Gotthard

Gotthard

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Der Historische Zweiteiler "Gotthard" führt in das Ende des 19. Jahrhunderts. Der Tunnel durch die Alpen - der Gotthardtunnel - gilt als Jahrhundertbauwerk, das Minenarbeiter, Ingenieure und Unternehmer gewaltig herausfordert. Und das, obwohl Fachleute bezweifeln, dass der Bau überhaupt zu stemmen ist. Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt "Gotthard" die Geschichte der Menschen vor Ort: die des Bauunternehmers Louis Favre und des Politikers Alfred Escher, die es wirklich gegeben hat, und die der drei erdachten Hauptfiguren Max, Anna und Tommaso, deren Leben in der Zeit gehörig durcheinander gewirbelt wird.

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Filme | Gotthard - Gotthard: VFX-Making-of

Wie entsteht ein solch aufwändiger Eventzweiteiler wie Gotthard? Mit einer Menge ausgeklügelter Special Effects. Dieses Making-of gibt einen interessanten Einblick in die moderne Filmtechnik.

Videolänge:
2 min
Datum:

Die Hauptfiguren

  • angehender Ingenieur - gespielt von Maxim Mehmet

  • Fuhrmannstochter aus Göschenen - gespielt von Miriam Stein

  • Mineur - gespielt von Pasquale Aleardi

  • Bauunternehmer - gespielt von Carlos Leal

  • Präsident der Gotthardbahn-Gesellschaft - gespielt von Pierre Siegenthaler

Die Darsteller über ihre Rollen

Die Geschichte des Bauvorhabens

Das kühne Bauvorhaben beginnt am 7. August 1872. An dem Tag unterschreibt Bauunternehmer Louis Favre den Vertrag, der ihn verpflichtet, den 15 Kilometer langen Tunnel in acht Jahren zu bauen. Mit dem Tunnel sollen das schweizerische Göschenen und das italienischsprachige Airolo miteinander verbunden werden. Favre übernimmt alle baulichen Risiken, sogar die Kosten für verunglückte oder erkrankte Arbeiter. Ein hohes Risiko, wenn man bedenkt, dass die Bautechnik zur damaligen Zeit für ein solches Großprojekt nicht ausgelegt ist. Und das für einen Festpreis von 47,8 Millionen Franken, ohne Absicherung gegen höhere Gewalt oder Streiks, ohne zu wissen, welche Schwierigkeiten ihn im Berg erwarten.
Ein gewagtes Bauvorhaben also, das mit den damaligen technischen Möglichkeiten nicht umsetzbar ist. Favre setzt dafür all sein Geld und seine Gesundheit aufs Spiel.

Zeitleiste Teaserbild

Die wichtigsten Ereignisse in einer interaktiven Zeitleiste

Der Bau des Gotthardtunnels dauerte acht Jahre, bis zur Eröffnung vergingen zehn Jahre. Eine interaktive Zugfahrt beschreibt die wichtigsten Ereignisse im Vergleich zum Baufortschritt im Tunnel.


"Warum war er so wahnsinnig, diesen Vertrag zu unterschreiben? Es war vermutlich Geltungssucht, Selbstüberschätzung. Der Ruhm würde ihn zu einem über die Landesgrenzen gefeierten Mann machen." - Konrad Kuoni, Historiker.


Ein Monat, nachdem der Vertrag steht, beginnen die Bauarbeiten (13.09.1872). Das größte Tunnelbauprojekt zieht von überall in Europa Menschen an: Mineure, Ingenieure, ja sogar Frauen verschlägt es zum Arbeiten nach Göschenen und Airolo. Manche verkaufen sich als Prostituierte an die Arbeiter, andere geben sich als Männer aus, um im Tunnel arbeiten zu dürfen - da Frauen dem Aberglauben nach Unglück im Tunnel bringen.

