Vieles war leichter als gedacht

Reflexionen über den Film von Regisseur Tim Trageser

Zu Beginn - schon als wir das Buch gemeinsam entwickelten - dachte ich, das wird mein schwierigster Film. Wie mache ich eine Freundschaft, die nur in Rückblenden erzählt wird, genauso fühlbar, wie den unfassbaren Schmerz nach ihrem Verlust? Wie führe ich meine Hauptdarstellerin vom unbedingten Kontrolle bewahren bis zur ihrer absoluten Aufgabe?

Herr Kaiser (Peter Pauli) mit den Kindern
Herr Kaiser (Peter Pauli) mit den Kindern Quelle: ZDF

Echte Inspiration

Weitere Fragen stellten sich: Wie wird die Arbeit mit 25 Kindern, von denen die meisten noch nie vor einer Kamera standen aussehen? Wie inszeniere ich die Gespräche mit einer Komapatientin und wie ihren Tod? Wie erzähle ich einen Amoklauf, ohne ihn zu zeigen? Wie schaffe ich den Bogen von tiefster Trauer bis hin zur glaubhaften Lebensbejahung? Viele Fragen, aber dann war vieles leichter als gedacht: Das Buch von Laila Stieler war das sicherste Fundament, das man sich für so ein Projekt nur wünschen konnte. Sie ist eine der ganz, ganz wenigen Autorinnen, deren Szenen und Figuren mir keine Fragen stellen, sondern Antworten schenken und echte Inspiration. Anna Loos stellt ohnehin nur selten Fragen, sie gehört zu den Schauspielerinnen, die einfach "machen". Sie ließ sich jeden Tag fallen und fallen und fallen und vermochte so ihre ohnehin schon grandiose Leistung aus "Wohin mit Vater?" noch zu übertreffen.

Auch Meret Becker war ein Volltreffer. Mir ihr wollte ich schon immer mal arbeiten, niemand hätte wie sie die Katja so wunderbar schräg und herzenswarm zum Leben erwecken können. Und zu guter Letzt waren Wolfgang Cimera (Network Movie), Pit Rampelt und Reinhold Elschot nicht nur Auftraggeber bei diesem Herzensprojekt, sondern echte Partner. Es gab keine Zweifel, sondern Zuspruch und Vertrauen, so dass ich mich voll und ganz jeden Drehtag ausschließlich der Inszenierung widmen konnte.

Unschätzbares Privileg

All dies ist im alltäglichen Fernsehgeschäft nicht selbstverständlich, sondern muss man suchen. Dass ich es, dass wir es gefunden haben, ist ein unschätzbares Privileg, ohne das "Die Lehrerin" nie der Film geworden wäre, der er ist, und ich danke allen dafür von Herzen.

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