Ulrich Tukur

Gefeierter Spezialist für dunkle Charaktere

Seit Jahren ist er erfolgreich als Sänger, Musiker und Charakterdarsteller tiefgründiger Rollen in Theater, Film und Fernsehen und verfügt über eine große Palette darstellerischer Möglichkeiten. Seine Bandbreite reicht vom Heldischen bis zum Komischen. Für seine herausragenden Darbietungen insbesondere der Darstellung menschlicher Abgründe und Schattenseiten wurde er mit diversen Auszeichnungen geehrt. Selbst in Hollywood hat er schon gespielt. Privat verbringt er die meiste Zeit in der Toskana.

Ulrich Tukur
Ulrich Tukur Quelle: ,ZDF

Ulrich Gerhard Tukur wurde mit dem Familiennamen Scheurlen am 29. Juli 1957 in Viernheim als Ältester von vier Geschwistern geboren. Den Künstlernamen "Tukur" (eine Verballhornung des französischen "tout court") nahm er erst später während seines Schauspielstudiums an. Er wuchs in Westfalen, Hessen und Niedersachsen auf. Tukur machte 1977 sein Abitur und studierte anschließend in Boston, wo er die "High School" erfolgreich abschloss.

Akkordeonspieler und "Knödeltenor"

Nach dem Wehrdienst studierte er von 1978 bis 1980 Germanistik, Anglistik und Geschichte in Tübingen und war nebenher als Tango- und Akkordeonspieler sowie als "Knödeltenor" in der von ihm mit gegründeten "Floyd-Floodlight-Foyer-Band" engagiert. Von 1980 bis 1983 studierte er an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Stuttgart und legte dort die Bühnenreifeprüfung ab.

1982 wurde Ulrich Tukur noch während der Schauspielausbildung von Michael Verhoeven für die Rolle des Willi Graf in dem Film "Die weiße Rose" entdeckt.

Überragend in Shakespeare-Werken

1983/1984 folgte ein erstes Theaterengagement an den Städtischen Bühnen Heidelberg, und bereits 1984 war er die gefeierte Neuentdeckung auf deutschen Bühnen, als er an der Freien Volksbühne Berlin die schillernde Figur des SS-Sturmbandführers Kittel in Peter Zadeks"Ghetto"-Inszenierung interpretierte.

Düstere Filmrollen

Für sein gleichermaßen eindringliches wie ausdrucksvolles Spiel wurde er u. a. mit dem O.-E.-Hasse-Preis ausgezeichnet. Überragend war Tukurs Leistung nach Kritikermeinung auch als Angelo in Shakespeares "Maß für Maß" am Züricher Schauspielhaus (1985). Ab 1985 gehörte er dem Ensemble des Deutschen Schauspielhauses in Hamburg an, später spielte er am Stuttgarter Staatstheater.

Seit Anfang der 80er Jahre ist Ulrich Tukur ebenso in Film und Fernsehen regelmäßig präsent. Er war Andreas Baader in "Stammheim" (1986), der junge Wehner in "Wehner - die unerzählte Geschichte" (1991), spielte die Titelrolle in "Bonhoeffer" (1999), die Hauptrolle in "Heimkehr der Jäger" (2000) und drehte unter Constantin Costa-Gavras "Amen - Der Stellvertreter" (2001). Selbst in Hollywood kennt man ihn: Dort spielte Ulrich Tukur in Steven Soderberghs Produktion "Solaris" (2002). 2005 drehte er in Dror Zahavis Film "Die Luftbrücke" und für das ZDF an der Seite von Corinna Harfouch den Film "Die fremde Frau". Ein großer Kinoerfolg wurde "John Rabe" mit Tukur in der Hauptrolle.

Im darauffolgenden Jahr wurde er für seine düstere Nebenrolle als hochrangiger Stasi-Offizier in dem Oscar-prämierten Film "Das Leben der Anderen" mit dem Deutschen Filmpreis geehrt. In "Ein fliehendes Pferd" zeigte Tukur 2007 seine komödiantische Seite. Weitere wichtige Kinofilme, in denen Tukur seinen Ruf als Charakterdarsteller bewies, waren "Séraphine" (2009) und die düstere deutsche Kindergeschichte "Das weiße Band" (2009), die vielfach prämiert wurde, sowie "Das Vaterspiel" (2009) nach Josef Haslingers gleichnamigem Roman. 2010 stand er für die TV-Produktionen "Der große Kater" und "Eichmanns Ende" vor der Kamera. Für seine Leistung als "Tatort"-Kommissar Felix Muro erhielt er 2011 die Goldene Kamera als Bester Darsteller.

Pianist und Sänger

Aber auch musikalisch steht Ulrich Tukur weiterhin im Rampenlicht. Der Pianist und Sänger gründete die Tanzkapelle "Ulrich Tukur und die Rhythmus Boys", mit der er 1998 seine erste CD aufnahm und auf zahlreiche Tourneen ging. Im September 2010 erschien sein Album "Mezzanotte" (Deutsche Grammophon) mit Nachtliedern aus eigener und fremder Feder.


Auzeichnungen - eine Auswahl:





- 1985 O.E. Hasse-Preis
- 1986 Schauspieler des Jahres, Goldener Bär der Berlinale für Stammheim
- 1996 Goldene Kamera für seine Darstellung in "Der Mörder und sein Kind"
- 2000 Adolf-Grimme-Preis
- 2004 Deutscher Fernsehpreis für die Rolle eines Bankers in "Tatort - Das Böse"
- 2006 Deutscher Filmpreis als Bester Nebendarsteller in "Das Leben der Anderen"
- 2009 als Bester Darsteller in "John Rabe"
- 2011 Goldene Kamera als Bester Deutscher Schauspieler für "Tatort - Wie einst Lilly"











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