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Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt

Dokumentarfilm von Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser, Deutschland 2017

Im Frühjahr 2013 brechen Gwendolin und Patrick zu einer Reise um die Welt auf, mit dem Vorsatz, nicht zu fliegen. Voller Erfahrungen kehren sie nach 100 000 Kilometern im Sommer 2016 zurück.

Beitragslänge:
126 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.12.2019, in Deutschland, Österreich, Schweiz

In ihrem ermutigenden und hoffnungsvollen Film folgen die Zuschauer den Reisenden von Land zu Land bei ihren faszinierenden Begegnungen und Abenteuern, die sie mit der Handykamera dokumentierten. - Erfolgreichster Dokumentarfilm des Jahres 2017.

"Uns zieht es hinaus. Mit Rucksack, Zelt und nur dem, was wir wirklich brauchen. Und das alles über Land. Nie den Kontakt zur Erde verlieren. Immer Strecke spüren. Über die Meere mit dem Schiff, denn jeden Meter wollen wir mit all unseren Sinnen wahrnehmen, mit Zeit reisen. Wir lernen Grenzen kennen. Wollen lernen, was Verzicht heißt und was Genuss bedeutet."

Mit diesen Vorsätzen machten sich die Filmemacher auf den Weg und versuchten, das auch in der Montage ihres Films zu vermitteln. Der Zuschauer wird in ein anderes Zeitgefühl und die besondere Aufmerksamkeit für die Details in Natur und Alltag hineingezogen. Gwendolin Weisser und Patrick Allgaier ist es gelungen, kulturelle Grenzen und ganz praktische Hindernisse zu überwinden, indem sie den Menschen vertrauten, die ihnen begegneten. So demonstriert der einnehmende und immer wieder bewegende Film Weltoffenheit im besten Sinn.

Patrick Allgaier und Gwendolin Weisser stammen aus Freiburg und hatten den Film zunächst nur als Erinnerung für ihre Familie und die Freunde gedacht, die sie unterstützt hatten, doch bald zeigte sich, dass er sehr viel mehr Menschen ansprach. "Weit" wurde 2017 im Kino zum erfolgreichsten Dokumentarfilm im deutschsprachigen Raum, und 2018 ging die Erfolgsgeschichte weiter.

Interview mit Filmemacher Patrick Allgaier

Wie entstand die Reiseroute? Geht man von der Skizze aus, die Ihr veröffentlicht habt, scheint es, als wolltet Ihr mehr oder weniger auf der Äquatorlinie reisen. Stimmt das?

Wir hatten den Plan, ohne Flugzeug um die Welt zu reisen, egal wie lange es dauernd sollte. Und wir wollten so weit in den Osten reisen, bis wir aus dem Westen wieder nach Hause kommen würden. Wir hatten uns vor der Reise ein paar Länder auf dem Globus rausgesucht, die wir gerne besuchen wollen würden - Mongolei, Kasachstan, Iran, Georgien, Indien, Alaska ... Dann haben wir geschaut, was zwischen den Ländern liegt, und es ist eine grobe Route entstanden. Uns war auch wichtig zu sehen, dass wir viel draußen sein können. Deshalb haben wir geschaut, dass wir mit den warmen Jahreszeiten reisen. Sprich, wir wollten im Sommer in Regionen wie der Mongolei oder Sibirien unterwegs sein.

Wie kam es, dass Ihr Afrika komplett ausgelassen habt?

Bärtiger junger Mann in schwarzen Jeans, T-Shirt und Basecap steht mit Tasche und Rucksack bepackt vor einem verblichenen Straßenschild in kyrillischen Buchstaben und streckt einen Arm mit Anhalterdaumen aus.
Patrick Allgaier auf dem Weg von Duschambe nach Tashkent, Juni 2013
Quelle: Patrick Allgaier, Gwendolin Weisser

Anfänglich war schon der Plan, auch nach Afrika zu reisen. Die eigentliche Idee war, bis nach Patagonien zu reisen und dann mit einem Schiff nach Südafrika, um den kompletten Kontinent Richtung Europa zu durchqueren. Aber während unserer Zeit in Mittelamerika, und unserem Sohn im Gepäck, haben wir gemerkt, dass wir jetzt nicht mehr so weit unterwegs sein wollen. Dass es Vorrang hat, als Familie die Zeit zu genießen und noch langsamer und in kleinerem Radius unterwegs zu sein. So sind wir noch ein Jahr in Mittelamerika geblieben und sind dann auf ein Schiff nach Europa gekommen.

Im Film erwähnt Ihr, dass Ihr gelegentlich längere Pause eingelegt habt, während der Ihr in sozialen Einrichtungen für Kost und Logis gearbeitet habt. Wie kamen die Kontakte zustande, oder ergaben sich die Möglichkeiten für solche Aufenthalte spontan?

Das war ganz unterschiedlich, manchmal haben wir schon vor der Reise Kontakte gehabt - Sibirien, Indien - und Projekte besucht, wo wir Leute kannten. Andere sind uns unterwegs zugeflogen, weil wir über andere Reisende Empfehlungen bekommen haben, und sonst haben wir auch das Internet genutzt. Dort gibt es Plattformen, auf denen Projekte überall auf der Welt gezeigt werden, wo man sich zur Mitarbeit melden kann.

Selten ist im Film von politischen Themen die Rede, so zum Beispiel auf der Durchreise durch Pakistan. Auf welcher der Etappen seid Ihr am ehesten mit politischen Auseinandersetzungen konfrontiert worden? Wie war es zum Beispiel im Iran?

Wir wollten die Menschen und ihren Alltag kennenlernen. Wollten uns nicht in der politischen Oberfläche bewegen und waren nicht auf der Suche nach dem, was die Medien oft über die Länder berichten. Wir wollten näher dran sein, den gewöhnlichen Alltag der Menschen kennenlernen. Für den Moment ein Teil davon werden. Im Iran und Pakistan zum Beispiel haben wir erfahren, wie gastfreundlich und herzlich die Menschen auf uns zukommen. Wie wertfrei sie uns aufnehmen und uns in ihrem Alltag willkommen heißen. Da spielt Politik oft keine große Rolle mehr, man ist sich viel näher und ähnlicher, als das die politischen Systeme von außen erwarten lassen.

In welches Land würdet Ihr gerne wieder reisen?

In viele Länder. Obwohl wir teilweise mehrere Wochen und Monate in manchen Regionen waren, haben wir trotzdem immer nur eine Nuance der jeweiligen Kultur mitbekommen, und man müsste Jahre vor Ort verbringen, um die Länder und Gegenden richtig kennenzulernen. Wir könnten uns vorstellen, bald mal wieder nach Georgien zu reisen.

Interview: Udo Bremer, Filmredaktion 3sat, 15.10.2018

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