"Krimi, Liebesgeschichte und Politthriller"

Fragen an Christiane Paul

Im Wirtschaftskrimi"Ein mörderisches Geschäft" geht es um die Gratwanderung zwischen Legalität und Kriminalität in globalen Wirtschaftsräumen. Christiane Paul spielt die Unternehmensberaterin Alina, die wie alle anderen Figuren auch ein doppeltes Spiel spielt und dabei den zweifelhaften Machenschaften ihres Firmenchefs auf die Schliche kommt.


ZDF: Was ist für Sie das Besondere an diesem Film?


Christiane Paul: Aus meiner Sicht ist der Film besonders, weil er eben fast drei Genres miteinander verknüpft: Krimi, Liebesgeschichte, Politthriller. Er ist für mich in gewisser Weise auch gesellschaftskritisch, da er Machtmissbrauch in der Wirtschaft thematisiert und aufzeigt, wie schwierig es ist, diesen aufzudecken und die Verantwortlichen dafür haftbar zu machen.

Der Film zeigt auch, welches Band zwischen Wirtschaft und Politik besteht und wie ausgeliefert und hilflos Arbeitnehmer dem Geschehen gegenüber sind. Besonders finde ich des Weiteren, dass hier den Unternehmensberatern, die ja eher mittlerweile ein schlechtes Image haben, eine positive Rolle zuteil wird.
ZDF: Im Ruhrpott, wo große Teile des Films gedreht wurden, sind Werksschließungen ja nichts Unbekanntes. Sehr oft sind dabei Beratungsfirmen beteiligt. Welches Bild haben Sie von deren Job?


Paul: Eigentlich glaube ich, dass es ein interessanter Beruf ist. Ich hatte vor den Dreharbeiten Gelegenheit, mich mit einer Unternehmensberaterin länger zu unterhalten und sie auch begleiten zu dürfen. Unternehmen in Krisensituationen zu beraten und möglicherweise helfen zu können, ist ja primär etwas Gutes. Man muss spezielle Kenntnisse und Eigenschaften mitbringen, man ist viel unterwegs, muss sich voll und ganz auf ein Thema einlassen, und zum Teil arbeitet man zwischen 60 und 80 Stunden die Woche. Das alles fand ich spannend zu erfahren.


Leider ist diese Berufsgruppe aus vielerlei Gründen in den vergangenen Jahren sehr in Verruf gekommen. Sicher oft auch nicht zu Unrecht. Und natürlich sind Unternehmensberater vor allem bei der Belegschaft gefürchtet, weil ihre Anwesenheit immer Umstrukturierung und damit meistens Arbeitsplatzabbau bedeutet. Aber in unserem Film haben die Berater ja eine andere Funktion, sie decken etwas auf und versuchen das Unternehmen zu erhalten.


ZDF: Sie haben im Oktober 2010 in Oberhausen und anderen Orten gedreht. Wie haben Sie die Dreharbeiten dort im Ruhrpott erlebt?


Paul: Die Dreharbeiten waren wie überall sonst auch, man sieht leider nicht so viel von der Gegend. Allerdings war ich vor zwei Jahren wegen einer Kinopremiere mit dem Auto auf dem Weg von Dortmund nach Essen und war doch ziemlich erschüttert über das Aussehen, das Erscheinungsbild der kleineren Vorstädte Essens. Es sah vielerorts verlassen, arm und runtergekommen aus. Ladenstrassen waren leer und ungenutzt, einiges wirkte verfallen. Natürlich sind das Auswirkungen des Industrieabbaus in dieser Gegend. Wo soll die Kaufkraft, das Geld für Investitionen herkommen, wenn Arbeitsplätze abgebaut, verlagert und ganze Industriezweige geschlossen werden?



ZDF: Im Fernsehfilm "Ein verlockendes Angebot" haben Sie 2007 schon einmal mit Devid Striesow vor der Kamera gestanden. War das Angebot der erneuten Zusammenarbeit jetzt auch ein verlockendes Angebot?


Paul: Auf jeden Fall. Das ist mein vierter Film mit Devid und ich schätze und mag ihn sehr. Er ist einfach ein toller Schauspieler, dem ich selbst immer wieder gern zusehe und mit dem es immer wieder spannend ist zu arbeiten!

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