American Hustle

Agent DiMaso (Bradley Cooper), Sydney (Amy Adams), Irving (Christian Bale), Rosalyn (Jennifer Lawrence) und Bürgermeister Polito (Jeremy Renner) stehen nebeneinander.

Filme | Montagskino - American Hustle

New York, 1978. Ein Trickbetrüger-Paar wird von einem ehrgeizigen FBI-Agenten gezwungen, als Lockvögel für ihn zu arbeiten. Sein Ziel ist es, ein paar Politiker der Korruption zu überführen.

Datum:
Sendungsinformationen:
Im TV: ZDF, 21.08.2017, 22:15 - 00:20
Verfügbarkeit:
Leider kein Video verfügbar
Produktionsland und -jahr:
USA 2013

Obwohl der Wäscherei-Besitzer und erfolgreiche Trickbetrüger Irving Rosenfeld (Christian Bale) und seine neue Partnerin und Geliebte Sydney Prosser (Amy Adams) ihr Metier beherrschen, müssen sie nach ihrer Entlarvung den windigen FBI-Mann Richie DiMaso (Bradley Cooper) bei einem größenwahnsinnigen Plan unterstützen: Um den angesehenen, grundehrlichen Bürgermeister Carmine Polito (Jeremy Renner) und ein paar andere Politiker aus New Jersey der Bestechlichkeit zu überführen, konstruiert man - nach einer schiefgelaufenen Aktion - schließlich die ganz große Falle.

Ein als arabischer Scheich auftretender mexikanischer FBI-Agent (Michael Peña) soll einen Großinvestor spielen, der die marode Glücksspiel-Metropole Atlantic City zu neuer Größe führen und deshalb ein paar Geldkoffer verteilen wird. Doch in DiMasos Gleichung gibt es leider ein paar Unbekannte, zu denen an vorderster Front Irvings unberechenbare Ehefrau Rosalyn (Jennifer Lawrence) gehört. Die begnadete Neurotikerin erpresst Irving erfolgreich mit ihrem Sohn aus einer anderen Beziehung, den Irving abgöttisch liebt und durch eine Trennung keinesfalls verlieren will. Vor allem aber wünscht die blonde Granate ihrer Nebenbuhlerin Sydney die Pest an den Hals.

Also drängt sie sich vehement in das Leben ihres Mannes zurück, in dem sie umgehend größere Flurschäden anrichtet. Das gelingt ihr besonders gut, als man die Mafia mit ins Boot holt, ohne deren Glücksspiel-Know-how und Beziehungen in Atlantic City nichts zu machen ist. Während Irving, DiMaso, der falsche Scheich und der ahnungslose Bürgermeister Polito mit der eigens aus Florida angereisten Mafia-Größe Victor Tellegio (Robert De Niro in einer Cameo-Rolle) verhandeln, flirtet die frustrierte Rosalyn heftig mit Mafioso Pete Musane (Jack Huston) aus Tellegios Entourage.

Eine Beziehung, die zur Zeitbombe wird, weil die völlig unberechenbare Rosalyn sich fast pausenlos im Angriffsmodus befindet und nie den Mund halten kann. Als DiMaso in seinem Übereifer endlich einen großangelegten Deal bei seinen FBI-Vorgesetzten durchgesetzt hat, um das Netzwerk aus Politik und Mafia auffliegen zu lassen, plappert Rosalyn bei ihrem neuen Lover natürlich alles aus, was sie nebenbei so aufgeschnappt hat. Ab sofort herrscht Alarmstufe Rot, denn die Mafia versteht in Geldangelegenheiten nun mal leider wenig Spaß.

"American Hustle" ist eine raffinierte Satire über "Abscam", eine zweifelhafte Geheimoperation des FBI, das Ende der 70er Jahre den Trickbetrüger Melvin Weinberg verpflichtete, um korrupte Politiker zu überführen. Nach der Gründung einer Scheinfirma von Geschäftsmännern aus dem Nahen Osten, gingen dem FBI sechs Kongressabgeordnete und der Bürgermeister von Cambden in die Falle. Das Codewort "Abscam" setzte sich dabei aus Abdul, dem Namen des falschen Scheichs, und "Scam" (Betrug) zusammen.

Frei nach dieser realen Begebenheit schickt Regisseur David O. Russell seine notorisch hochstapelnden Figuren in eine perfekt nachgebaute 70er-Jahre-Welt, gespickt mit monströsen Frisuren, Wahnsinns-Klamotten und der "Alles-ist-möglich"-Energie der Disco-Ära. Was die verwegenen Frisuren betrifft, hat man selten in einem Film dermaßen viele Frisiertechniken thematisiert - von der Herren-Dauerwelle über konventionelle Lockenwickler bis zu abenteuerlichen Toupé-Konstruktionen.

Eine Betrugs-, aber auch eine große Liebesgeschichte, in der fast jeder jeden über den Tisch zieht, komplex erzählt und unglaublich gut gespielt. Nominiert für zehn Oscars, ohne einen einzigen dann tatsächlich zu gewinnen. Das (von "Hektik" über "Gedrängel" bis zu "Betrug") vielseitig verwendbare, schillernde englische Wort "Hustle" könnte man übrigens mit so etwas wie "geschäftiges Treiben" übersetzen.

Der 1958 in New York geborene Drehbuchautor, Regisseur und Produzent David O. Russell versammelt auch in diesem Film wieder mehrere seiner Lieblingsdarsteller vor der Kamera. So drehte er bisher mit Bradley Cooper, Jennifer Lawrence und Robert De Niro (alle in "Joy: Alles außer gewöhnlich", "American Hustle", "Silver Linings") je drei, mit Christian Bale und Amy Adams (beide in "American Hustle", "The Fighter") je zwei Filme. Robert De Niro wird auch in Russells bisher unbetiteltem, für spätestens 2018 angekündigten Serienprojekt neben Julianne Moore eine Hauptrolle spielen.

Was Amy Adams betrifft, könnte es sich dabei mit "American Hustle" um die letzte Zusammenarbeit mit Russell handeln, da die beiden laut Adams und anderer Crewmitglieder am Set regelmäßig heftig aneinandergerieten. Nicht ungewöhnlich für David O. Russell, dem der Ruf eines Dreharbeiten-Berserkers vorauseilt.
Jeremy Renner ("Tödliches Kommando - The Hurt Locker", "Das Bourne Vermächtnis"), zuletzt neben Amy Adams als Wissenschaftler in "Arrival" im Kino, ist 2017 als Hauptdarsteller in dem Thriller "Wind River" zu sehen.

Darsteller

  • Irving Rosenfeld - Christian Bale
  • Richie DiMaso - Bradley Cooper
  • Sydney Prosser - Amy Adams
  • Rosalyn Rosenfeld - Jennifer Lawrence
  • Carmine Polito - Jeremy Renner

Stab

  • Regie - David O. Russell

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