Klaus J. Behrendt

Mit beiden Beinen auf dem Boden

In seiner Jugend absolvierte Klaus Johannes Behrendt eine Lehre zum Bergmechaniker. Zu dieser Zeit war das in seinem Geburtsort Hamm/Westfalen üblich, jeder dritte Junge arbeitete unter Tage. Doch mit siebzehn sah er schließlich in einem kleinen Kino eine Gesellschaftssatire und fasste den Entschluss: "Ich will zur Filmerei!" Heute ist Behrendt einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands. In über 100 Fernsehproduktionen hat er bereits mitgespielt. Doch trotz des Ruhmes ist er auf dem Boden geblieben, denn arrogantes Gehabe und Extra-Wünsche am Filmset waren ihm stes zuwider.

Klaus J. Behrendt Quelle: ZDF/Oliver Roth

Da Klaus J. Behrendt neben einer Zeche aufwuchs, lag es nicht fern, eine Lehre zum Bergmechaniker zu absolvieren. Allerdings zog es ihn wenige Jahre später nach Hamburg an eine Schauspielschule, wo er eine dreijährige Ausbildung durchlief. Es folgte ein Engagement am Schauspielhaus Bremen, doch Behrendt stellte schließlich fest, dass er lieber vor der Kamera stehen wollte.

Immer wieder Hauptrollen

1985 folgte sein Debüt vor der Kamera in dem ZDF-Mehrteiler "Von einem, der auszog". Der erste große Erfolg kam 1989 in der Rolle des Jupp Kowalla in Klaus Emmerichs Bergbau-Saga "Rote Erde II". Seither ist Behrendt immer wieder in Hauptrollen in Fernsehspielen und tragenden Gastrollen in Fernsehserien wie "Großstadtrevier", "Ein Fall für zwei", "Derrick", "Der Alte", "Die Kommissarin" oder "Wolffs Revier" zu sehen. 1989 folgte der erste "Tatort"-Auftritt unter Kommissar Horst Schimanski (Götz George).

An der Seite von Götz George und Martina Gedeck glänzte Behrendt 1989 bis 1993 in der Ost-West-Serie "Schulz & Schulz". 1990 stand er erstmals für Regisseur Kaspar Heidelbach für die Serie "Das Nest" vor der Kamera. Seither haben die beiden ihre Zusammenarbeit mit wachsendem Erfolg fortsetzen können.

Laufbahn beim Tatort

Der erste Höhepunkt war 1991 der Mehrteiler "Leo und Charlotte" und dann ab 1991 die Düsseldorfer "Tatort"-Krimis, in denen Behrendt erstmals als Max Ballauf auftrat. 1993 verabschiedete sich Behrendt jedoch zunächst aus dieser Rolle. Erst 1997 kehrte er, nun befördert zum Hauptkommissar, wieder zurück und bildet seitdem zusammen mit Dietmar Bär das Kölner Ermittler-Duo. Ab 1993 war Behrendt zudem als Ermittler Alexander Stein auch Hauptdarsteller in der erfolgreichen Kriminalserie "A.S.".

2000 bekam Behrendt den Deutschen Fernsehpreis als Bester Schauspieler, 2003 erhielt er für seine Hauptrolle in "Mein Vater" den Adolf-Grimme-Preis. Zudem war er 2009 als Bester Schauspieler für die "Goldene Kamera" nominiert. Neben einem anderen "Tatort"-Kollegen, dem NDR-Kommissar Robert Atzorn, zeigt sich Behrendt ab März 2005 in einer ganz ungewohnten Rolle: In der neuen ZDF-Serie "Das Kanzleramt" spielt er den Bundeskanzler.


Film und Fernsehen - eine Auswahl:



- 2002: "Karamuk", Kino; "Tatort - Schlaf, Kindlein, schlaf"
- 2003: "Das Wunder von Lengede"; "Gestern gibt es nicht - Eine Liebe sucht ihren Weg", ZDF
- 2004: "Die Stunde der Offiziere", ZDF; "Stauffenberg"
- 2005: "Ein starkes Team - Lebende Ziele", ZDF; "Tatort - Erfroren"
- 2006: "Der Untergang der Pamir"; "Tatort - Liebe am Nachmittag"
- 2007: "Das Inferno - Flammen über Berlin"; Tatort - Spätschicht"
- 2008: "Die Bienen - Tödliche Bedrohung"; "Tatort - Brandmal"
- 2009: "Fünf Tage Vollmond"; "Tatort - Platt gemacht"
- 2010: "Tatort - Kaltes Herz"; "Ungesühnt", ZDF



Auszeichnungen:





- 2000: Deutscher Fernsehpreis - Bester Schauspieler
- 2003: Bayerischer Fernsehpreis; Adolf-Grimme-Preis; Emmy International Award; FIPA d'Or, Internationales Filmfest Biarritz; Spezialpreis beim Fernsehfestival in Banff
- 2009: Nominierung Goldene Kamera - Bester Schauspieler



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