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La buena vida - Das gute Leben

Dokumentarfilm von Jens Schanze, Deutschland/Schweiz 2015

Drei Männer stehen fast bis zur Hüfte in einem Gewässer. Zwei sind mit Säcken, Netzen und einem kurzen Speer ausgerüstet.

Eine Dorfgemeinschaft von Indígenas im kolumbianischen Regenwald widersetzt sich der Umsiedlung für den größten Kohletagebau der Welt. Die Kohle wird für Kraftwerke in Europa gebraucht.

20.04.2021
20.04.2021
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Jairo Fuentes, der junge Anführer der Wayúu-Gemeinschaft Tamaquito, lebt in den Wäldern im Norden Kolumbiens. Bisher gab die Natur den Menschen dort alles, was sie zum Leben brauchten. Doch die gewaltige Cerrejón-Mine, mit 700 Quadratkilometern der größte Kohletagebau der Welt, rückt Tag für Tag näher an Tamaquito heran. Die Steinkohle ist für Europa bestimmt. In Deutschland, Holland und Großbritannien produzieren die Kohlekraftwerke damit den Strom, der dort den Wohlstand sichert. Jairo und seine Leute müssen ihr Dorf in den Bergen aufgeben und ihr natürliches, "gutes" Leben hinter sich lassen. In Zukunft hat das Leben für sie einen Preis, der mit Geld zu bezahlen ist.

Der Film erzählt vom Widerstand der Dorfgemeinschaft von Tamaquito, ihrer letztlich nicht zu verhindernden Umsiedlung und den unerfüllten Versprechungen der Konzernvertreter für ihr neues, "modernes" Leben. Um die Folgen der Umsiedlung für sie kümmern sich weder die Stromkonsumenten in Europa noch die Aktionäre der Cerrejón-Mine, die ihren Gewinn steigern können.

Der renommierte Dokumentarfilmer Jens Schanze, der für seine Werke schon zahlreiche Auszeichnungen wie den Grimme-Preis erhielt, hat mit "Otzenrather Sprung" (2001) schon einmal eine Dorfumsiedlung, damals im rheinischen Braunkohlerevier, filmisch begleitet.

Mit "La buena vida - Das gute Leben" zeichnet er nun das berührende Porträt einer indigenen Dorfgemeinschaft, die entschlossen ist, sich nicht alles gefallen zu lassen, was ihr der Kohlekonzern diktieren will. Schanze verzichtet dabei auf jeglichen wertenden Kommentar oder Interviews, lässt vielmehr seine Bilder und seine Protagonisten sprechen. Dadurch werden die Szenen für den Betrachter eindringlich erlebbar und nachempfindbar.

Und so ist "La buena vida - Das gute Leben" nicht nur das Dokument eines Betrugs - schließlich werden die Bewohner von Tamaquito unter falschen Versprechungen aus ihrem Dorf fortgelockt -, sondern auch eine Verneigung vor einer starken Gemeinschaft, die sich um keinen Preis der Welt ihre Integrität abkaufen lässt.

Der Film wurde auf zahlreichen nationalen und internationalen Festivals gezeigt und vielfach ausgezeichnet, darunter mit dem Bayerischen Filmpreis 2015 in der Kategorie Dokumentarfilm. Außerdem bekam der Film das "Prädikat besonders wertvoll", wurde 2017 mit dem renommierten Robert-Geisendörfer-Preis ausgezeichnet und erhielt von Mitgliedern von Amnesty International eine Nominierung für den Marler Medienpreis Menschenrechte.

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