"Lang gekannt, aber noch nie mit ihnen gedreht"

Senta Berger über die Zusammenarbeit mit Tukur und Tabatabai

Die allseits beliebte und preisgekrönte Schauspielerin Senta Berger sprach über ihre Zusammenarbeit mit den Kollegen Tukur und Tabatabai anlässlich des nunmehr 16. Falls in ihrer Rolle der Dr. Eva Marie Prohacek.

"Ulrich Tukur kenne ich schon lange. Mein Mann Michael Verhoeven hat für seinen Film "Die Weiße Rose" Schwäbisch sprechende junge Schauspieler gesucht (Hans und Sophie Scholl sprachen eben Schwäbisch). In Ulm auf der Schauspielschule hat er sie nicht gefunden, aber er fand Ulrich Tukur. Er spielte dann die Rolle des stillen, aber entschlossenen Willi Graf. Dafür lernte der gebürtige Schwabe das 'Saarbrücknerische'."

Ein langer gemeinsamer Weg

"Ich erinnere mich an Uli, wie er zu uns kam, mit uns am Esstisch saß, über das Buch diskutierte, erst sehr zurückhaltend, fast scheu und dann immer mehr offen und spielerisch. Das Spielerische hat er bis heute nicht verloren. Das Ausprobieren der Möglichkeiten innerhalb einer Rolle, das Anbieten verschiedener Interpretationen. Sein mitreißendes Temperament. In jedem Filmteam ist er bald der Liebling. Zu Recht.

Nach der 'Weißen Rose', diesen Film habe ich mit Michael Verhoeven gemeinsam produziert, machten wir noch einen anderen Film miteinander. 'Liebe Melanie', ein Fernsehfilm über eine Schauspiellehrerin, die auch im wirklichen Leben meine Schauspiellehrerin war: Melanie Horeschovsky. In diesem Film spielte Uli einen jungen Schauspieler, der seine kranke Lehrerin im Krankenhaus mit einem Akkordeon-Ständchen erfreut."

Tukur - Ein Ausnahmetalent!

"Da haben wir erst begriffen, was für ein unglaublich vielseitiges Talent dieser Tukur ist! Gott sei Dank hat er ja aus dieser musikalischen Begabung nicht nur ein zweites Standbein gemacht, sondern eine große Karriere. Die dritte wichtige Begegnung mit Ulrich Tukur war während des Films 'Mutter's Courage' nach der Erzählung von George Tabori. Ein großer Film. Mein Mann und ich produzierten. Michael Verhoeven führte Regie.

Uli spielte auf unvergleichliche Art einen jungen SS-Mann, der eine Jüdin in die Freiheit entlässt. Der Film floppte. Das war bitter. Aber gerade deshalb vielleicht fühle ich mich so an Ulrich Tukur gebunden: Er hat uns durch so viele Jahre Himmel- und Talfahrten begleitet. Ich bin froh, dass er die Rolle von Eric Glasner spielt und spielen kann. Er hat einen Terminkalender, der sogar mich staunen lässt."

Tabatabai - eine Wunschbesetzung?

"Selbst, wenn es mein Wunsch gewesen wäre, dass Jasmin Tabatabai diese Rolle spielt, hätte ich doch niemals auf einen Wunsch bestanden. Das ist letztendlich immer noch die Entscheidung des Regisseurs. Ich habe einen Vorschlag gemacht, der mir für diese Rolle richtig erschien. Jasmin hat sich durch ihre Arbeiten bis heute selber empfohlen.

Es gibt ganz wenige Schauspielerinnen in Deutschland, die eine Art Geheimnis haben oder den Zuschauer glauben machen können, dass sie eines haben. Jasmin kann das. Da sind zum Einen ihre persischen Vorfahren, die sie aussehen lassen, wie sie aussieht, zum Anderen ist Jasmin Tabatabai eine sehr intelligente, junge Schauspielerin, die - ganz im Gegensatz zu ihrem wirklichen Leben, zu ihrem wirklichen Wesen - etwas Zwielichtiges, Undurchsichtiges haben kann. Also ideal für diese Rolle und für unsere Geschichte."

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