wechselte jedoch schnell an die Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Bereits während des Studiums vertraute Regisseur Peter Beauvais der damals 21-jährigen die Hauptrolle in der Fernsehserie "Sommer in Lesmona" an, für die sie mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet wurde.

Mehr Profil für den deutschen Film

Ihr Schauspielstudium setzte sie nichtsdestotrotz fort, und zwar an der Otto-Falckenberg-Akademie in München, nachdem die dortigen Kammerspiele sie als Schauspielerin verpflichtet hatten. 1990 wechselte sie für drei Jahre ans Berliner Schillertheater und entschied sich dann für den Weg der Unabhängigkeit. Mit den beiden Filmen "Abgeschminkt!" (1993), eine Low-Budget-Produktion unter der Regie von Katja von Garnier, und "Der bewegte Mann" (1994) von Sönke Wortmann wurde Katja Riemann schlagartig berühmt und trug auch weiterhin maßgeblich dazu bei, dem deutschen Film kommerziell zu neuem Schwung und künstlerisch zu mehr Profil zu verhelfen.

Der Kinofilm "Bandits" (1997), in dem sie eine Schlagzeugerin spielte und für den sie mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde, weckte ihre musikalischen Ambitionen, zumal der mit Gold ausgezeichnete Soundtrack sogar die Spitze der deutschen Charts erobert hatte. Auf ihrem nach einem Romy-Schneider-Film benannten Debütalbum "Nachtblende" (2000) gelang ihr ein stilistisch abenteuerliches Pop-Kaleidoskop mit anspruchsvollen Lyrics und verführerischem Leadgesang. Seit dieser Zeit verfolgt Katja Riemann ihre unterschiedlichen künstlerischen Wege nahezu parallel.

Leichte Vorliebe für Jazz

Von ihren vielen Filmerfolgen sei "Rosenstraße" (2003) von Margarethe von Trotta hervorgehoben, der ihr bei den Filmfestspielen von Venedig die Coppa Volpi als beste Hauptdarstellerin einbrachte. Ernste und ambitionierte Rollen wie in "Ich bin die Andere" (2006) und "Ein fliehendes Pferd" (2007) liegen ihr längst genauso gut wie die komödiantischen, die sie berühmt gemacht haben.

Als Musikerin mit einer leichten Vorliebe für den Jazz etablierte sie sich mit diversen Projekten erst in den letzten Jahren. Ihr Repertoire als Musikerin reicht vom klassischen Katja-Riemann-Oktett, mit dem sie das Album "Favourites" (2003) einspielte, über die Interpretation jüdischen Liedguts bis zum momentanen Engagement beim Capital Dance Orchestra in Berlin, wo sie sich als exzellente Swing-Vokalistin präsentiert.

Theater, Kinderbücher und UNICEF

In den letzten Jahren steht Katja Riemann auch wieder vermehrt auf der Theaterbühne, unter anderem in Inszenierungen von "Hedda Gabler", "Szenen einer Ehe" und "Anna Karenina". Im Sommer 2008 spielte sie in Tschechows "Drei Schwestern" in Berlin an der Seite von Jasmin Tabatabai und Nicolette Krebitz, ihren Kolleginnen aus "Bandits".

Mit einer erfolgreichen Kinderbuchtrilogie stellte sie zudem ihr schriftstellerisches Talent unter Beweis. Ihre Popularität hat sie in den letzten Jahren immer wieder für soziales und politisches Engagement genutzt, sei es als UNICEF-Botschafterin oder an der Seite von Sir Bob Geldof bei DATA. Auf der Kinoleinwand ist sie derzeit in der Komödie "Die Relativitätstheorie der Liebe" zu sehen.


Auszeichnungen - eine Auswahl:





- 1987 Adolf-Grimme-Preis in Gold für "Sommer in Lesmona"
- 1990 Goldene Kamera als Beste Nachwuchsschauspielerin für "Regina auf den Stufen"
- 1992 Goldene Kamera für "Von Gewalt keine Rede"
- 1994 Bambi als Beste Darstellerin in "Der bewegte Mann"
- 1996 Deutscher Filmpreis für "Stadtgespräch"
- 1998 Deutscher Filmpreis als Beste Darstellerin für "Die Apothekerin" und "Bandits"
- 2003 Coppa Volpi auf den Filmfestspielen Venedig als Beste Hauptdarsellerin in "Rosenstraße"
- 2004 Deutscher Filmpreis als Beste Nebendarstellerin in "Agnes und seine Brüder"
- 2007 Bambi in der Kategorie Film national für "Das wahre Leben" und "Ein fliehendes Pferd"
- 2009 Premio Bacco für ihr Lebenswerk, Adolf-Grimme-Preis für "Das wahre Leben"



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