Fakten zur Droge Crystal Meth

In der Folge "Kettenreaktion" aus der Reihe "Kommissarin Lucas" geht es um die Modedroge Crystal Meth. Bis 1941 war die Droge frei verkäuflich, dann wurde sie verboten. Weltweit sollen 26 Millionen Menschen davon abhängig sein, das sind mehr als alle Kokain- und Heroinsüchtigen zusammen. Hier einige Hintergrundinformationen zu dem weißen Pulver.

Crystal Meth (Methamphetamin), auch umgangssprachlich Meth oder Crystal genannt, ist eine synthetisch hergestellte, nicht-halluzinogene euphorisierende Droge mit sehr hohem Suchtpotential. Ähnlich wie Speed wird sie als Aufputschmittel genommen, hat allerdings eine wesentlich stärkere Wirkung. Das Methamphetamin sorgt dafür, dass das Gehirn Noradrenalin, Dopamin und Serotonin ausschüttet.

Schüttelfrost, Angstzustände, Psychosen, Tod

Das Pulver wird meist geschnupft, seltener geraucht. In Wasser gelöst kann es auch intravenös injiziert werden.

Crystal Meth gilt leistungs- und euphoriesteigernd, verringert das Schlafbedürfnis sowie Hunger- und Durstgefühl. Eine Überdosierung kann zu Schweißausbrüchen, Schwindelgefühlen, Kreislaufproblemen, Angstzuständen, Schüttelfrost, Fieber und Ähnlichem bis hin zum Tod führen.

Langzeitkonsum führt zu einer Toleranzentwicklung, die wiederum eine Dosissteigerung zur Folge haben kann. Neben der psychischen Abhängigkeit kommt es zu körperlichen Schäden wie Hautentzündungen (besonders im Gesicht), Haarausfall, Karies bis hin zum Zahnausfall, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Herz-Kreislauf-Störungen, Gewichtsverlust, Schwächung des Immunsystems, Schlafstörungen bis hin zu paranoiden Wahnvorstellungen und anderen Psychosen.

Hausfrauenschokolade

Laut einem Bericht der Vereinten Nationen sind weltweit 26 Millionen Menschen davon abhängig, mehr als alle Kokain- und Heroinsüchtigen zusammen. Die preiswerte und leicht herzustellende Droge ist häufig durch die illegale Herstellung stark verunreinigt, was wiederum zu dem rapiden körperlichen Zerfall der Konsumenten führt.

In Deutschland wurde Methamphetamin 1938 unter dem Markennamen Pervitin von den Temmler-Werken auf den Markt gebracht. Es gab sogar mit Pervitin angereicherte Pralinen, "Hausfrauenschokolade" genannt.

War auch Hitler abhängig?

Soldaten bekamen während des Krieges Pervitin verabreicht, um deren Leistung zu steigern und ihnen gleichzeitig das Angstgefühl zu nehmen, wodurch das Mittel auch u.a. den Spitznamen "Panzerschokolade" erhielt. Wehrmacht und Luftwaffe bezogen allein bis 1940 die Tabletten millionenfach, und auch Zivilisten wurde das Mittel bei nahezu jeder Erkrankung empfohlen, bis es 1941 nicht mehr frei verkäuflich war, sondern unter das Reichsopiumgesetz fiel und damit verschreibungspflichtig wurde, was den Gebrauch deutlich reduzierte.

Nachträgliche Analysen von Adolf Hitlers Gesundheitsakten legen nahe, dass Hitler mindestens zwei Jahre bis zu seinem Tod von der Droge abhängig gewesen war.

Nach 1945 wurde Pervitin beispielsweise noch während des Vietnamkriegs eingesetzt und fand im Leistungssport als Dopingmittel Verwendung. 1988 wurde das Arzneimittel Pervitin vom Markt genommen. In Deutschland hat Methamphetamin seitdem keine medizinische Verwendung mehr, anders als in den USA, wo es bei der Behandlung von ADHS, Narkolepsie und krankhaftem Übergewicht benutzt wird.

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