"Alles andere als eine coole, abgebrühte Kommissarin"

Mariele Millowitsch über ihre Rolle

Mariele Millowitsch spielt die Hauptrolle in der ZDF-Krimireihe "Marie Brand und ...". Sie verkörpert darin eine Kölner Kommissarin mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Im Interview spricht Mariele Millowitsch über die Besonderheiten ihrer Rolle und verrät, wie es für sie war, in ihrer Heimatstadt zu drehen.


ZDF: Frau Millowitsch, was ist Marie Brand für ein Typ, wie würden Sie sie charakterisieren?


Mariele Millowitsch: Marie Brand hat eine schnelle Auffassungsgabe und eine hohe Fähigkeit zur Empathie. Sie ist alles andere als eine coole, abgebrühte Kommissarin - jeder Tote geht ihr nahe, das Leid anderer Menschen berührt sie sehr. Sie kalkuliert nicht, stellt aber manchmal ganz merkwürdige Fragen, die diesen Eindruck erwecken.

Mit ihrer für andere verqueren, aber direkten Fragestellung lockt sie ihr Gegenüber derart aus der Reserve, dass dieser sein wahres Gesicht nicht verstecken kann. Marie Brand bringt ihren Gegner mit ihrer direkten Art und ihrer scharfen, schnellen Analyse zur Strecke. Sie ist angstfrei und sie ist ein Zahlengenie. Zahlen geben ihr Sicherheit, für Marie setzt sich das ganze Universum aus Zahlen zusammen.


ZDF: Was hat Mariele Millowitsch von Marie und was Marie von Mariele Millowitsch?


Millowitsch: Beide teilen die Fähigkeit, Mitleid mit anderen Menschen zu haben, beide tüfteln und analysieren gern.


ZDF: Wie sehen Sie die Beziehung zwischen Simmel und Brand?


Millowitsch: Er ist der Körper, sie der Kopf. Simmel ist ein Macher und Marie Brand verlässt sich auch gern auf ihn. Im Gegensatz zu ihm trägt sie keine Waffe und er muss sie aus vielen Situationen herausholen, in die sie sich selbst hineinmanövriert hat. Beide sind völlig unterschiedliche Typen, aber sie mögen sich. Brand würde Simmel nie auflaufen lassen und Simmel würde Brand nie im Stich lassen.


ZDF: Und warum siezen Sie sich?
Millowitsch: Es zeigt ihren Respekt voreinander. Und das muss so bleiben - Herr Simmel und Frau Brand!



ZDF: Ihr Filmehemann hat eine innige Beziehung zu seinen Reptilien. Bereiteten Ihnen diese Drehmomente Unbehagen?


Millowitsch: Überhaupt nicht. Ich habe keinerlei Berührungsängste mit diesen Tieren. Die Schlange war zum Beispiel wahnsinnig freundlich und fühlte sich ganz schön an.


ZDF: Wie ist die Zusammenarbeit mit dem jungen Schauspieler Hinnerk Schönemann?


Millowitsch: Es macht großen Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er geht sehr spielerisch an die Szenen heran und wir lachen viel.


ZDF: Sie drehen in Ihrer Heimatstadt. Was für ein Gefühl ist es, eine Kölner Kommissarin zu spielen?


Millowitsch: Ein wunderbares. Die Mentalität der Menschen ist mir vertraut und ich kenne die meisten Orte, an denen wir drehen. Und es hat einen ganz praktischen Grund für mich, hier zu drehen: Ich kann abends nach Hause gehen und muss nicht in einem Hotel übernachten.

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