Weitere Figuren im Film

  • Fuhrmann aus Göschenen - gespielt von Christoph Gaugler

  • Betreiberin einer Wirtschaft in Göschenen - gespielt von Marie Bäumer

  • Mineur(in) - gespielt von Silvia Busuioc

  • Akkordant der Baustelle - gespielt von Cornelius Obonya

  • Nichte von Louis Favre - gespielt von Anna Schinz

  • Tunnelarzt der Gotthardbahn-Gesellschaft - gespielt von Peter Jecklin

Die Darsteller über ihre Rollen

Die Arbeitersituation

Die Arbeitsbedingungen sind katastrophal. Schlechte Luft, Hitze, giftige Dämpfe, mangelnde Hygiene und Felsabbrüche gefährden die Arbeiter. Das eingesetzte Dynamit droht bei weniger als acht Grad Celsius und geringster Erschütterung zu explodieren - besonders im Winter eine große Gefahr. Die Orte platzen aus allen Nähten. 1877 - bereits nach fünf Jahren Bauzeit - arbeiten in Göschenen und Airolo mehr als 4000 Menschen am Gotthardtunnel. Dabei sind die Arbeiter in desolaten Unterkünften mit Mehrfachbelegung untergebracht. Insgesamt werden 199 Arbeiter während des Tunnelbaus durch Unfälle sterben. Hunderte von Menschen werden Krankheiten erliegen, die durch Staub und Parasiten verursacht sind.


Die miserablen Bedingungen führen immer wieder zu Unruhen unter den Arbeitern. Die Situation eskaliert in Göschenen am 27. und 28. Juli 1875. Bei einem Streik - im Film angezettelt von Streikführer Tommaso Lazzaroni - kommen mehrere Arbeiter durch Schüsse ums Leben.

"Für einen Tunnel von 15 Kilometern Länge starben rund 2500 Menschen an der Folge der Seuchen, des Aufstands oder durch Arbeitsunfälle. Alle sechs Meter liegt also ein Mensch, der Träume hatte, eine Familie ernährte und geliebt wurde." - Stefan Dähnert, Drehbuchautor

Der Tunneldurchstich

Trotz des Wagnisses gelingt der Durchstich am 28. Februar 1880. Ein historischer Tag für die vielen Menschen - bis dahin sind es rund 18.000, die am Bauprojekt beteiligt sind. Trotz des vielen Leids und jahrelanger harter Arbeit unter teils unmenschlichen Zuständen feiern die Menschen das Ereignis. Louis Favre erlebt den Tag nicht mit. Er stirbt bereits am 19. Juli 1879 während einer Inspektion des Tunnels an Herzversagen. Der Tunnel wird am 1. Juni 1882 mit einer großen Zeremonie eröffnet. Eine technische Meisterleistung, die seine Nachkommen jedoch ruiniert. Weil Favre die Bauzeit von acht Jahren um zehn Monate überschreitet, muss seine Tochter dafür haften: Mit rund drei Millionen Franken, die sie nicht bezahlen kann. Was bleibt, ist das größte Tunnelbauprojekt der damaligen Zeit.

Und heute: ein neuer Tunnel!


Mehr als 130 Jahre später gelingt den Schweizern eine erneute bautechnische Meisterleistung: Der neue Gotthard-Basistunnel mit 57 Kilometern Länge löst seinen Vorgänger als längsten Tunnel der Welt ab. Zur Eröffnung am 1. Juni 2016 kommen aus ganz Europa politische Führungskräfte. Der fahrplanmäßige Betrieb beginnt am 11. Dezember 2016.

360°-Ansicht des Gotthard-Basistunnels

Zur Eröffnung des Gotthard-Basistunnels

Gotthard-Impressionen aus der Luft
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Filme | Gotthard -

Imposante Luftaufnahmen geben einen Blick auf den Gotthard und die ihn umgebende Infrastruktur

Videolänge:
3 min
Datum:
Karte Gotthard Basistunnel Straßentunnel Bahntunnel

Filme | Gotthard -

Den Gotthard umgibt mittlerweile eine aufwändige Infrastruktur. Im Zentrum stehen die drei Tunnel.

Anzahl Bilder:
3 Bilder
Datum:



In der ZDF-Dokumentation "Der Gotthard - Unser Tor zum Süden" vom 21.12.2017 wird das Thema spannend aufgearbeitet. Erfahren Sie in der Begleitdokumentation von Michael Petsch alle historischen Zusammenhänge dieses bautechnischen Meilensteins in der europäischen Geschichte.

Doku - Der Gotthard - Unser Tor zum Süden

Sie wollten den längsten Eisenbahntunnel der Welt bauen, mit für die damalige Zeit modernster Technik, zugleich von Norden und Süden 15 Kilometer quer durch den Gotthard, dem mächtigen Bollwerk der Alpen, voller Sagen, Geschichten – und Schicksale.

Videolänge:
28 min
Datum:

Erstausstrahlung ZDF: 19. + 21. Dezember 2016, 20:15 Uhr

Zweiteiliger Historienfilm von Stefan Dähnert

Redaktion TV: Günther van Endert, Manuel Meinhardt (Assistenz)
Redaktion Online: Miriam Hantzsche, Thomas Kuschke, Sonja Roy

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