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Die Sprache des Herzens

Free-TV-Premiere

Plakatmotiv zum Film mit Marie (Ariana Rivoire) und Schwester Marguerite (Isabelle Carré).

Das Mädchen Marie ist taubblind. Sie kann weder hören, noch sehen, noch sprechen. Von den Eltern geliebt, lebt Marie dennoch wie ein wildes Tier. Eine junge Nonne will das ändern.

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21.04.2019
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Frankreich gegen Ende des 19. Jahrhunderts, in der Nähe von Poitiers. Das von Nonnen geführte Institut Larnay kümmert sich um junge Mädchen unterschiedlichen Alters, die taub geboren wurden, und deshalb auch nicht sprechen können. Schwester Marguerite (Isabelle Carré) gehört noch nicht lange zu den Nonnen des Hauses. Die junge Frau arbeitet am liebsten im Garten. Eines Tages im Mai fährt ein Einspänner in Larnay vor.

Der Kutscher, Monsieur Heurtin (Gilles Treton), hat neben sich ein junges Mädchen an den Kutschbock gefesselt - seine Tochter Marie Heurtin (Ariana Rivoire). Marie Heurtin ist taubblind. Obwohl die Eltern sie lieben, sahen sie sich außer Stande, dem Mädchen etwas beizubringen. Marie trägt ein altes Hemd, niemals Schuhe und flieht vor allem, was sie nicht kennt, auf einen Baum.

Die Oberin (Brigitte Catillon) fürchtet, dass selbst Larnay mit einer Taubblinden überfordert ist. Sie weist Marguerite an, Marie vom Baum zu holen. Dabei entsteht zwischen der jungen Schwester und der jungen Wilden ein erster, intensiver Kontakt, der alles ändern wird. Zunächst weist die Oberin das Anliegen des Vaters, die Tochter aufzunehmen, aber zurück. Doch Marguerite lässt nicht locker, überredet die Mutter Oberin, Marie in Larnay ein neues Zuhause zu geben. Die junge Nonne macht sich auf den langen Fußmarsch, um das Mädchen bei ihren Eltern abzuholen.

Von nun an ist alles in Marguerites Leben ein Kampf - ein Kampf darum, Marie etwas beizubringen. Der Lehrprozess ist eine endlose Wiederholungsschleife, die Fortschritte sind zunächst nicht spürbar, später minimal. Maries Ausfälle stören den ansonsten gut organisierten und harmonischen Schulalltag. Die anderen Schülerinnen müssen immer wieder Rücksicht nehmen auf die mit einfachen Alltagstätigkeiten überforderte Außenseiterin.

Doch eines Tages kommt der lang erhoffte Durchbruch. Jetzt kann Marie alles lernen, was ihr früher verschlossen war, darunter auch, sich mit der Zeichensprache zu verständigen. Marguerite hat Maries Geist aus seinem Gefängnis befreit. Maries Eltern sind überglücklich über die Fortschritte ihres Kindes. "Tochter meiner Seele, Licht meines Lebens", nennt Marguerite Marie, bevor sie zu einer Kur aufbricht, die ihr Lungenleiden bessern soll. Weil Marie ihre wichtigste Bezugsperson schmerzlich vermisst, bricht Marguerite die Kur in den Bergen vorzeitig ab und kehrt nach Larnay zurück. Marguerite muss Marie darauf vorbereiten, dass sie nicht immer da sein wird, das Leben aber dennoch weitergeht.

Wie tickt ein Teenager, der nicht sehen, hören und sprechen kann? Noch dazu in einer Zeit, die keine elektronischen oder digitalen Hilfsmittel kannte? Dabei hatte Marie noch Glück in ihrem großen Unglück: Sie hatte liebevolle, um das Wohl der Tochter besorgte Eltern. Und in Larnay fand sie Nonnen, deren Menschenfreundlichkeit nicht geheuchelt war, die Maries Entwicklung mit großer Geduld begleiteten. Die Erfolge, die Marie schließlich erzielte, wären ohne diese Grundvoraussetzungen niemals möglich gewesen. Die Erziehung normaler Kinder ist bereits eine Lebensaufgabe, an der heute mehr Menschen als früher zu scheitern scheinen. Marie aber war von Geburt an schwerstbehindert.

Die echte Marie Heurtin kam im März 1895 im Alter von zehn Jahren nach Larnay. Sie starb am 22. Juli 1921, 36 Jahre alt, an den Folgen einer Lungenentzündung. Ihre Darstellerin, Ariana Rivoire, ist selbst gehörlos, jedoch nicht blind.

Die deutsche Film- und Medienbewertungsstelle verlieh Jean-Pierre Améris' Film über Maries Leben das Prädikat "besonders wertvoll". Neben den überzeugenden Darstellerleistungen und der einfühlsamen Regie ist es vor allem der Sound des Films, der dem Zuschauer Maries Schicksal nahebringt.

"Die Sprache des Herzens" erhielt beim Festival in Locarno 2014 den Publikumspreis der Fachzeitschrift "Variety", den "Variety Piazza Grande Award". Larnay ist heute nicht mehr in kirchlicher Hand, aber immer noch ein Institut für taube und blinde Kinder.

Darsteller

  • Schwester Marguerite - Isabelle Carré
  • Marie Heurtin - Ariana Rivoire
  • Mutter Oberin - Brigitte Catillon
  • Schwester Raphaelle - Noémie Churlet
  • Vater - Gilles Treton
  • Mutter - Laure Duthilleul

Stab

  • Regie - Jean-Pierre Améris
  • Buch - Philippe Blasband
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