Romane von Leben, Leid und Liebe

Rosamunde Pilcher - die Frau hinter den Geschichten

Ihre Romane von Leben, Leid und Liebe haben sie zu einer der erfolgreichsten Autorinnen der Gegenwart gemacht: Rosamunde Pilcher. Die romantischen Landschaften rund um Cornwall prägen Rosamunde Pilchers Geschichten: Prächtige Landsitze, geduckte Steinhäuser, der Duft von wilden Blumen und eine einzigartige Klippenlandschaft. Dort findet die Schriftstellerin die Inspiration zu ihren Erfolgsromanen. Seit vielen Jahren stehen ihre Bücher auf den internationalen Bestsellerlisten.

Rosamunde Pilcher Quelle: ZDF,Sonja Helferich

Rosamunde Pilcher, die Anfangs das Pseudonym "Jane Fraser" benutzte, wurde am 22. September 1924 in Lelant in der englischen Grafschaft Cornwall geboren. Ihr Vater war Commander der Royal Navy und unter anderem in Burma tätig. Die als "resolut und strenggläubig" beschriebene Mutter zog ihre beiden Kinder zeitweise alleine auf. Bis 1941 besuchte Pilcher die Schulen. Erste schriftstellerische Versuche unternahm sie schon als Fünfzehnjährige. Nach dem Schulabschluss meldete sie sich 1942 zum Kriegsdienst beim "Women's Royal Naval Service" und absolvierte einen Sekretärinnenkurs.

Von der Marine zur Schriftstellrei

Rosamunde Pilcher Quelle: dpa


Eine Zeitlang arbeitete Rosamunde Pilcher im Foreign Office, kehrte dann aber zur Marine zurück und wurde 1943 nach Indien abkommandiert. Das Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte sie in Ceylon. Nach ihrer Rückkehr nach Cornwall lernte sie den damals schwer verwundeten Offizier und Jutekaufmann Graham Pilcher kennen, den sie 1946 heiratete. Mit ihrem Mann zog sie ins schottische Dundee, wo dieser im Textilunternehmen seiner Familie arbeitete.


Neben ihrer Tätigkeit als Hausfrau und Mutter besann sie sich wieder auf ihre schriftstellerischen Ambitionen. Bereits während ihres Aufenthalts in Ceylon hatte sie in der Zeitschrift "Woman and Home" eine erste Kurzgeschichte publiziert. In der Folge schrieb sie zeitweise unter dem Pseudonym "Jane Fraser" Kurzgeschichten und Romane, die meist im ländlichen Milieu der britischen "Upper Middle Class" angesiedelt waren und sich in diversen Frauenmagazinen wachsender Beliebtheit erfreuten. Den internationalen Durchbruch schaffte Rosamunde Pilcher, nachdem sie sich auf Anraten ihres Verlags an größeren Romanprojekten versuchte.

Erfolgreich - auch im Fernsehen

Ihre Familiensagas "Die Muschelsucher" (1987) und "September" (1990) erreichten diesseits und jenseits des Atlantiks Spitzenplätze auf den Bestsellerlisten und gigantische Auflagen. Die deutsche Fassung der beiden Bestseller erschien 1991. Nach einer Auszeit und dem öffentlich gemachten Entschluss, nie wieder schreiben zu wollen, kehrte die "Mutter der literarischen Seifenoper" zur Freude ihrer Leser doch an den Schreibtisch zurück und schrieb mit "Wintersonne" im Jahre 2000 ihren 25. Roman.

Als ersten von insgesamt 40 Pilcher-Romanen und -Erzählungen verfilmte das ZDF 1993 an Originalschauplätzen den Band "Stürmische Begegnung". Einen Teil ihrer eigenen Biographie verarbeitete Rosamunge Pilcher in dem 1995 auf Deutsch vorgelegten Roman "Heimkehr", den Giles Foster mit großem Aufwand für das Fernsehen umsetzte. Peter O'Toole spielte in diesem ZDF-Zweiteiler (1998) die männlichen Hauptrolle. Die stets zu den besten Sendezeiten gezeigten TV-Versionen der Pilcher-Romane lösten im Südwesten Englands einen Touristenboom aus, was die British Tourist Authority (BTA) im Frühjahr 2002 veranlasste, Rosamunde Pilcher für diese Leistung im Dienst des Fremdenverkehrs auszuzeichnen.

Erfolg ohne "Sex and Crime"

Rosamunde Pilcher Quelle: ap


Der Erfolg der Rosamunde Pilcher-Romane gab Literaturkritikern Rätsel auf: Wieso kommen ihre Heimatromane ohne "Sex and Crime" und Sozialkritik aus? Ihre Geschichten sind von Idylle, naiver Unschuld und Schlichtheit geprägt, spielen aber keineswegs eine heile Welt vor. Hinter ihren Protagonisten stecken Schicksale, die die Autorin einfühlsam und mit viel Herzenswärme erzählt. Durch ihren besonderen Erzählstil erreicht Rosamunde Pilcher die unterschiedlichsten Leserschichten. Die Fans der Schriftstellerin interessieren sich für das Leben der "ganz normalen Leute", wie Rosamunde Pilcher es einmal selbst ausgedrückt hat.


Seit 1993 zeigt das ZDF seine Rosamunde Pilcher-Produktionen am Sonntagabend, insgesamt waren über 80 Verfilmungen zu sehen. Dadurch wurde sie einem Millionenpublikum in Deutschland bekannt.

Der 100. Pilcher im ZDF

Am 2. Oktober 2011 feiert die erfolgreiche Filmreihe ein Jubiläum: "Der gestohlene Sommer" ist die 100. Verfilmung einer Geschichte von Rosamunde Pilcher im ZDF.

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