In "Frühling" angekommen

Simone Thomalla freut sich über weitere Geschichten mit Dorfhelferin Katja

Zum zweiten Mal spielt Simone Thomalla in "Frühling für Anfänger" die Dorfhelferin Katja Baumann. Die von Berufs wegen einspringt, wenn Not am Mann ist auf einem der Höfe, in einer der Familien rund um den bayerischen Ort Frühling. Im Interview spricht sie über die Entwicklung ihrer Rolle und ihren wachsenden Respekt vor dem Beruf der Dorfhelferin.

Katja (Simone Thomalla, Mitte), Peter (Martin Feifel) und Kiki Baumann (Carolyn Genzkow, l.)
Katja (Simone Thomalla, Mitte), Peter (Martin Feifel) und Kiki Baumann (Carolyn Genzkow, l.) Quelle: ZDF,Christiane Pausch

ZDF: Zum zweiten Mal sind Sie in der Rolle der Dorfhelferin Katja Baumann zu sehen.

Simone Thomalla: Mich freut besonders, dass daraus eine "Frühlings"-Reihe geworden ist. Wir werden in diesem Jahr auch noch den dritten und vierten Teil drehen, setzen uns in jedem Film spannend, emotional und zugleich kritisch mit Themen auseinander, die nicht nur auf dem Land, sondern ebenso gut in der Großstadt passieren könnten. Ähnlich wie im "Tatort" habe ich dort einen Beruf, in dem, zwar anders, aber doch "ermittelt und gefahndet" wird. Katja Baumann bringt zwar keine Täter zur Strecke, sie sucht aber ebenfalls nach Lösungen auf dem großen, unerschöpflichen Feld der Sozialarbeit.

ZDF: Hat Katja Baumann inzwischen eine Entwicklung durchgemacht?

Thomalla: Ja, das hat sie! Katja hat im ersten Teil innerhalb sehr kurzer Zeit ihr komplettes privates und soziales Umfeld verloren. Ihre Entscheidung, München und ihren Mann vorerst zu verlassen und auch ihren Beruf als Krankenschwester an den Nagel zu hängen, weicht mehr und mehr dem sicheren Gefühl, dass ihr schnelles Handeln richtig war. Sie ist angekommen in "Frühling" und in ihrem neuen Beruf.

Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) setzt dem alten Senn Sepp (Peter Mitterrutzner) einen Fahrradhelm auf.
Dorfhelferin Katja Baumann (Simone Thomalla) setzt dem alten Senn S... Quelle: Christiane Pausch

ZDF: Katja Baumann kämpft auch mit privaten Problemen: Ihre Tochter sperrt sich gegen das Landleben.

Thomalla: Aber das ist doch völlig normal! Kiki kommt aus dem modernen, quirligen Kalifornien in eine ländliche Umgebung, hat dort kein soziales Umfeld, vermisst den Vater, kann ihre Mutter nicht verstehen. Und dann gibt es da noch diesen jungen, gutaussehenden Tierarzt. Logisch, dass er Kiki ein Dorn im Auge ist. Hofft die Tochter doch, dass die Ehe der Eltern noch eine Chance bekommt! Katja möchte ihre Tochter bei sich haben und muss lernen, dass nur Loslassen wieder Nähe herstellen kann. Das betrifft auch ihren Noch-Ehemann. Man darf gespannt sein, was aus den Beiden wird.

ZDF: Katja Baumann ist eine toughe Frau, die mitten im Leben steht - ein Charakter, den Sie häufig spielen. Liegen Ihnen diese Rollen?

Thomalla: Das ist nur auf den ersten Blick richtig! Alle Frauen, die ich in den letzten zwei Jahren gespielt habe, scheinen sich gut im Griff zu haben. Aber sowohl Katja als auch Eva im "Tatort" oder die anderen Frauenfiguren aus meinen letzten Filmen haben eine mit Problemen beladene Familiensituation oder eine tragische Vergangenheit, die ihr heutiges Leben beeinflusst. Es ist zwar richtig, dass meine Frauenfiguren meist kämpfen ... für sich, ihre Kinder, ihre Partner, bessere Lebensumstände, aber sie scheitern auch durchaus oder stoßen an ihre Grenzen.

ZDF: Durch die Dreharbeiten für diesen Film haben Sie einen weiteren Einblick in die vielschichtige Arbeit einer Dorfhelferin gewinnen können. Ist Ihr Respekt vor diesem Beruf gewachsen?

Thomalla: Unbedingt! Ich hoffe sehr, dass durch diese Reihe das Berufsbild der Dorfhelferin bekannter und mehr geachtet wird. Die Frauen (und übrigens auch Männer) sind sehr patent in lebenspraktischen Dingen und auch umfassend ausgebildet, Psychologie und Sozialarbeit inklusive. Außerdem ist sicherlich vielen Zuschauern gar nicht bewusst, dass es dieses Berufsbild in ganz Deutschland gibt und diese Frauen und Männer nicht nur im Süden Deutschlands arbeiten.

ZDF: Viele Szenen in dieser Geschichte spielen auf einer Berghütte mitten in der Natur. Haben Sie persönlich während der mehrwöchigen Drehzeit eine Art Entschleunigung erfahren?

Thomalla: Bei Dreharbeiten ist es kaum möglich, Entschleunigung zu erfahren. Ich spiele in fast jeder Szene. Das heißt, morgens ganz früh und meist noch im Dämmerlicht Abholung aus dem Hotel, in die Maske und dann an das jeweilige Motiv. Und in den Bergen wird es früh dunkel, was wiederum heißt, gegen 18 Uhr wieder ins Hotel gefahren zu werden und sich auf den kommenden Tag vorzubereiten. An den Wochenenden war ich dann meist kurz zu Hause in Berlin. Natürlich ist mir bewusst geworden, in welch wunderschöner Landschaft ich arbeiten durfte, auch wenn es immer nur kurze Momente waren, in denen ich die Umgebung rund um den Spitzingsee habe genießen können.

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