Wie klingt ein Lindström?

Filmmusiker Karim Sebastian Elias im Gespräch

"Die Musik sollte den Zuschauer berühren, dazu muss man die richtige Farbe finden", so der Komponist Karim Sebastian Elisa. Für den aktuellen Lindström-Film "In deinem Leben" hat er extra einen Titelsong komponiert und eingespielt. Im Interview erzählt er uns die Entstehungsgeschichte des gefühlvollen Songs.

ZDF: Wie ist der Titelsong "In My Mind" entstanden?

Karim Sebastian Elias: Im Drehbuch standen Szenen, in denen Noel einen Song anspielt. Anfangs nur mit Gitarre, später auch mit Gesang. Diesen Song sollte ich vor Drehbeginn komponieren - ich habe ihn "In My Mind" genannt.

Wir hatten im Team mit Thomas Nennstiel, Alexander S. Tung, Ronald Mühlfellner & Christina Henne dann die Idee, dass die Melodie dieses Songs auch das Hauptthema, also die Hauptmelodie, in unserer dramaturgischen Filmmusik werden sollte. Das Thema komponierte ich am Klavier und stellte es vor. Nachdem es allen gefallen hatte, habe ich im zweiten Schritt daraus den Song "In My Mind" entwickelt. Der Text dazu entstand gemeinsam mit Peter Wieschermann, der auch die Gitarren im Song und der Filmmusik eingespielt hat.

Um den musikalischen roten Faden über die gesamte Strecke des Films hinweg noch weiter zu verdichten, entwickelten wir zusammen in der Abnahme die Idee, dass wir „In My Mind“ in Variation noch an zwei weiteren wichtigen Szenen im Film erklingen lassen wollten. Hieraus ergab sich allerdings das Problem, dass wir den Song, der von „Noel“ gesungen wird, nicht in den anderen beiden Szenen einsetzen konnten - das hätte dramaturgisch nicht gepasst. Wir brauchten dafür eine Frauenstimme!

Zu diesem Zeitpunkt kam Sängerin Claudia Dilay Hauf hinzu, die ich noch aus meiner Studienzeit an der Folkwang Universität kenne. Mit ihr wurde der Song neu aufgenommen und für die beiden Szenen ausproduziert. Den Text haben wir dann gemeinsam mit ihr nochmal angepasst. Für die Montage mit Elisa als Ballade und für das Finale in einer Uptempo-Pop Fassung. Aus der Arbeit an dem Lindström-Film und unserer langen Verbundenheit entstand in der Folge sogar ein neues Projekt, das wir im Anschluss an die Produktionen gegründet haben: Die Band „eliasTree“ war geboren.

Ich denke, dass dies ist ein anschauliches Beispiel dafür ist, wie unterschiedlich eine Melodie in variierten Arrangements wirken kann: Als Klavierkomposition, als Orchesterstück, als Ballade, als Uptempo-Pop Nummer. So unterschiedlich die verschiedenen Arrangements derselben Melodie in ihrer dramaturgischen Wirkung im Film auch sind (als Ballade, als Klavierthema, als Orchester Arrangement oder als Uptempo-Pop Version), so tragen sie doch in ihrer Gesamtheit dazu bei, einen musikalisch roten Faden über den Film hinweg zu spinnen.

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