"Überraschende Einsichten in menschliche Abgründe"

Statement von Regisseur Matti Geschonneck

Die Inspiration, einen Nur-Eine-Nacht-Thriller zu drehen, ging von dem Filmklassiker "Das Verhör" aus. Daniel Nocke war dafür der richtige Autor. Ein artverwandtes Kammerspiel, "Silberhochzeit", hatten wir bereits 2005 nach einer Kurzgeschichte von Elke Heidenreich zusammen gedreht. Halb so viele Bilder wie ein übliches Drehbuch, dialogstark, wenige Schauplätze ... und ein kleines, schlagkräftiges Schauspielerensemble.

Kommissar Birke (Jürgen Vogel, l.) und Wolfram Ernst (Uwe Kockisch, r.) Quelle: ,ZDF

Der Film lebt von der Spiellaune seiner großartigen Darsteller. Isabel Wellingsen (Iris Berben), schön, souverän, undurchsichtig, geheimnisvoll in ihrer Einsamkeit. Kommissar Birke (Jürgen Vogel), Einzelgänger, engagiert, ein Idealist, der zweifellos unterschätzt wird. Mechthild Adler (Ina Weisse), raffiniert, unberechenbar, verletzt in ihrer Seele. Ludwig Wellingsen (Thomas Thieme), vollkommen skrupellos, Inkarnation der Macht, Opfer seiner eigenen Verworfenheit.

Doppeltes Intrigenspiel

Regisseur Matti Geschonneck und Kameramann Martin Langer Quelle: ZDF

Hauptkommissar Lehm (Peter Lerchbaumer), korrupt, brillanter Intrigant, Opportunist schlechthin. Wolfram Ernst (Uwe Kockisch), Berufsverbrecher, hemmungslos, brutal, verlogen, ein Verlierer. Der Kollege Naul (Alexander Hörbe), kurz angebundener Mann für's Grobe.

Ein Stoff dieser eigenen Art, das doppelte Intrigenspiel seiner Figuren, erforderte von Schauspielern und Regie höchste Konzentration, für mich eine besondere Herausforderung, über 90 Minuten die Spannung zu halten.

Ein Gesellschaftsstück

Auf Martin Langer hinter der Kamera konnte ich mich bereits bei "Die Tote vom Deich" hundertprozentig verlassen. Mit dem Szenenbildner Bernd Gaebler, der leider kurz nach Ende unserer Dreharbeiten starb, verband mich eine jahrelange enge Arbeitsfreundschaft. Mit ZDF-Redakteur Daniel Blum und Produzent Reinhold Elschot (heute ZDF-Hauptredaktionleiter für Fernsehspiel) hatte ich die gewohnt konstruktiven Partner.

Die Geschichte bot mir überraschende Einsichten in menschliche Abgründe, die mir tatsächlich erst am Drehort, während der Arbeit an den Figuren, bewusst wurden - eigentlich ein Gesellschaftsstück.

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