"Wir haben als Ehepaar ganz wunderbar miteinander funktioniert"

Interview mit Simone Thomalla

Simone Thomalla spielt die Ehefrau des arbeitslosen Bernd Fröhlich, die ihre Arbeit als Kosmetikerin ausdehnt, um ihre Familie über die Runden zu bekommen. Das führt zu einigen Komplikationen. Gesellschaftlich hält die Schauspielerin einen solchen Rollentausch heute für durchaus akzeptabel, auch wenn das Ego einiger Männer noch immer darunter leidet.


ZDF: Frau Thomalla, was hat Ihnen an der Figur der Petra Fröhlich als Ehefrau von Bernd (Jürgen Tarrach) gefallen?


Simone Thomalla: Grundsätzlich gehe ich natürlich jede neue Rolle mit großer Leidenschaft und Spaß an der Arbeit an. Jeder neue Film ist sozusagen gerade meine Lieblingsarbeit. Mir hat aber in diesem Fall besonders gefallen, dass die Kombination Thomalla/ Tarrach als Paar nicht unbedingt auf der Hand lag. Und ich finde, wir haben als Ehepaar ganz wunderbar miteinander funktioniert. Es war ein großes Vergnügen, mit Jürgen zum ersten Mal drehen zu dürfen.


ZDF: Wie würden Sie Petra Fröhlich charakterisieren?


Thomalla: Petra ist patent, pragmatisch, hat das Herz auf dem rechten Fleck und ist eine durchaus moderne Frau.


ZDF: Erzählt wird eine unterhaltsame Geschichte mit ernstem Hintergrund. Aber deutet nicht schon der Titel an, dass es sich um eine Komödie handelt?




Thomalla: Nein, das sehe ich anders. Es ist ein kleiner, leiser Film mit komödiantischen Elementen geworden, der zum einen sehr kurzweilig unterhält, bei dem man schmunzeln und lachen kann, der aber durchaus auch Denkanstöße gibt.


ZDF: Glauben Sie, dass ein Rollentausch heute noch immer problematisch ist?


Thomalla: Nein, ich glaube, gesellschaftspolitisch ist dies inzwischen akzeptiert. Vielmehr denke ich, dass es für manche Männer vielleicht noch schwer ist, wenn ihre Rolle als Ernährer und Macher in die Hände der Partnerin gelegt wird.


ZDF: Man sieht Sie häufiger in ernsthaften Rollen. Würden Sie gerne öfter Ihr komisches Talent ausleben? Thomalla: Das stimmt so nicht! Ich habe in den vergangenen Jahren auch immer wieder Hauptrollen in Komödien gespielt. Eva Saalefeld im "Tatort" ist das, was man als eine ernsthafte Rolle bezeichnet. Aber gerade habe ich für das ZDF "Die Dorfhelferin" abgedreht und spiele dort eine Frau, die zwischen den Genres wandert. Und auch die Rolle der bösen Stiefmutter in "Aschenputtel", das man Weihnachten im ZDF sehen kann, ist nicht nur komisch und hat mir sehr großes Vergnügen bereitet. Grundsätzlich entscheide ich bei einem Filmangebot: Macht es mir Spaß, die Rolle zu spielen, oder nicht!

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