Ulrich Tukur

Gefeiertes Multitalent

Er singt, musiziert und spielt tiefgründige Rollen vor der Kamera und auf der Bühne. Seine Bandbreite reicht vom Heldischen bis zum Komischen. Ulrich Tukur hat bis heute in über achtzig deutschen und internationalen Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt. Für seine Leistung wurde er mehrfach ausgezeichnet. Die ZDF-Koproduktion "John Rabe" mit ihm in der Titelrolle hatte 2009 auf der Berlinale Premiere.

John Rabe
John Rabe Quelle: ZDF

Ulrich Tukur wuchs in Westfalen, Hessen und Niedersachsen auf. Seine Jugend verbrachte er in der Wedemark in der Nähe von Hannover. Dort machte er auch 1977 sein Abitur und während eines Schüleraustauschs mit AFS (American Field Service) in Boston (USA) einen Highschool-Abschluss. Nach dem Wehrdienst studierte er Germanistik, Anglistik und Geschichte an der Universität Tübingen und arbeitete unter anderem als Musiker. Dabei wurde er für die Bühne entdeckt und begann 1980 an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart eine Ausbildung in Schauspiel.

Zusammenarbeit mit Peter Zadek

Nach Beendigung des Schauspielstudiums 1983 wurde er von den Städtischen Bühnen Heidelberg engagiert. Noch zu Studienzeiten ermöglichte ihm Michael Verhoeven erstmals in einem Film mitzuwirken: In "Die weiße Rose" spielte er den Studenten und Angehörigen des Widerstandskreises gegen die NS-Diktatur Willi Graf. Bei einem späteren Engagement in München in Ferdinand Bruckners "Krankheit der Jugend" wurde Peter Zadek auf ihn aufmerksam, woraus sich eine fruchtbare künstlerische Zusammenarbeit ergab, die 1984 schließlich zu Ulrich Tukurs Durchbruch am Theater führte. Unter Zadek spielte er zunächst an der Freien Volksbühne Berlin, später wurde für beide das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg zu ihrer künstlerischen Heimat - für Zadek als Intendanten und für Ulrich Tukur von 1985 bis 1995 als Ensemblemitglied in zahlreichen Haupt- und Nebenrollen.1986 wurde er von den deutschen Theaterkritikern zum Schauspieler des Jahres gekürt. Von 1995 bis 2003 leitete er zusammen mit Ulrich Waller als Intendant die Hamburger Kammerspiele. Ulrich Tukur ist Mitglied der Freien Akademie der Künste Hamburg. 1995 gründete er die Tanzkapelle Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys, mit der er viele Tourneen gespielt und verschiedene Tonträger veröffentlicht hat. 2007 gab Ulrich Tukur mit dem Erzählband "Die Seerose im Speisesaal ¿ Venezianische Geschichten" sein Debüt als Autor.

Filmrollen

Sein Filmdebüt gab Ulrich Tukur 1982 in "Die weiße Rose" (Regie: Michael Verhoeven). In Film und Fernsehen sowie auf der Theaterbühne spielte er unter namhaften Regisseuren wie Peter Zadek, Hans-Christoph Blumenberg, Heinrich Breloer, Matti Geschonneck, Christian Görlitz und vielen anderen.

Er war Andreas Baader in "Stammheim" (1986), der junge Wehner in "Wehner - die unerzählte Geschichte" (1991), spielte die Titelrolle in "Bonhoeffer" (1999), die Hauptrolle in "Heimkehr der Jäger" (2000) und drehte unter Constantin Costa-Gavras "Amen - Der Stellvertreter" (2001). Selbst in Hollywood kennt man ihn: Dort spielte Ulrich Tukur in Steven Soderberghs Produktion "Solaris" (2002).


Auszeichnungen:



- 1984 O.E. Hasse Preis
- 1985 Boy Gobert Preis
- 1986 Schauspieler des Jahres
- 1996 Goldene Kamera Insel-Kunstpreis Hamburg
- 2000 Adolf Grimme-Preis
- 2001 Grace-Prize Los Angeles
- 2004 Deutscher Fernsehpreis
- 2006 Deutscher Filmpreis



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