Liebe und Hass - Ein starkes Familiendrama

Ein Interview mit dem Regisseur Johannes Grieser

Johannes Grieser ist bekannt als ein Spezialist für spannende, klassische Whodunnit-Krimi wie beispielsweise "Tatort" und "Ein starkes Team". Mit dem kriminalistischen Familiendrama "Mord in bester Familie" zeigt er eine weitere Facette seines Könnens. Dabei legt er sowohl Wert auf die Psychologie der Figuren als auch auf die Krimispannung.

Regisseur Johannes Grieser
Regisseur Johannes Grieser Quelle: ZDF/Michael Böhme


ZDF: Was hat Sie an diesem psychologisch erzählten Familiendrama besonders gereizt?




Johannes Grieser: Eben das Familiendrama. Wie Personen ein halbes Leben lang aneinander vorbeigehen, sich hassen, obwohl sie sich einst geliebt haben, sich sogar zum Töten gezwungen fühlen - und alles nur, weil sie einen perfiden Plan nicht durchschauen können, den einer von ihnen schon vor langer Zeit entworfen und verfolgt hat. Wobei wir wieder beim Krimigenre sind.



ZDF: Was war Ihnen bei der Inszenierung dieses Stoffs wichtiger: Das psychologische Drama oder der Krimi? Grieser: Sicher beides. Das Drama gibt den Schauspielern und mir eine Plattform, die Figuren zu zeichnen, ihre Psyche zu zeichnen. Der Krimi hält das Ganze in einer spannungsreichen Form zusammen.


ZDF: Katharina Böhm und Maja Maranow spielen zwei rivalisierende Schwestern. Wie war die Arbeit mit den beiden sehr unterschiedlichen Schauspielerinnen?



Grieser: Sehr interessant. Maja Maranow kannte ich ja aus der Arbeit einiger "Starken Teams", die ich inszeniert hatte. Es war ein Wunsch von mir. sie als die Schwester von Katharina Böhm zu besetzen und stieß dabei auf große Zustimmung, sowohl bei der Redaktion wie auch beim Produzenten. Frau Böhm kannte ich noch nicht und es war eine Freude, mit ihr zu arbeiten.


ZDF: Der große, alte Mann des "Deutschen Theaters" Otto Mellies verkörpert einen klassischen Familienpatriarchen. Was treibt diese Figur an?


Grieser: Die unbändige Angst, dass Bergmann, sein Ex-Schwiegersohn, seinen Töchtern etwas antun könnte und die trügerische Gewissheit, dass dieser auch hinter dem Anschlag auf seine jüngere Tochter steckt.



ZDF: Welche neuen Projekte realisieren Sie dieses Jahr?



Grieser: Zuerst werde ich einen weiteren "Tatort" mit Richy Müller und Felix Klare für den SWR realisieren. Dann hoffe ich auf ein weiteres Fernsehspiel für das ZDF.

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