Marcus Mittermeier

Spielt gerne Loser-Typen

Seit 1997 wirkt Marcus Mittermeier in verschiedenen TV-Filmen und -Serien mit. Fernsehzuschauern ist er vor allem durch die ZDF-Serie "Samt und Seide" bekannt, in der er sechs Jahre lang Roland Althofer in der Hauptrolle verkörperte. Ein großes Kinopublikum wurde schlagartig durch seinen Debütfilm "Muxmäuschenstill" auf ihn aufmerksam, bei dem er Regie führte. Gerade kam sein zweiter eigener Film "Short Cut to Hollywood" in die Kinos.

Marcus Mittermeier
Marcus Mittermeier Quelle: ZDF

Marcus Mittermeier, 1969 in Landshut geboren, ist ein echtes Multitalent. Die Idee, Schauspieler zu werden, kam ihm schon früh. Denn als Kind sah der heute 40-Jährige von "Bonanza" bis "Flipper" alles, was sich ihm bot. "Der Wunsch hat sich in jener Zeit herauskristallisiert, als ich so viel Fernsehen geguckt habe. Manche Rollen waren so eindrücklich, dass ich sie selber auch gerne gespielt hätte. Welche Psychologie dahinter steht, will ich gar nicht ausbreiten. Aber klar ist es reizvoll, in andere Rollen zu schlüpfen und etwas zu sein, was man eigentlich nicht ist."

Loser und wortkarger Ermittler

Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Schauspielschule von Ruth Zerboni. Er begann seine Laufbahn an den Theatern in Regensburg, Ingolstadt und München als Schauspieler und Regisseur. Neben seinen ersten Theaterengagements und Drehs für Film und Fernsehen studierte er 1995 bis1998 auch noch Philosophie und Theaterwissenschaften in München.

Preisgekrönter Regisseur

Der heute mit seiner Familie in Regensburg lebende Schauspieler wirkte in einer Vielzahl von Fernsehfilmen mit. Er spielt gerne den Loser, denn "die haben eine gewisse Komik", sagt er. Als meist wortkarger Ermittler ist er inzwischen den meisten Zuschauern in unterschiedlichen Rollen bekannt. An der Seite von Staatsanwalt Bernd Reuther (Rainer Hunold) ermittelt er seit fünf Jahren als Kriminalkommissar Thomas Reuther in der ZDF-Reihe "Der Staatsanwalt" in Wiesaden. In der Kriminalfilm-Reihe "Unter anderen Umständen", die im Oktober im ZDF mit der vierten Folge ausgestrahlt wird, spielt er Kommissar Christoph Olson, den Kollegen von Jana Winter (Natalia Wörner).Marcus Mittermeier hat seinen Traum verwirklicht, selbst Filme zu inszenieren. Der bisher größte Erfolg gelang ihm mit seinem Spielfilm-Regiedebüt "Muxmäuschenstill", in dem eine verwackelte Kamera den Protagonisten Mux begleitet, der seine vermeintlich guten moralischen Ansprüche an die Mitmenschen mittels Selbstjustiz durchsetzt. Der Film zeigt kritisch die Schwachstellen einer Konsumgesellschaft, die ihre Ideale verloren hat. Der einstige Philosophie-Student wollte mit dem Film darauf aufmerksam machen, dass unsere Gesellschaft "wenn sie so weitermacht mit ihren Klingeltönen und dämlichen Starbiografien in ein riesengroßes moralisches Problem schlittert."

Für "Muxmäuschenstill" bekam Marcus Mittermeier bei der Max-Ophüls-Preisverleihung 2004 den Hauptpreis für die Regie und den Publikumspreis sowie eine Nominierung für den Deutschen Filmpreis 2004.

Short Cut to Hollywood

Die erfolgreiche Konstellation von "Muxmäuschenstill" ist nun mit einer neuen Produktion in die zweite Runde gegangen. Jan Henrik Stahlberg, Drehbuchautor und Hauptdarsteller, hat auch das Buch zu Mittermeiers neuem Film "Short Cut to Hollywood" geschrieben und spielt den Protagonisten John Salinger, der sich zusammen mit zwei Freunden auf einen atemberaubenden Roadtrip durch Amerika macht, um sich den Wunsch nach Unsterblichkeit zu erfüllen und sich dabei nach und nach selbst verstümmelt. "Da geht jemand los, den all die Sachzwänge wie Steuererklärung oder Espressomaschinen nicht mehr interessieren; der sich sagt: Ich lege mir die Welt zu Füßen, der Preis ist natürlich hoch, aber das ist ja nach dem Energiererhaltungssatz immer so. Wer etwas Großes raushaben will, der muss etwas Großes reinstecken."

Mit dem Film wirft Mittermeier einen satirischen Blick auf Reality-TV-Formate, ohne dem Publikum eine feste Meinung zu servieren. Viel eher will er die Menschen anregen, sich selbst Gedanken dazu zu machen. Seit dem 24. September ist der Film in den Kinos zu sehen.

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