"Zwei Stunden als Leiche im Eiswasser"

Interview mit Schauspieler Hinnerk Schönemann

Hinnerk Schönemann nahm in "Der Tote im Spreewald" schauspielerisch eine neue Herausforderung an. Er spielt den unglücklichen Sorben Daniel Bartko, der in Australien einen Neuanfang machen will, dann aber ermordet wird. Um sich auf den Film vorzubereiten, setzte sich der Schauspieler intensiv mit der Sorben-Problematik auseinander. Besonders stolz ist er seine Leistung als Wasserleiche in eiskaltem Wasser.

Leiche im gefrorenen Wasser
Leiche im gefrorenen Wasser Quelle: ZDF


ZDF: Herr Schönemann, war Ihnen die Sorben-Problematik vertraut, bevor Sie diese Arbeit zusagten?Hinnerk Schönemann: Ich hatte zwar schon davon gehört, mich aber erst intensiv damit beschäftigt, als ich das Drehbuch las. Als Kind und Jugendlicher war ich häufiger im Spreewald, daher war mir die Zweisprachigkeit in diesem Gebiet, die zweisprachigen Schilder etwa, nicht fremd.

Fremd ist mir vor allem nicht das, was Daniel, die Figur, die ich spiele, erfährt. Er hat überhaupt keine Chance, in der Dorfgemeinschaft Fuß zu fassen, sich zu integrieren, man betrachtet ihn immer als Außenseiter. Ich kenne diese Mentalität aus eigener Erfahrung. Auch ich lebe in einem kleinen Dorf auf dem Land, in dem man mich zwar freundlich behandelt, aber irgendwie bleibe ich dort immer der Exot, der Spinner, der Schauspieler, der in der Stadt - hauptsächlich in Berlin - arbeitet. Im Gegensatz zu Daniel habe ich allerdings ein dickeres Fell.

Daniel Bartko (Hinnerk Schönemann, l.) seine Geliebte Maria Jaruski (Anne Ratte-Polle, r.)
Der Tote im Spreewald_Schönemann Int. Quelle: ZDF


ZDF: Daniel ist an der Ablehnung zugrunde gegangen, was auch zum Scheitern der Liebe zu Tanja geführt hat.




Schönemann: Daniel musste gehen, er hatte gar keine andere Chance, sonst wäre er gestorben! Er versuchte lange, gegen die Ablehnung im Dorf anzukämpfen und auch gegen die Verbohrtheit seiner Familie, aber irgendwann war er wie offenes Fleisch: verletzlich, übervorsichtig, aggressiv.


ZDF: Würden Sie Ihre Rolle als Herausforderung bezeichnen?


Schönemann: Unbedingt. Es war eine interessante Rolle. So einen für mich ungewohnten Charakter hatte ich bisher nicht gespielt. Und eine praktische Herausforderung war die Rolle auf jeden Fall: Zwei Stunden lang im Winter als Leiche im Eiswasser zu liegen, das zwar im Neoprenanzug und bei angewärmten 17 Grad, das ist schon eine Leistung, auf die ich sehr stolz bin!

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